Bekommt Holland einen 2000 Meter hohen Berg?

Amsterdam - Zunächst war es nur ein Scherz. Doch jetzt gibt es immer mehr Befürworter. Und kuriose Pläne. Viele Holländer wollen einen Berg, einen sehr hohen Berg, ein Zweitausender aufschütten.

“Het was een grapje!“. Es war doch nur ein Witz. Vergeblich beteuert Thijs Zonneveld, einst Profiradrennfahrer und heute Sportjournalist: Seine Anregung, in Holland einen 2000 Meter hohen Berg für Skifahrer, Rodler, Wanderer und Mountainbiker aufzuschütten, sei nicht ernst gemeint gewesen. “Ganz egal, wir wollen ihn jetzt, unseren Alpenberg“, hört man überall im Land. Und fast täglich melden sich mehr oder minder glaubwürdige Experten mit Vorschlägen zu Wort, wie “De Nederlandse Berg“ aussehen, wo und wie er errichtet werden könnte.

Unter der Überschrift “Berg!“ hatte Zonneveld in einer Schmonzette bemängelt: “Diese Land ist platt. Laaaaangweilig platt. Polderplatt.“ Das wäre ja nicht weiter schlimm, sinnierte er, wenn der Mangel an Bergen nicht so verheerende Folgen für den niederländischen Sport hätte. Hollands Radrennfahrer würden bei Bergetappen ebenso blass aussehen wie die Alpinsportler des ansonsten doch so erfolgreichen Landes hinter den Deichen, monierte er.

Die irrsten wahren Geschichten der Welt

In Saudi-Arabien verklagte eine junge Frau ihren Mann, weil sie nach drei Jahren Ehe noch Jungfrau war. Der Anwalt des Mannes verwies auf die Impotenz seines Mandanten. Er wolle die Frau nur gegen Rückzahlung der 40.000 Rial (7.818 Euro) Brautgeld freigeben. Die Frau verlangte finanzielle Entschädigung für die drei Jahre ohne Sex. © dpa
In Sydney sprang ein Känguru versehentlich durch ein Fenster in das Schlafzimmer des ausgewanderten Schweizer Kochs Beat Ettlin und landete in dessen Ehebett. Verwirrt hüpfte das Tier durch das ganze Haus. Ettlin konnte es schließlich in den Schwitzkasten nehmen und hinausjagen. Das Känguru verschwand in einem nahen Tierschutzpark. © dpa
In Neuseeland kam ein 21-jähriger Mann beim Versuch, einen Tresor zu knacken, ins Schwitzen. Als er deshalb seine Maske abnahm, filmte ihn eine versteckte Kamera. Die Polizei veröffentlichte die Fotos auf Facebook, der Räuber wurde am nächsten Tag gefasst. © dpa
Eine Diebin, die in einem Designer-Shop in Florida sechs Geldbörsen mit insgesamt 1.200 Dollar gestohlen hatte, stolperte auf der Flucht vor dem Kaufhausdetektiv vor dem heranrollenden Wagen ihres Komplizen, geriet unter die Räder, kam wieder auf die Beine, sprang auf die Kühlerhaube, rutschte ab und wurde abermals überrollt. Beim dritten Versuch schaffte sie es ins Auto und entkam. © dpa
Weil sie gepiercte Katzen zum Verkauf angeboten hatte, wurde Holly Crawford aus Pennsylvania von Tierschützern angezeigt. Sie hatte den Katzen Piercings an Ohren, Hals und Schweif verpasst und sie im Internet für hunderte Dollars als „Gothic Kitten“ angepriesen. © dpa
Die 13-jährige Reina aus New York verschickte in einem Monat 14.528 Kurznachrichten von ihrem Handy - also im Durchschnitt alle zwei Minuten eine. Ihr Vater bekam eine 440 Seiten lange Rechnung. Kosten fielen keine an. Der Handyvertrag beinhaltete unlimitierten SMS-Versand. © dpa
Eine US-Airline lieferte einer Tierhandlung in Philadelphia einen Sarg samt Leiche. Das Geschäft hatte ein Aquarium mit tropischen Fischen bestellt. Die Witwe des Verstorbenen nahm es mit Humor: Ihr Mann sei immer schon ein Spaßvogel gewesen. © dpa
Forscher lösten das Geheimnis um mysteriöse Kreise in tasmanischen Kornfeldern: Kängurus hatten Mohnsamen gefressen und waren im Drogenrausch im Kreis gehüpft. Die Mohnbauern Tasmaniens liefern etwa die Hälfte des weltweiten Bedarfs für medizinisches Opium. © dpa
Ein 54-jähriger Japaner gab sich bei einer Pharmazie-Prüfung als sein 20-jähriger Sohn aus. Der Medikamenten-Großhändler fürchtete, sein Sohn würde den Test nicht bestehen. Der Schwindel flog auf, weil der Japaner im Prüfungsstress sein eigenes Geburtsdatum angab. © dpa
In England löste ein Pony mit ungewöhnlich kurzen Beinen mehrmals falschen Alarm aus. Autofahrer, die das Tier grasen sahen, glaubten, es stecke im Morast fest und riefen Rettung und Feuerwehr. In nur einer Woche fielen so Kosten in Höhe von 8.000 Pfund an. © dpa
Eine 152 Zentimeter große und 125 Kilo schwere Amerikanerin mit einem Tumor im Rücken wurde vom Spital in Kansas City für einen Magnetresonanztest in den Zoo geschickt. Für das Gerät im Krankenhaus sei sie zu schwer und zu breit, hieß es. „Ich wusste, dass ich dick bin“, sagte sie, „aber doch nicht so dick wie ein Elefant!“ © dpa
An der Universität Leeds warfen Putzfrauen wertvolles wissenschaftliches Material in den Müll. Es handelte sich um Exkremente einer seltenen Eidechsenart. Der Wissenschaftler verklagte den Putzdienst. Das Missgeschick kostete ihn sieben Jahre Forschungsarbeit. © dpa
In der Nähe der indischen Stadt Bijapur verschlang ein Büffel ein Handy samt Etui, das einem Bauern aus der Tasche gefallen war. Der Mann fand es im Büffelkot. Es war noch intakt. Sieben Anrufe waren eingegangen. © dpa
In Australien belästigte der siebenjährige Emu Edward, ein riesiger Laufvogel, seine Besitzerin sexuell. Wenn sie die Hühner fütterte, wollte er sie in sein Nest drängen. Sie musste sich mit Palmwedeln wehren. Über einen Radiosender suchte sie deshalb ein Emu-Weibchen. © dpa
In England stopfte ein 20-jähriger Mann die sechs Monate alte Katze seiner Freundin in eine Marihuana-Pfeife aus Plexiglas. Wegen Tierquälerei angezeigt erklärte er, gelesen zu haben, dass Haschisch Haustiere beruhigen würde. Tatsächlich habe sich die Katze danach geputzt und artig hingelegt. © dpa
In Wien musste eine 58-jährige Schweizerin in Untersuchungshaft, weil sie im Bezirk Hernalls zwölf Jahre lang den Pfarrer sexuell bedrängt haben soll. Nach Ansicht der Frau sei der Priester die Reinkarnation von Jesus Christus. © dpa
Eine Fledermaus krallte sich am Außentank eines amerikanischen Spaceshuttles fest. Versuche, sie vor dem Start zu vertreiben, schlugen fehl. Ob sie den Trip überlebt hat, ist unklar. Später aufgenommene Bilder von der Außenhülle des Shuttles zeigten keine Spur mehr von ihr. © dpa
Im Nordosten des Schweizer Kantons Thurgau stieß die Polizei bei einem Test des Satellitenkarten-Programms Google Earth auf eine Marihuana-Plantage. 16 Menschen wurden verhaftet und 1,1 Tonnen Marihuana beschlagnahmt. © dpa
Als in Leipzig ein 25-jähriger Stahlarbeiter über die Hitze klagte, steckte ihm sein Kollege aus Spaß einen Hochdruck-Luftschlauch ins Gesäß. Durch die Druckluft platzte dem Mann der Darm. Er lag tagelang auf der Intensivstation. © dpa
Polizisten weckten einen von gärenden Wildkirschen in seinem Bauch beschwipsten Dachs, der mitten auf der Straße seinen Rausch ausschlief. Zuerst weigerte er sich, seinen Platz zu verlassen. Erst als ihn die Beamten mit einem Besen stießen, trollte er sich auf eine Wiese, wo er weiter schlief. © dpa
Eine 73-jährige Klagenfurterin wurde zu 360 Euro Geldstrafe wegen Stalkings verurteilt, nachdem ihr Sohn sie angezeigt hatte. Sie habe ihn zweieinhalb Jahre lang bis zu 49 Mal am Tag angerufen. Die Mutter war entrüstet: Sie habe nur reden wollen, sagte sie und enterbte ihn. © dpa
In den USA verklagte ein 49 Jahre alter Chirurg seine Frau nach der Trennung: Er wollte seine Niere zurück, die er ihr gespendet hatte. Trotz dieses Liebesbeweises habe sie ihn betrogen. Weil das Organ kein zweites Mal transplantiert werden konnte, verlangte er als Gegenwert 1,5 Millionen Dollar. © dpa
Die neuseeländische Brückenechse Henry wurde mit 111 Jahren zum ersten Mal Vater. Zuvor war ihr ein Genitaltumor entfernt worden. © dpa

In Windeseile wurde die Kolumne im Netz verbreitet. Und immer mehr Holländer lachten über Sätze wie diesen: “Es ist kein Zufall, dass niederländische Rennrodler sich bei den Olympischen Spielen in die Hosen machen, wenn sie oben an der Bahn stehen: So ein Berg ist halt verdammt hoch für Menschen, die es gewohnt sind, unter dem Meeresspiegel zu leben.“

Dann geschah, womit der Sportjournalist nicht gerechnet hatte: Viele Wintersportbegeisterte unter den Holländern begannen die Idee zu lieben. Die Idee von einem Berg wurde zum Selbstläufer. Zeichnungen und Modelle, wie er aussehen und wo er aufgeschüttet werden könnte, machten die Runde. So erschien die Zeitung “Algemeen Dagblad“ mit einer Fotomontage, auf der eine Kopie des japanischen Vulkans Fuji etwa auf der Breite der Käsestadt Alkmaar an den Nordseestrand verfrachtet worden war.

Und warum sollten sich die Niederländer eigentlich nicht zutrauen, etwas zu bauen, das ihre mit 322,7 Meter höchste Erhebung, den Vaalserberg, um ein Vielfaches überragt? Schließlich haben sie weite Teile ihres Königreichs - darunter die künstlich geschaffene Provinz Flevoland - dem Meer abgerungen. Wer sowas kann, der kann auch Berge versetzen beziehungsweise auftürmen, findet zum Beispiel Martin Dubbeling vom Ingenieurbüro SAB. “Das ist alles eine Frage, wie viel Unterstützung es für so ein Projekt gibt. Als die Franzosen und Engländer mit der Idee eines Tunnels unter dem Ärmelkanal kamen, dachten auch viele, das würde nicht gehen.“

Problematischer erscheinen den Holländern, die nicht nur kühn, sondern bekanntlich auch gute Rechner sind, die kaum überschaubaren Kosten für “De Nederlandse Berg“: Schätzungen gehen von mehr als 200 Milliarden Euro aus - das ist fast doppelt so viel wie das zweite Rettungspaket für Griechenland.

Bei solchen Summen überlegen viele, wie schön es wäre, ein Stück vom Kuchen abzubekommen. So fertigte das Ingenieurbüro DHV gleich mal eine Baustudie an. Danach würde ein Zweitausender, etwa vor Bergen aan Zee, rund 77 Milliarden Kubikmeter Material verschlingen - Sand und Steine aus den Tiefen der Nordsee. Baggerschiffe müssten 4,5 Millionen Mal hin- und herfahren.

Die Berliner “BZ“ gehörte zu jenen Medien in Deutschland, die das Projekt eines eigenen Skiberges für die Holländer humorvoll begrüßten: “Wie schön. Dann verstopfen sie im Winter auf dem Weg in die Alpen wenigstens nicht mehr unsere Autobahnen.“ In den Alpenländern hingegen ist man gar nicht von der Vorstellung begeistert, dass Urlauber aus Holland wegbleiben könnten.

Als erste Schweizer reagierten die Fremdenverkehrs-Unternehmer in Arosa im Bergkanton Graubünden. Sie buchten Plakatflächen in Amsterdam, wie Arosas Tourismus-Direktor Pascal Jenny niederländischen Medien sagte. Dort sollen bald Slogans wie diese zu lesen sein: “Das Original ist besser als jede Kopie“ und “So schön das Flachland in Holland, so hoch die Berge in der Schweiz“.

dpa

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