Bis zu 100.000 Euro

Bericht: Höhere Entschädigungen nach Germanwings-Absturz

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In Le Vernet erinnert eine Gedenkstätte an die Opfer des Unglücks.

Berlin - Die Angehörigen der 150 Opfer der Germanwings-Katastrophe können einem Zeitungsbericht zufolge auf eine weit höhere Entschädigung als die bisherige Soforthilfe von 50.000 Euro hoffen.

"Ich habe den Eindruck, dass sich die Lufthansa der Katastrophe stellt", sagte der Berliner Rechtsanwalt Elmar Giemulla, der die Angehörigen von 35 Opfern des Absturzes in den französischen Alpen vertritt, nach einer ersten Verhandlungsrunde mit der Lufthansa dem "Tagesspiegel" (Freitagsausgabe). "Das Unternehmen zeigt sich offen, und wir haben eine gute Vertrauensbasis."

Angaben dazu, was er für die Familien erreichen will, machte Giemulla nicht und berief sich dazu auf die Vertraulichkeit der Gespräche. Ein Anhaltspunkt könnten laut "Tagesspiegel" aber Entschädigungen sein, die der Anwalt in früheren Fällen durchsetzte. So habe Giemulla beim Birgenair-Absturz 1996 für seine Mandanten 100.000 Euro und im Fall der abgestürzten Concorde im Jahr 2000 sogar rund eine Million Euro vereinbart.

Die Lufthansa betonte auf Anfrage, die Auszahlung der Soforthilfe sei nahezu komplett abgeschlossen. Alle weitergehenden Ansprüche seien "individuell zu prüfen". Die Lufthansa hat wegen des Unglücks laut Quartalsbericht 277 Millionen Euro zurückgestellt, unter anderem für Ausgleichszahlungen an die Angehörigen.

Bei der Germanwings-Katastrophe waren am 24. März alle 150 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Nach Erkenntnissen der Ermittler hat der Copilot den Absturz offenbar absichtlich verursacht, nachdem er den Flugkapitän aus dem Cockpit ausgesperrt hatte. Auf dem Hinflug probte er nach Einschätzung der französischen Luftfahrtermittlungsbehörde BEA das Absturzmanöver anscheinend gezielt.

AFP

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