Spürhunde führten zu Wohnung

Knochen-Fund in Berlin: Behörden mit Kannibalismus-Verdacht - Tatverdächtiger festgenommen

In Berlin wurde ein Tatverdächtiger im Fall des vermissten Stefan T. festgenommen. Die Staatsanwaltschaft geht von Kannibalismus und einem Sexualverbrechen aus.

Update vom 20. November, 16.11 Uhr: Die Staatsanwaltschaft geht bei dem möglichen Fall von Kannibalismus in Berlin von einem Sexualmord aus niederen Beweggründen aus. Behördensprecher Martin Steltner sagte am Freitag gegenüber der dpa, es gehe um den Verdacht einer Tat zur Befriedigung des Geschlechtstriebs.

Der mutmaßliche Täter, ein 41-Jähriger, hat demnach im Internet zum Thema Kannibalismus recherchiert und sich auch auf einer Dating-Plattform bewegt, wo er auch zum Opfer Stefan T. Kontakt hatte, erklärte Steltner. In der Wohnung des Verdächtigen seien „einschlägige Werkzeuge“ wie etwa Messer und Sägen sowie Blutspuren gefunden worden. Die Ermittler gehen derzeit nicht von einem Einverständnis des Opfers aus.

Der Fall erinnert teilweise an den „Kannibalen von Rotenburg“ aus dem Jahr 2001. Damals hatte ein Computertechniker seiner Berliner Internetbekanntschaft zunächst den Penis abgeschnitten, ihn dann erstochen, zerlegt und später große Teile des Körpers aufgegessen. Allerdings erfolgte diese Tat auf ausdrückliches Verlangen des Opfers. Der Täter ist noch immer in Haft.

Grausamer Knochen-Fund in Berlin: Wurde Stefan T. Opfer eines Kannibalen?

Erstmeldung vom 19. November:

Berlin - Es gibt neue verstörende Details im Fall des als vermisst gemeldeten Berliners Stefan T., dessen Knochen Anfang November gefunden worden waren. Wie die Polizei Berlin nun mitteilte, ist er möglicherweise Opfer eines Verbrechens geworden. Das hätten die bisherigen Recherchen zum Sachverhalt ergeben, hieß es am 19. November.

Allerdings will die Bild nun weitere verstörende Details erfahren haben. „Aufgrund des gefundenen Knochens, der komplett fleischlos war, und weiterer Indizien, vermuten wir stark, dass Stefan T. das Opfer eines Kannibalen wurde“, zitiert das Blatt „einen Polizeibeamten“. Zudem mutmaßt das Blatt, dass es sich um eine Triebtat gehandelt haben könnte.

Die Polizei selbst bestätigte nun noch einmal, dass es sich bei den gefundenen Knochen um die sterblichen Überreste des Vermissten Stefan T. handelt. Das hätte eine rechtsmedizinische Untersuchung ergeben. Außerdem konnte die Polizei bereits eine Festnahme im Zusammenhang mit dem Fall vermelden.

Knochen-Fund in Berlin: Spürhunde haben Fährte aufgenommen

Diese ergab sich demnach nach gemeinsamen Ermittlungen der Mordkommission und der Staatsanwaltschaft Berlin, bei denen auch Leichen- und Personenspürhunde zum Einsatz gekommen waren. Diese hätten zu einem 41-Jährigen aus dem Berliner Stadtteil Pankow geführt. Nach Bild-Angaben führten die Hunde die Beamten von zwei unterschiedlichen Punkten in der Stadt unabhängig beide zur Wohnung des Verdächtigen.

Der Mann wurde am Dienstag, 18. November, in seiner Wohnung vorläufig festgenommen. Gegen ihn besteht demnach der „dringende Verdacht des Totschlags“, ließ die Polizei verlauten. Er wurde am Mittwoch einem Ermittlungsrichter zum Erlass eines Haftbefehls vorgeführt.

Nach Angaben der Bild fand die Polizei umfangreiche Chat-Protokolle, die eine Verbindung zwischen dem Opfer Stefan T. und dem mutmaßlichen Täter herstellen. Daraus soll auch hervorgehen, dass sich die beiden zu einem Treffen verabredet hätten. Der Verdächtige selbst verweigert demnach bislang die Aussage.

Der 44-jährige Stefan T. hatte seine Wohngemeinschaft am 5. September verlassen. Seine Mitbewohner meldeten ihn anschließend als vermisst.* „Laut den bisherigen Ermittlungen soll er verabredet gewesen sein“, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei von Ende September. Am 8. November fanden schließlich Spaziergänger in einem Berliner Park Knochen. Diese wurden teils mit dem Fall der vermissten Rebecca Reusch in Verbindung gebracht, konnten mittlerweile aber dem Vermissten Stefan T. zugeordnet werden. (rjs) *tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Jens Kalaene/dpa

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