Nabu bittet um Mithilfe

Tierschützer schlagen Alarm: Vogel-Massensterben am Flughafen BER in Berlin

Am neuen Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) werden seit einiger Zeit zahlreiche tote und verletzte Vögel gemeldet. Der NABU bittet nun Reisende um Hilfe.

Berlin - Ist der neue Flughafen Berlin-Brandenburg der Grund für den Tod hunderter Vögel? Davon geht der Naturschutzbund Deutschland (NABU) derzeit aus. Seit mehreren Monaten werden dort auf dem Gelände verletzte oder tote Tiere aufgefunden - das berichtet das Online-Reisemagazin travelbook.de.

Der Hauptstadtflughafen wurde nach langer Bauzeit und vielen Problemen erst neun Jahre später im Oktober 2020 eröffnet - und auch nach Inbetriebnahme läuft noch nicht alles rund. Beispielsweise berichteten Mitarbeiter und Reisende von Stromschocks, die sie erlitten haben sollen. Jetzt scheint der Flughafen zudem eine Gefahr für Vögel zu sein.

Vogel-Massensterben am Flughafen Berlin: Glas-Fassade sorgt für Vielzahl toter Tiere

Wie der NABU berichtet, gebe es vor Ort ein Problem mit Vogelschlägen. Das liegt an der großen Glas-Fassade des Flughafens in Berlin, die den Innenraum mit viel Licht durchflutet. Doch genau diese moderne Architektur wird den Tieren zum Verhängnis, da sie nicht als Hindernis erkennbar ist. In einer Pressemitteilung informiert der NABU über eine „Vielzahl toter Vögel sowie Aufprallspuren an Glas-Fassaden“, die gemeldet worden sind.

„Es liegen ein Dutzend mit Fotos dokumentierte Fälle vor, in welchen ganze Vogelschwärme, teilweise bis zu 50 Individuen, durch Anflug an die Glasfassade getötet wurden“, erzählt Naturschutzreferentin Manuela Brecht. Einige Vögel hätten nach dem Aufprall außerdem ein schweres Schädel-Hirn-Trauma oder eine Ablösung der Netzhaut, weshalb sie oft erst einige Stunden bis Tage später daran sterben.

Eine Gefahr für zahlreiche Tiere: Die riesige Glas-Fassade am Flughafen BER in Berlin sorgt laut NABU regelmäßig für ein Vogel-Massensterben.

Flughafen Berlin: Wegen Vogel-Massensterben am BER - NABU bittet Reisende um Hilfe

Das Problem soll allerdings schon vor der Eröffnung bekannt gewesen sein. „Schon vor der Eröffnung des Flughafens Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ (BER) erreichten uns Meldungen von aufmerksamen Menschen, so Brecht. Eine Sprecherin des Flughafens versichert aber, dass das Gebäude des Terminal 1 „gemäß sämtlicher baulicher Vorschriften vollständig genehmigt“ sei. Alle „relevanten umweltrechtlichen Aspekte“ seien berücksichtigt und geprüft worden. Die Kollisionen von Vögeln mit der Glasfläche sei zudem eher „ein grundsätzliches Phänomen und kein spezifisches Vorkommen“ am BER.

Wie der NABU und die Pressestelle des BER informieren, habe es bereits mehrere Termine mit Begehungen der entsprechenden Gefahrenstellen zu diesem Thema gegeben. Der NABU berichtet jedoch, dass bisher noch keine Schutzmaßnahmen und Verbesserungen eingetreten seien, obwohl dieser „auf die Dringlichkeit hingewiesen“ habe. Immer wieder würden neue verletzte oder tote Tiere gemeldet werden.

Aus diesem Grund bittet der NABU jetzt Reisende um Hilfe. Wer in den nächsten Wochen von dem Hauptstadtflughafen abfliegt, wird gebeten, entsprechende Beobachtungen sowie Informationen über aufgefundene Vögel und Aufprallspuren zu melden. Zudem seien das Datum, der genaue Ort, die Uhrzeit und ein Foto wichtig. Personen können die Informationen an die offizielle E-Mail-Adresse vogelschlag@nabu-bb.de senden. Der NABU erhofft sich dadurch, eine Reaktion des BER und eine baldige Besserung zum Schutz der Tiere. (Alina Schröder) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Eine Frau rettet in Kassel ehrenamtlich verletzte Vögel in der Wildvogel-Hilfe* vor dem Tod.

Rubriklistenbild: © Fabian Sommer/dpa

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