Bewohner fühlen sich gestört

Bewohner fühlen sich gestört: Milchmann darf nicht mehr singen

London. Einige Bewohner im englischen Leicester sehen im Gesang ihres Milchmannes eine Störung des öffentlichen Friedens. Der Molkereibetrieb verbietet seinem Mitarbeiter nun das morgendliche Singen und Pfeifen. Der Rest des Landes lacht.

Es ist ein altes Sprichwort, leicht abgewandelt: Milchmännern, die pfeifen, und Hühnern, die krähen, soll man beizeiten die Hälse umdrehen. Das hat sich jedenfalls – wenngleich weniger martialisch – ein Molkereibetrieb in der englischen Stadt Leicester gedacht, der ein Pfeifverbot für seine Auslieferer verhängt hat.

Fünf Anwohner fühlen sich gestört

Grund dafür ist der 52-jährige Kevin Gifford. Der gutgelaunte Milchmann und Musikliebhaber hatte während seiner Runden in den frühen Morgenstunden eine bunte Mischung aus dem besten der Hitparade  gesungen und gepfiffen und sich damit nicht nur Freunde gemacht.

Nachdem ganze fünf Anwohner sich bei seinem Arbeitgeber beschwert hatten, wurde ihm nun kurzerhand das Pfeifen vor 8 Uhr morgens untersagt. Die grantigen Anwohner nannten als Grund die Störung des öffentlichen Friedens.

Dabei hatte der dreifache Vater eigenen Aussagen zufolge auch Fans. „Eine Dame ist einmal sogar um 4.30 Uhr aufgestanden, um mich pfeifen zu hören!“

Den Vögeln das Zwitschern verbieten

Über einen einseitigen Musikgeschmack des Milchmannes konnte sich dafür niemand beschweren. Von Elvis Presley und den Beatles über die Sex Pistols hatte Gifford auch modernes Liedgut etwa von Lady Gaga und Beyoncé im Repertoire. Sein Lieblingslied war der Ohrwurm „I'm Gonna Be (500 miles)“ von den Proclaimers. Damit ist jetzt aber Schluss. Denn die Einschränkung kommt für den Milchmann einem Verbot gleich, ist seine morgendliche Arbeit doch schon vor 8 Uhr beendet.

Seine Kollegen finden die Regel unsinnig, der Ärger um das Pfeifen sei ein Sturm im Wasserglas. Der Betroffene selbst trauert am meisten um die Tradition. In seiner Kindheit hätten alle, ob Briefträger oder Müllmann, gesungen und gepfiffen.

Derweil fragt sich Gifford, ob die Anwohner nun auch den Vögeln das Singen verbieten wollen. Die machten schließlich viel mehr Krach als er.

Ironie hilft

Trotz des Pfeifverbots will sich der erfahrene Milchmann seine gute Laune aber nicht verderben lassen. „Wir arbeiten bei Schnee, Wind und Regen – was bringt es schlecht drauf zu sein? Man muss eben seine Arbeit machen.“ Und auch der Rest des Landes nimmt es ironisch. So schlägt die Boulevardzeitung „The Sun“ vor, der Milchmann könnte  einfach sein Repertoire ändern. So könnte er das Lied von Queen „Another one bites the dust“ abändern in „An udder one bites the dust“ – udder ist Euter auf englisch. (ce)

Rubriklistenbild: © ddp

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