Schwärme von Marienkäfern

Biologin: Auch Marienkäfer fressen sich Winterspeck an

+
Marienkäfer tummeln sich am Fenster eines Strandpavillons in Binz auf der Insel Rügen. Foto: Stefan Sauer/Illustration

Braunschweig (dpa) - Große Schwärme von Marienkäfern haben in den vergangenen Tagen viele Menschen im Rheinland in Staunen versetzt. Sie seien zu dieser Jahreszeit jedoch nicht ungewöhnlich, sagte Stefanie Hahn vom Julius Kühn-Institut in Braunschweig.

"An Ost- oder Nordseestränden wird das auch schon mal als Plage empfunden." Warum die Tiere derart massenhaft wie gerade jetzt in Nordrhein-Westfalen auftreten, sei unklar und hänge wahrscheinlich mit ihrem Lebenszyklus zusammen: "Vermutlich fressen sie sich in Obst- und Weinbaugebieten den letzten Winterspeck an", sagte Hahn.

In den vergangenen Tagen hatten viele Menschen im Rheinland von den Käfern berichtet. Radfahrer in Düsseldorf waren bereits nach kurzer Strecke von den gepunkteten Käfern selbst gepunktet. Besucher des Wuppertaler Zoos konnten sich der Scharen kaum erwehren. Tausende Käfer schwirrten umher, setzten sich auf die Kleidung und versuchten, in ihre Ritzen zu kriechen. Sie stahlen den Zoo-Tieren vorübergehend die Schau: "Die Kinder haben gar nicht mehr auf die Löwen geguckt, nur noch auf die Käfer", berichtete eine Besucher.

Zu Hunderten krabbeln die Käfer auch schon mal durch geöffnete Fenster, auf der Suche nach frostfreien Hohlräumen zum Überwintern, berichtete der Naturschutzbund. Unerwünschte Eindringlinge könnten mit Kehrblech und Handfeger wieder sanft hinaus befördert werden.

Die in ganz Europa verbreiteten Asiatischen Marienkäfern suchten im Herbst nach Überwinterungsplätzen und könnten dann zu Tausenden auf Hauswände oder zu sonnigen, warmen Plätzchen fliegen, erklärte die Biologin Hahn. "Die Kommunikation untereinander sorgt dann dafür, dass sich der ganze Schwarm dort sammelt."

Ähnlich wie jetzt im Rheinland waren in den vergangenen Jahren große Schwärme von Marienkäfern an der Nordseeküste aufgetaucht. Mehrere hunderttausend Tiere schafften noch den kurzen Weg vom Festland über das Wattenmeer zur ostfriesischen Insel Norderney, dort verendeten die meisten.

Julius Kühn-Institut

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.