58-Jährige soll in USA angetrunken Auto gefahren sein

Bischöfin fährt Mann tot und flieht vom Unfallort

Bischöfin Heather Cook soll für den Tod eines Mannes verantwortlich sein Foto: afp

Baltimore. Eine Bischöfin ist in den USA wegen eines tödlichen Verkehrsunfalls angeklagt worden.

Heather Cook aus der Ostküstenstadt Baltimore muss sich wegen Trunkenheit am Steuer, fahrlässiger Tötung und Fahrerflucht verantworten. Von ihrem Bischofsamt wurde die 58-Jährige inzwischen suspendiert.

Laut Bericht der „Washington Post“ wirft die Anklage Cook vor, am 27. Dezember unter starkem Alkoholeinfluss einen 41-jährigen Radfahrer überfahren zu haben. Der Vater von zwei Kindern starb nach dem Unfall an seinen Verletzungen.

Wie in der Anklageschrift zu lesen sei, habe Cook den Unfallort zunächst verlassen, sei nach etwa 30 Minuten zurückgekehrt, um zu schauen, was passiert war. Vor Ort sei sie von der Polizei festgenommen worden. Wie das Internetportal Christianpost.comberichtet, soll sie kurz vor dem Unfall während der Fahrt eine Nachricht mit ihrem Mobiltelefon verfasst haben.

Nach Einschätzungen der Zeitung „Baltimore Sun“ drohen der Theologin bis zu 21 Jahre Haft und eine Geldstrafe in Höhe von 20 000 Euro. Sie befindt sich demnach derzeit in Untersuchungshaft, ihre Kaution wurde vom Gericht auf 2,5 Millionen Dollar festgesetzt.

Im Mai 2014 war Cook zur ersten Bischöfin der Diözese Maryland gewählt worden. Die Episkopalkirche ist Teil der weltweiten anglikanischen Gemeinschaft.

Nach dem Unfall mehren sich nun die kritischen Stimmen zur Wahl von Heather Cook. Bereits 2010 sei sie bei einer Alkoholfahrt festgenommen worden, heißt es unter anderem. Ihr Vorgesetzter, Bischof Eugene Taylor Sutton, suspendierte die Weihbischöfin unmittelbar nach dem Unfall von ihrem Amt.

Seine Gemeinde rief er dazu auf, für das Opfer und dessen Familie, aber auch für Cook zu beten. Nach Angaben der Kirche läuft gegen Cook zudem ein Disziplinarverfahren.

Von Moritz Schäfer

 

Hintergrund

Fall Käßmann: Betrunken über rote Ampel

Eine Alkoholfahrt der Bischöfin Margot Käßmann (56) sorgte im Februar 2010 in Deutschland für Aufsehen. Die damalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) war mit ihrem Wagen in der Innenstadt Hannovers von der Polizei angehalten worden, nachdem sie bei Rot über eine Kreuzung gefahren war. Ein Atemtest ergab 1,5 Promille. Käßmann trat kurz darauf von allen kirchlichen Leitungsämtern zurück. Heute wirbt sie im Auftrag der EKD für das 500. Reformationsjubiläum im Jahr 2017. (mhs)

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