Dürfen nicht während der Fahrt genutzt werden, davor aber schon

Vor Blitz-Marathon: Blitzer-Apps und andere Warnsysteme nicht ganz legal

Blitz-Marathon nennt die Polizei ihre jährliche Großaktion, mit der sie gegen Raser vorgeht. Auch in dieser Woche werden Autofahrer wieder massenhaft kontrolliert. Viele lassen sich über Apps oder das Navigationssystem vor Messstellen warnen – das ist aber nicht ganz legal.

Wo überall geblitzt wird, ist heutzutage oft leicht herauszufinden. Das Radio informiert aktuell. Blitzer-Apps auf dem Smartphone und selbst neuere Navigationssysteme wissen, wo Autofahrer besonders aufpassen müssen. Doch: Was davon ist legal? Und was droht anderenfalls?

Fragen zum Thema hat uns Torsten Werner, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Nordhessen, beantwortet.

Sind Blitzer-Apps auf dem Smartphone legal?

Torsten Werner

Der bloße Besitz und auch das Mitführen im Auto – also eine installierte Blitzer-App auf dem Handy zu haben – ist rechtens, erklärt Werner. Ebenso dürften sich Autofahrer vorab über Radarmessungen auf ihrer Strecke informieren. Laufe allerdings der Motor und gleichzeitig die Applikation, liege eine Ordnungswidrigkeit vor. „Fällt das Polizisten bei einer allgemeinen Verkehrskontrolle auf, drohen 75 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg.“ Das Gerät wird nicht beschlagnahmt. Für Navigationssysteme gilt dasselbe. Verankert ist dieses Procedere in der Straßenverkehrsordung. Dort heißt es: „Wer ein Fahrzeug führt, darf ein technisches Gerät nicht betreiben oder betriebsbereit mitführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören.“

Wieso darf das Radio über Blitzer informieren? 

„Das Radio ist kein rein technisches Gerät, das explizit auf Blitzer hinweist“, sagt Werner. Es diene der Unterhaltung und der Information – und nicht nur dafür, vor Radarstellen zu warnen. Außerdem sage ein Nachrichtensprecher nur ungefähr, wo die Radarkontrolle stattfinde. Somit werde sich ein Autofahrer vermutlich auf dem ganzen Streckenabschnitt an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten. Deshalb darf das Radio über Messstellen informieren. Blitzer-Apps und Warnsysteme in Navis warnen aber vor genauen Standorten. Ihre Nutzung gefährdet somit die Verkehrssicherheit, weil viele Autofahrer nur dort auf die Bremse gehen, dann aber weiter zu schnell fahren.

Sind reine Radarwarner im Auto verboten? 

Ja. Sie dürfen nicht einmal ausgeschaltet im Auto liegen. Radarwarner stören teilweise sogar Blitzer in ihrer Funktion. Das ist vergleichbar damit, dass sich eine Person vor die Anlage stellt. Der bloße Besitz ist trotzdem nicht strafbar.

Darf denn ein Beifahrer Geräte benutzen, die vor Blitzern warnen? 

Ja – Radarwarner ausgenommen. Allerdings darf er den Fahrer nicht vor Blitzern warnen.

Weitere Infos gibt es hier.  

Lesen Sie auch:

- Blitzer der Woche: Hier sind die aktuellen Messstellen in der Region

- Am Donnerstag Blitz-Marathon in den meisten Bundesländern

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.