Blog über dürftiges Schulessen: Martha darf weiter kritisieren

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Martha Payne

London. Zwei Kroketten, ein Cheeseburger, drei Gurkenscheiben: So sah eines der Schulessen aus, das die neunjährige Martha Payne für ihren Blog fotografierte. Die Behörden untersagten ihr daraufhin das Fotografieren. Nach einer Welle der Empörung im Internet mussten sie dieses Verbot aber wieder aufheben.

Zum Blog von Martha Payne

Mehr als sechs Millionen mal wurde Marthas Blog „Never Seconds“ (Niemals Nachschlag) aufgerufen, seit er vor sechs Wochen ins Netz gestellt wurde. Martha wollte mit dem Schreibprojekt ursprünglich Geld für die Hilfsorganisation Mary’s Meals sammeln, deren Ziel es ist, in armen Ländern kostenlos Schulessen zur Verfügung zu stellen.

Eines der Essen, die Martha fotografierte.

Die neunjährige Martha, die in der schottischen Küstenstadt Lochgilphead 210 Kilometer westlich von Edinburgh lebt, gab auf einer eigenen Skala, einem sogenannten „Food-o-meter“, jedem Gericht in der Schulkantine eine Bewertung. „Ich würde wirklich gerne wissen, wo die Hühner herkommen“, schrieb sie in einem ihrer Beiträge über Hühnchen-Fajitas. „Deshalb werde ich der Frau, die dafür zuständig ist, schreiben und sie fragen. Ich will wissen, wo die Henne lebte.“

Die örtlichen Behörden waren „not amused“ und verboten der Neunjährigen, Fotos von ihrem Essen zu machen. Marthas Bilder seien irreführend und würden dem Personal in den Schulkantinen schaden. Besonders erzürnt waren sie über einen Bericht in der schottischen Zeitung „Daily Record“ mit dem Titel „Feuert die Dinner-Frauen“.

Marthas Vater argumentierte aber, dass seine Tochter nicht nur schlechte Bewertungen abgegeben habe und es nicht ihre Absicht sei, das Essen unappetitlich aussehen zu lassen.

Wie schmeckt Ihr Essen? - Schicken Sie uns Fotos!

Absolut lecker oder einfach ungenießbar: Wie ist das Essen in Ihrer Kantine? Schicken Sie uns per E-Mail an online@hna.de ein Bild von dem Essen und sagen uns, wo das Foto aufgenommen wurde und ob's Ihnen schmeckt oder nicht. Die Bilder veröffentlichen wir dann auf www.hna.de/foto

Schließlich war es aber der Shitstorm im Internet, der die Behörden am Freitag ihre Entscheidung revidieren ließ. Unter anderem hatte Starkoch Jamie Oliver, der sich selbst für die Verbesserung des Schulessens in Großbritannien einsetzt, Martha auf Twitter Mut zugesprochen.

Nach der Aufhebung des Fotoverbots bedankte sich Martha auf ihrem Blog bei ihren Unterstützern. Auch für Mary’s Meals war die mediale Aufmerksamkeit ein Erfolg. Allein am Freitag stiegen die Spenden an die Hilfsorganisation von 3000 auf 40.000 Pfund (50.000 Euro). (dpad/mak)

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