Weltraumtourismus

Weltraumtourismus: Jeff Bezos wieder auf der Erde gelandet – Ein Mal Weltraum und zurück

Der Milliardär Jeff Bezos ist mit seiner Rakete „New Shepard“ ins Weltall geflogen. Elf Minuten dauerte der Startschuss für den Weltraumtourismus.

  • Der Milliardär und Amazon-Gründer Jeff Bezos ist mit seinem Unternehmen Blue Origin in den Weltraum geflogen.
  • Neun Tage nach Richard Branson ist er damit der zweite Milliardär im Weltall – oder der Erste, je nach Zählweise.
  • Weltraumtourismus: Wer an Bord der Kapsel war, wie die Mission ablief und was sie für die Branche bedeutet.

Zusammenfassung: Das war also der lange erwartete erste Raumflug von Milliardär Jeff Bezos. Er ist über die 100-Kilometer-Grenze geflogen (106 Kilometer) und darf sich nun Astronaut nennen – genau wie seine Crew, bestehend aus Bezos‘ Bruder Mark, der Flugpionierin Wally Funk und dem ersten zahlenden Kunden Oliver Daemen. Blue Origin, das Raumfahrtunternehmen von Jeff Bezos, will noch in diesem Jahr zwei weitere Raumflüge mit Menschen an Bord durchführen. Wer Interesse an einem Raumflug hat, soll dem Unternehmen eine Mail schreiben, heißt es. Allerdings muss man dafür wohl sehr viel Geld mitbringen: Für den ersten Raumflug hat eine unbekannte Person 28 Millionen US-Dollar bei einer Auktion gezahlt. Was genau ein Flug mit Blue Origin kosten soll, ist noch nicht bekannt.

Fest steht dagegen schon einmal, dass Blue Origin mit dem heutigen Flug den Startschuss für den Weltraumtourismus gegeben hat. Das dürfte ein lukrativer Markt werden, vermutet die Schweizer Bank UBS. Von Umfängen bis drei Milliarden US-Dollar bis zum Jahr 2030 ist die Rede.

Weltraumtourismus: Jeff Bezos und seine Crew sind wieder auf der Erde

+++ 15.38 Uhr: Rund um die gelandete Kapsel wird nun gefeiert, vier Personen können sich nun Astronaut:in nennen. Wally Funk ist mit 82 Jahren die älteste Astronautin, Oliver Daemen ist mit 18 Jahren der jüngste Astronaut. Während die vier im Weltall waren, befanden sich insgesamt 14 Personen gleichzeitig über der Kármán-Linie in einer Höhe von 100 Kilometern – sieben auf der ISS, drei in der neuen chinesischen Raumstation und vier an Bord der Blue-Origin-Kapsel.

Die „New Shepard“-Rakete mit Amazon-Gründer Jeff Bezos an Bord startet in Texas und landet dort kurz darauf auch wieder.

+++ 15.31 Uhr: Die Luke öffnet sich, die Astronaut:innen steigen aus. Allen Crewmitgliedern ist ihre Begeisterung anzumerken.

+++ 15.27 Uhr: Die ersten Mitarbeiter von Blue Origin sind bei der Kapsel angekommen und sichern sie nun, bevor die Luke geöffnet wird.

Start des Weltraumtourismus: Jeff Bezos spricht vom „besten Tag aller Zeiten“

+++ 15.24 Uhr: Jeff Bezos spricht nach der Landung über Funk vom „besten Tag aller Zeiten“.

+++ 15.22 Uhr: Touchdown! Die Kapsel mit den vier Astronaut:innen um Jeff Bezos ist in der texanischen Wüste sanft gelandet.

Die Kapsel mit Jeff Bezos und Crew an Bord wird mithilfe von Fallschirmen abgebremst und landet in der texanischen Wüste. (Archivbild)

+++ 15.21 Uhr: „Hier oben ist eine sehr glückliche Crew“, hört man über den Funk. Die Kapsel ist ebenfalls wieder auf dem Weg nach unten, die Fallschirme sind aktiviert.

+++ 15.19 Uhr: Die Rakete ist wieder auf der Erde gelandet. Punktlandung auf dem Landeplatz.

Weltraumtourismus: Jeff Bezos war im Weltall – Blue Origin hat ersten zahlenden Kunden befördert

+++ 15.16 Uhr: Die Astronaut:innen sind nun in der Schwerelosigkeit und sehen die Erdkrümmung. Die Rakete macht sich nun wieder auf den Weg hinab auf die Erde.

+++ 15:15 Uhr: Die Triebwerke der Rakete wurden abgeschaltet, die Kapsel mit der Crew um Jeff Bezos hat sich abgetrennt und befindet sich nun in der Schwerelosigkeit. Erste Übertragungen aus der Kapsel klingen begeistert.

+++ 15.12 Uhr: Liftoff! Die Rakete mit Jeff Bezos an Bord ist gestartet.

+++ 15.10 Uhr: Noch zwei Minuten, gleich geht es los.

Startschuss für den Weltraumtourismus: Jeff Bezos auf dem Weg in den Weltraum

+++ 15.04 Uhr: Wenn die Rakete mit Jeff Bezos an Bord gestartet ist, dauert es etwa zweieinhalb Minuten bis zum „main engine cutoff“, also dem Abschalten der Triebwerke. Kurz darauf wird sich die Kapsel abtrennen und bis auf 106 Kilometer Höhe aufsteigen. Die Astronaut:innen an Bord können sich nun abschnallen und die Schwerelosigkeit genießen. Die Rakete wird zuerst wieder auf der Erde landen, erst danach kommt die Kapsel wieder zurück Richtung Erde. In einer Höhe von etwa drei Kilometern werden drei Fallschirme zünden, außerdem soll ein Luftkissen die Landung in der Wüste weich gestalten.

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+++ 15.02 Uhr: Die Rakete hat das „Go“ für den Start bekommen. Jetzt gilt es, bis zum Ende des Countdowns zu warten.

+++ 14.57 Uhr: Der Start ist wegen eines sogenannten „Hold“, etwas verzögert. Warum genau der Countdown für einige Minuten angehalten wurde, ist unklar, fest steht jedoch, dass der Countdown nun weiterläuft. Start ist nach aktuellem Stand nun um 15.11 Uhr.

Weltraumtourismus: Raumflug von Jeff Bezos mit Blue Origin – Der Countdown läuft

+++ 14.51 Uhr: Weniger als zehn Minuten bis zum Start der „New Shepard“-Rakete von Blue Origin. An Bord sind neben Amazon-Gründer Jeff Bezos dessen Bruder Mark, die Flugpionierin Wally Funk und der erste zahlende Kunde, Oliver Daemen. Der Blue-Origin-Flug ist der Startschuss für den Weltraumtourismus des Unternehmens.

+++ 14.43 Uhr: Die Astronaut:innen haben einen Funkcheck absolviert, die Luke der Kapsel wird nun geschlossen. Nun heißt es: warten auf den Start der „New Shepard“-Rakete. Für 15.00 Uhr ist der Start geplant. Auf die Astronaut:innen wartet ein 11-minütiger Raumflug mit vier Minuten Schwerelosigkeit.

+++ 14.38 Uhr: Die Crew befindet sich mittlerweile in der Kapsel und wird angeschnallt. Auffällig sind die ungewöhnlich großen Fenster, die nach Angaben von Blue Origin etwa ein Drittel der Struktur ausmachen. Schließlich sollen die Kund:innen, die viel Geld für ihren Trip ins Weltall zahlen, möglichst viel sehen.

+++ 14.35 Uhr: Die Crew um Jeff Bezos besteigt die Raumkapsel, in weniger als 30 Minuten wird die Rakete von Blue Origin starten.

Weltraumtourismus mit Blue Origin: Jeff Bezos und drei weitere Crewmitglieder sind in der Raumkapsel

+++ 14.30 Uhr: „Ich mache gerne Dinge, die noch niemand getan hat“, sagt Wally Funk über sich selbst. Heute wird sie dazu Gelegenheit haben: Sie ist neben Jeff Bezos Teil einer vierköpfigen Crew, die als erste Menschen mit der Crew-Kapsel „RSS First Step“ der „New Shepard“-Rakete von Blue Origin ins All fliegt. Derzeit warten die künftigen Astronaut:innen darauf, die Kapsel betreten zu dürfen und den Startschuss für den Weltraumtourismus zu geben

Die Kapsel „RSS First Step“ von Blue Origin wird mit Jeff Bezos, Mark Bezos, Wally Funk und Oliver Daemen an Bord ins Weltall fliegen.

+++ 14.27 Uhr: Vor dem Raketenstart wartet auf die Astronaut:innen noch eine anstrengende Aufgabe: Bevor sie die Kapsel betreten, müssen sie eine hohe Treppe erklimmen.

+++ 14.18 Uhr: Die Astronaut:innen sind auf dem Weg zur Rakete.Jeff Bezos trägt seinen typischen Cowboy-Hut, Wally Funk ist ihre Ungeduld förmlich anzumerken - schließlich wartet sie bereits sehr viele Jahre auf diesen Tag.

Jeff Bezos und seine Crew fliegen mit „New Shepard“ in den Weltraum – Weltraumtourismus

+++ 14.10 Uhr: Während es in Texas langsam hell wird, werfen wir einen Blick auf die Rakete, die heute Jeff Bezos und seine Crew in den Weltraum befördern wird. Die Rakete ist vom Typ „New Shepard“, eine Suborbital-Rakete von Blue Origin. 15 Mal sind Raketen von diesem Typ bisher geflogen, zweimal ist die Rakete bereits geflogen, die heute mit Jeff Bezos an Bord ins All aufbrechen wird. Beide Flüge waren quasi „Generalproben“ für den Flug heute, es wurde dabei sogar der Ein- und Ausstieg von Astronaut:innen geprobt. Der einzige Unterschied: Heute werden erstmals tatsächlich Menschen an Bord der Raumkapsel sein, die die „New Shepard“ ins All bringen wird – der Startschuss für den Weltraumtourismus.

Die Rakete, die Jeff Bezos und Crew ins Weltall gebracht hat, soll anschließend wieder landen. (Archivbild)

Die Raumkapsel ist autonom, es wird kein Mensch benötigt, der die Kapsel steuert. Die Raumkapsel und die Rakete seien „sehr sicher“, erklärte ein Ingenieur im Livestream von Blue Origin. Sehr viele Tests seien mit der Rakete auf dem Boden gemacht worden. „Der Flug ist für die Rakete einfacher als die Tests auf der Erde“.

Milliardär auf dem Weg ins Weltall: Jeff Bezos nimmt 82-jährige Wally Funk mit

+++ 14.00 Uhr: Im Jahr 2021 soll es noch zwei weitere Raumflüge mit Menschen an Bord geben, heißt es im Livestream von Blue Origin. Mitreisende könnten sich auf große Fenster und den Blick auf die gekrümmte Erde freuen. Es sei der „Beginn einer Revolution bei Weltraumreisen“, heißt es in einem Werbevideo.

+++ Update von 13.40 Uhr: Die künftigen Astronaut:innen sind bereits vor Ort, für letzte Einweisungen und Vorbereitungen. Vor allem für Wally Funk dürfte es ein bewegender Tag werden: Die 82-jährige Pilotin wartet quasi ihr Leben lang auf diesen Tag, an dem sie in den Weltraum fliegen wird. Funk war Teil der „Mercury 13“, einer Gruppe von Frauen, die in den 1960er Jahren die gleichen Tests machte wie zahlreiche männliche Astronauten, um die Nasa davon zu überzeugen, dass Frauen ebenfalls in den Weltraum fliegen können. Spätere Bewerbungen bei der Nasa brachten keinen Erfolg – nun nimmt Jeff Bezos Wally Funk mit in den Weltraum.

Weltraumtourismus: Jeff Bezos fliegt mit Blue Origin in den Weltraum – 90 Minuten bis zum Start

+++ Update von 13.30 Uhr: In eineinhalb Stunden ist es soweit. Dann wird die „New Shepard“-Rakete von Blue Origin in der Wüste von Texas abheben und vier Personen für kurze Zeit in den Weltraum bringen – Stichwort Weltraumtourismus. Jeff Bezos, Amazon-Gründer und Gründer von Blue Origin wird dabei sein, wenn die Rakete erstmals Menschen transportiert.

+++ Update von 12.25 Uhr: Milliardäre stecken ihr Geld in die private Raumfahrt, während es auf der Erde zahlreiche Probleme und hungernde Menschen gibt. Diese Kritik muss sich Jeff Bezos oft anhören. Nun hat er darauf reagiert.

Mark Bezos, Jeff Bezos, Oliver Daemen und Wally Funk (v.l.) sollen mit der Blue-Origin-Kapsel in den Weltraum fliegen.

Jeff Bezos fliegt in den Weltraum: Blue Origin transportiert erstmals Menschen – Weltraumtourismus

Erstmeldung vom 20.07.2021: Texas – Eines muss man ihnen lassen: Jeff Bezos und sein Raumfahrt-Unternehmen Blue Origin haben ein Händchen für Symbolik. Die Rakete, mit der Unternehmensgründer Bezos am heutigen Dienstag (20.07.2021) erstmals in den Weltraum fliegen wird, trägt den Namen „New Shepard“, benannt wurde sie nach Alan Shepard, dem ersten Amerikaner im Weltall. Der erste Flug einer Blue-Origin-Raumkapsel mit Menschen an Bord ist bereits seit mehreren Wochen für den 20. Juli 2021 angesetzt – nicht einmal der neun Tage frühere Weltraumflug von Abenteurer Richard Branson konnte daran etwas ändern. Das hat einen Grund: Der 20. Juli ist der 52. Jahrestag der ersten Mondlandung im Jahr 1969 – ein Meilenstein, der eine ganze Generation inspirierte. Und auch Bezos behauptet von sich, seit der Mondlandung den Traum vom eigenen Raumflug zu haben.

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Doch was genau hat Jeff Bezos vor? Wer fliegt mit dem Amazon-Gründer ins Weltall, wie ist der Ablauf des Flugs in den Weltraum und welche Bedeutung hat der Raketenstart von Blue Origin für die Industrie? Ein Überblick:

Jeff Bezos und Blue Origin: Rakete „New Shepard“ ist bereits 15 Mal gestartet

Bezos gründete sein Raumfahrt-Unternehmen bereits im Jahr 2000, zwei Jahre bevor Elon Musk* SpaceX gründete. Im April 2015 hob erstmals eine Rakete vom Typ „New Shepard“ mit einer Crewkapsel ab*. Während die Kapsel sicher wieder auf der Erde landete, gelang ein wichtiger Teil der Mission nicht: Die Antriebseinheit der Rakete wurde zerstört und konnte nicht wiederverwendet werden. Es sollte das einzige große Problem mit der Rakete bleiben. Bereits beim zweiten Start einer „New Shepard“-Rakete überquerte das Vehikel die 100-Kilometer-Grenze zum Weltraum (Kármán-Linie). Insgesamt 15 Raketenstarts hat „Blue Origin“ seit April 2015 durchgeführt – nach dem ersten Teilerfolg gelangen alle Starts und Landungen, nur drei der Flüge überquerten die Kármán-Linie nicht.

Jeff Bezos fliegt heute ins All – mit seinem Bruder, der ältesten Astronautin und dem jüngsten Astronaut

Nun sollen erstmals Menschen in die Kapsel einsteigen und mit ihr in den Weltraum fliegen. „Wir haben trainiert. Das Vehikel ist bereit, die Crew ist bereit, das Team ist unglaublich“, betonte Jeff Bezos in einem Interview mit CBS News. Der Gründer von Blue Origin und Amazon wird nicht alleine in die Kapsel steigen. Seine Crew besteht aus insgesamt vier Personen:

  • Jeff Bezos, Gründer von Amazon und Blue Origin
  • Mark Bezos, Bruder von Jeff Bezos
  • Wally Funk (82), Flugpionierin
  • Oliver Daemen (18), erster zahlender Kunde

Dass Jeff Bezos seinen Bruder Mark mitnimmt, hatte er bereits früh bekannt gegeben. Außerdem wird die 82-jährige Wally Funk* mit an Bord sein. Sie wartet bereits seit den 1960er Jahren auf ihren Flug ins Weltall und wird nach dem Raumflug die älteste Astronautin der Welt sein. Der 18-jährige Oliver Daemen* wird gleichzeitig zum jüngsten Astronauten werden. Sein Vater ist ein niederländischer Investmentbanker, der den Platz in der Raumkapsel in einer Auktion ersteigert hat.

Jeff Bezos fliegt heute mit Blue Origin in den Weltraum: Wie der Flug abläuft

Am 20. Juli 2021 um 8.00 Uhr Ortszeit (15.00 Uhr MESZ) soll die Rakete vom Typ „New Shepard“ in der texanischen Wüste starten. Sie wird eine Geschwindigkeit von etwa 3.200 Kilometern pro Stunde erreichen, bevor sich die Kapsel nach etwa drei Minuten und in einer Höhe von etwa 76 Kilometern von der Trägerrakete abtrennt. Die Kapsel namens „RSS First Step“ (eine weitere Anspielung auf die erste Mondlandung) wird weiter nach oben fliegen und die Grenze zum Weltall in einer Höhe von 100 Kilometern überqueren. Etwa 106 Kilometer Höhe sind angepeilt.

„Wir sind für etwa vier Minuten in der Schwerelosigkeit, werden uns abschnallen können und herumschweben“, erklärte Jeff Bezos gegenüber CBS News. Natürlich werden die neuen Astronaut:innen einen ausführlichen Blick auf die Erde von oben werfen, bevor es wieder abwärts geht. Die Kapsel fällt im freien Fall zurück Richtung Erde und wird von drei riesigen Fallschirmen abgebremst, die sie sanft und sicher zurück auf den Boden der texanischen Wüste bringen sollen. Die Rakete sollte zu diesem Zeitpunkt bereits wieder auf der Erde gelandet sein. Insgesamt dauert der Flug elf Minuten.

Weltraum-Flug für Tourist:innen – ist das nicht gefährlich?

Wer in eine Raumkapsel oder ein Raumschiff steigt, wird sich dessen bewusst sein: Raumfahrt ist gefährlicher, als der Flug mit einem normalen Flugzeug. Eine Studie des Center for Space Policy and Strategy geht davon aus, dass das Risiko bei einem Raumflug heutzutage etwa 10.000 Mal größer ist als bei einem Flug mit einer kommerziellen Airline. Es gibt einen Sicherheitsmechanismus, der die Kapsel mit den Astronaut:innen im Notfall schnell von der Rakete entfernen soll. Das sogenannte „Crew Capsule Escape System“ katapultiert die besetzte Kapsel schnell aus der Reichweite der Rakete – das funktioniert, während die Rakete noch auf dem Startplatz steht, aber auch noch nach dem Start.

Die Kapsel mit Jeff Bezos und Crew an Bord wird mithilfe von Fallschirmen abgebremst und landet in der texanischen Wüste. (Archivbild)

Blue Origin: Jeff Bezos will den Weltraumtourismus ankurbeln – und weiter ins All

Genau wie Richard Branson und Virgin Galactic* will auch Jeff Bezos mit Blue Origin künftig mit dem Weltraumtourismus Geld verdienen. Die Schweizer Bank UBS geht davon aus, dass der Weltraumtourismus ein lukrativer Markt wird – von Umfängen bis drei Milliarden US-Dollar bis zum Jahr 2030 ist die Rede. Auch ein drittes Unternehmen mischt bereits in dieser Branche mit: Elon Musk und sein Raumfahrtunternehmen SpaceX planen den ersten Flug von Weltraumtourist:innen bereits im Herbst 2021. Die Astronaut:innen an Bord der „Crew Dragon“-Raumkapsel von SpaceX* werden jedoch nicht nur ein paar Minuten Schwerelosigkeit genießen können – sie sollen gleich mehrere Tage im Weltraum sein und mehrfach die Erde umkreisen.

Während Richard Branson seinen künftigen Kunden nur einige Minuten Schwerelosigkeit bieten möchte, hat Blue Origin von Jeff Bezos noch mehr vor: Eine Orbitalrakete („New Glenn“) ist in Planung, die auf der Suborbitalrakete „New Shepard“ basiert. Die Raketen sind wiederverwendbar, das soll die Raketenstarts günstiger machen. Außerdem möchte Blue Origin für die Nasa einen Mondlander bauen und streitet dabei mit SpaceX*.

Jeff Bezos: Nicht der erste Milliardär im Weltraum – oder doch?

Der Milliardär Jeff Bezos fliegt also ins All – er ist jedoch nicht der erste Milliardär im Weltraum. Richard Branson kam ihm mit Virgin Galactic um neun Tage zuvor*, doch sein Raumschiff „VSS Unity“ schaffte es nur bis in eine Höhe von 86 Kilometern. Bei der US-Flugbehörde FAA gilt eine Höhe von 80 Kilometern als Grenze zum All, doch international wird die Kármán-Linie in 100 Kilometern Höhe als Grenze zum Weltraum angesehen. Bezos wird diese Grenze mit seinem Flug heute überqueren können und gleichzeitig den jüngsten Astronauten und die älteste Astronautin an Bord haben – ein voller PR-Erfolg für Blue Origin und Jeff Bezos. Doch einen anderen Astronauten wird er mit seinem Flug nicht schlagen können: Alan Shepard, den ersten Amerikaner im All, und Namensgeber der „New Shepard“-Rakete. Der schaffte bei seinem ersten Weltraumflug eine Höhe von 187 Kilometern, bevor seine Kapsel an Fallschirmen befestigt im Atlantik wasserte. (Tanja Banner) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Tony Gutierrez

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