Warum der "Teufelsabbiss" gewonnen hat

Das ist die "Blume des Jahres"

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So sieht der Gewöhnliche Teufelsabbiss aus.

Hamburg - In Bayern und Baden-Württemberg blüht er noch, in Norddeutschland zählt er bereits zu den gefährdeten Pflanzenarten: der Gewöhnliche Teufelsabbiss. Loki Schmidts Naturschutzstiftung hat ihr jetzt den Titel „Blume des Jahres“ verliehen.

Der Gewöhnliche Teufelsabbiss blüht hellblau, violett und rosa und verdankt seinen Namen dem markanten Wurzelwuchs. Die Loki-Schmidt-Stiftung in Hamburg kürte die Pflanze am Dienstag zur „Blume des Jahres 2015“. Mit der Auszeichnung soll auf besonders geschützte Pflanzenarten aufmerksam gemacht und „das Bewusstsein für die anhaltende Bedrohung vieler heimischer Pflanzen und Tiere geschärft werden“, teilte die Naturschutzstiftung mit.

Die Blumen des Jahres seit 2000

Blume des Jahres
Die Aktion "Blume des Jahres" wurde 1980 von Loki Schmidt gestartet. Der Gewöhnliche Teufelsabbiss ist die Blume des Jahres 2015. © dpa
Blume des Jahres
Zur Blume des Jahres 2014 ist die Schwanenblume gewählt worden. © dpa
Das Leberblümchen ist die Blume des Jahres 2013. © dpa
Blume des Jahres
Mit der Wahl der Moorlilie (Narthecium ossifragum) zur Blume des Jahres 2011 wollte die Loki Schmidt Stiftung auf die gefährdete Pflanze sowie ihren ebenso bedrohten Lebensraum, das Moor, aufmerksam machen. © dpa
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Auch die blau blühende Sibirische Schwertlilie (lat.: Iris sibirica), die zur Blume des Jahres 2010 gewählt wurde, sieht man nicht an jeder Ecke. © dpa
Blume des Jahres
Die Blüte einer Gemeinen Wegwarte, auch als Wilde Zichorie bekannt. Sie wurde als Blume des Jahres 2009 ausgewählt. © dpa
Blume des Jahres 2008: Die Nickende Distel (Carduus nutans) ist eine bis zu einem Meter große Pflanze mit purpurner Blüte. Sie fühlt sich auf stickstoff- und kalkhaltigen Böden wohl und tritt an Wegerändern, Böschungen und Mauern auf. © dpa/Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung Loki Schmidt
Blume des Jahres
Zur Blume des Jahres 2007 wurde die Bach-Nelkenwurz (Geum rivale) gewählt. Mittlerweile stufen vier Bundesländer die Art als gefährdet ein (Rote-Liste-Status: 3) und zwei Bundesländer melden sogar Rote-Liste-Status: 2 (stark gefährdet, in Sachsen und im Saarland). © dpa
Das Wiesen-Schaumkraut (Cardamine pratensis) wurde zur Blume des Jahres 2006 gewählt. © Loki Schmidt Stiftung/Axel Jahn
Blume des Jahres
Hier sieht man die Blüte des Großen Klappertopfs (Rhinanthus angustifolius), der Blume des Jahres 2005. © dpa
Blume des Jahres
Zur Blume des Jahres 2004 wurde das Alpenglöckchen gekürt. © dpa
Blume des Jahres
2003 entschied sich die Jury für die blühende Kornrade. © dpa
Blume des Jahres
Der Blutrote Storchschnabel (Geranium sanguineum) ist die "Blume des Jahres 2001". © dpa
Blume des Jahres
Im Jahr 2001 machte das Rennen das Hain-Veilchen. Lebensraum des Hain-oder Rivinus-Veilchen sind halbschattige Standorte im Unterholz von Hecken und Waldrändern. Die Pflanze wird etwa 30 Zentimeter hoch und hat fünf blauviolett gefärbte Blütenblätter. © dpa
Blume des Jahres
Blume des Jahres 2000: Der Purpurblaue Steinsame (Lithospermum purpurocaeruleum) macht seinem Namen alle Ehre. © dpa

Die „Blume des Jahres“ repräsentiere immer auch einen bedrohten Lebensraum, hieß es weiter. So wachse der Gewöhnliche Teufelsabbiss in Moorgebieten und Uferzonen. „Hauptursache für die Gefährdung dieser Pflanze ist die Intensivierung der Landwirtschaft. Feuchte Wiesen wurden entwässert, gedüngt oder zu Acker- und Bauland umgewandelt“, sagte der Geschäftsführer der Stiftung, Axel Jahn. In Norddeutschland ist die Pflanze inzwischen vom Aussterben bedroht, im Schwarzwald und in den Alpen finden sich noch größerer Bestände.

Im Mittelalter wurde die Pflanze zur Blutreinigung und bei Nierenschwäche angewendet. Ihren ungewöhnlichen Namen erhielt sie aufgrund ihrer außergewöhnlichen Wurzel, die im Herbst von unten abstirbt. Einer Sage nach soll der Teufel aus Zorn über ihre Heilkraft die Wurzeln abgebissen haben.

Die 2010 gestorbene Biologin Loki Schmidt, Ehefrau des Altbundeskanzlers Helmut Schmidt, hatte den Titel 1980 ins Leben gerufen. Vor einem Jahr ging er an die Schwanenblume.

dpa

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