Mutter und drei Kinder tot

Nach Bluttat in Gunzenhausen: Polizei vernimmt Vater im Krankenhaus

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Trauer nach Familiendrama

Nach einem Familiendrama im mittelfränkischen Gunzenhausen sind eine Mutter und ihre drei Kinder im Alter von drei, sieben und neun Jahren tot aufgefunden worden.

UPDATE 16.30 Uhr:

Nach dem Familiendrama im mittelfränkischen Gunzenhausen mit vier Toten äußert sich der beschuldigte Vater nicht zur Tat. Der 31-Jährige habe bei seiner Vernehmung am Donnerstag im Krankenhaus keine Angaben gemacht, sagte Oberstaatsanwalt Michael Schrotberger. Zugleich sei ihm der Haftbefehl wegen vierfachen Mordes eröffnet worden. Das Ansbacher Amtsgericht hatte diesen bereits am Vortag erlassen. Sobald es die Gesundheit des Mannes zulasse, komme er in Untersuchungshaft, sagte Schrotberger.

Da sich der Beschuldigte nicht äußert, konzentrieren sich die Ermittlungen nun auf Verwandte, Freunde und Kollegen. „Sie werden nun befragt, um mehr über die Motivlage herauszufinden“, erklärte Schrotberger.

Meldung vom 27.06, 10.20 Uhr:

Pressekonferenz der Polizei Bei einer Pressekonferenz teilte die Kripo nun die grausamen Hintergründe zum Familiendrama in Gunzenhausen mit. Offenbar lockte er seinen Schwager, der seine Schwester und die Kinder beschützen wollte, in die Falle. Dann stach er zu.

Der 31-jährige Georg K. hatte ein polizeiliches Kontaktverbot zu seiner Familie. Der Grund: Am 21. Juni hatte er seine beiden Söhne geohrfeigt, woraufhin seine Frau Fotos der Rötungen an den Backen der Kinder über eine familiäre Whatsapp-Gruppe verschickte. Eine Schwester kontaktierte dann die Polizei. Die Beamten fuhren zu der Anschrift und wollten die Familie vom Vater trennen, um weitere häusliche Gewalttaten zu unterbinden. Der Mann unterschrieb daraufhin ein Kontakt- und Näherungsverbot und gab die Wohnungsschlüssel ab.

Mehrfach war der Familienvater aber in den folgenden Tagen trotz des Verbots am Haus aufgetaucht. Der Bruder der Ehefrau Olesija (29) übernachtete deshalb bei der Familie, da sich die Frau nicht mehr sicher fühlte.

Verständigung über Whatsapp

Über Whatsapp verständigte sich Georg K. mit seinem Schwager darüber, dass er am Dienstagmorgen Kleidungsstücke, insbesondere Arbeitskleidung, abholen könne. Man einigte sich darauf, dass der Schwager ein Kleidungsbündel auf der Straße vor dem Wohnhaus an Georg K. übergeben solle. Ein direkter Kontakt mit seiner Ehefrau sollte so vermieden werden.

Vier Tote bei Familiendrama in Mittelfranken

Gegen 5.35 Uhr kam es zu einem Telefonat zwischen den beiden Männern, woraufhin der Schwager das Haus verließ und auf der Straße mit der Kleidung auf Georg K. wartete.

Was er nicht wusste: Der Familienvater hatte ihn in eine Falle gelockt und befand sich bereits im Mehrfamilienhaus. Er hatte gegen 5 Uhr die Chance genutzt, als ein anderer Bewohner auf dem Weg zur Arbeit das Haus verließ. Der spätere Täter versteckte sich im Treppenhaus und wartete von dort darauf, dass sein Schwager nichtsahnend nach unten ging.

Tür war beschädigt

Da die Wohnungstür bereits beschädigt war, konnte sich Georg K. leicht Zugang verschaffen. Auf Strümpfen ging er leise in die Zimmer und stach zu. Der Schwager wartete derweil bereits seit rund zehn Minuten unten auf der Straße. Als er einen Knall oder Schlag hörte, rannte er hoch in das dritte Stockwerk. Dort traf er auf seinen Schwager, der ein großes Küchenmesser in der Hand hielt. Seine Hände waren blutig.

Als der Täter seinen Schwager sah, flüchtete er auf den Balkon und sprang in die Tiefe. Der 31-Jährige befindet sich schwer verletzt im künstlichen Koma. Noch konnte er nicht vernommen werden.

Dem Schwager bot sich in der Wohnung ein grausames Bild: In drei verschiedenen Zimmern waren die Leichen seiner Familienangehörigen. In einem Kinderzimmer lag das dreijährige Mädchen, in einem weiteren Kinderzimmer die Buben (9 und 7 Jahre). Die Kinder wurden wohl im Schlaf überrascht. Auch die 29-Jährige Mutter lag erstochen in einem anderen Zimmer auf dem Boden.

Trauer nach Familiendrama

Wie die Polizei mittlerweile ermitteln konnte, kam es in der Vergangenheit häufiger zu häuslicher Gewalt in der Familie. Vor rund fünf Jahre habe der Familienvater seine Frau sogar mit einem Messer bedroht.

Die Staatsanwaltschaft geht von einer heimtückischen Tat aus, weil sie bewusst ausgeübt und die Wehrlosigkeit der Opfer ausgenutzt wurde.

Erstmeldung:

Nach einem Familiendrama im mittelfränkischen Gunzenhausen sind eine Mutter und ihre drei Kinder im Alter von drei, sieben und neun Jahren tot aufgefunden worden. Das teilte die Polizei am Dienstagmorgen mit. Ein Mann sei lebensgefährlich verletzt worden. Die Hintergründe des Vorfalls seien noch vollkommen unklar.

Die Polizei war nach eigenen Angaben um kurz vor sechs Uhr morgens von einem Zeugen alarmiert worden. Dieser hatte die 29 Jahre alte Frau und die drei Kinder tot aufgefunden. Vor dem Anwesen lag zudem ein schwer verletzter Mann. Der 31-Jährige - aller Wahrscheinlichkeit Ehemann der Frau und Vater der Kinder - habe sich bei einem Sturz aus großer Höhe lebensgefährliche Verletzungen zugezogen, hieß es.

Um den Schwerverletzten kümmerte sich den Angaben zufolge umgehend ein Notarzt. Der Kriminaldauerdienst Mittelfranken und die Mordkommission der Kripo Ansbach hätten die Ermittlungen übernommen.

dpa

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