Bluttest auf Down-Syndrom wird erlaubt

+
Bei dem neuen Test genügt eine Blutprobe, um das Down-Syndrom zu diagnostizieren.

Konstanz - Der umstrittene vorgeburtliche Bluttest auf das Down-Syndrom kann auf den Markt kommen. Ursprünglich war die Einführung für Juli geplant.

“Dem Inverkehrbringen steht nichts mehr im Wege“, sagte ein Sprecher des Regierungspräsidiums Freiburg am Dienstag. “Wir werden heute die Anzeige und das Einstellen der Produktdaten in das medizinische Dokumentationssystem DIMDI bestätigen, nachdem alle notwendigen Unterlagen vorliegen.“ Eine Prüfung des Produkts durch die Behörde sei damit nicht verbunden - anders als im Arzneimittelrecht gebe es für die Einführung von Medizinprodukten kein besonderes Zulassungsverfahren.

“Wir haben jetzt alle rechtlichen Fragen erschöpfend beantwortet“, teilte der Vorstand des Konstanzer Herstellers LifeCodexx, Michael Lutz, am Dienstag mit. Darüber hinaus sei mit Hilfe eines Gutachtens überzeugend dargelegt worden, dass der Bluttest verfassungskonform ist. “Uns ist bewusst, dass die Einführung des Bluttests menschlich äußerst schwierige Fragestellungen berührt. Wir nehmen die damit verbundenen Ängste und Sorgen sehr ernst und sind überzeugt, die Bedenken nun ausgeräumt zu haben.“ Der Test solle nun bald in Deutschland, Österreich, Liechtenstein und in der Schweiz eingeführt werden - einen genauen Termin nannte die Firma nicht.

Der Bluttests auf den Chromosomen-Fehler Trisomie 21 sollte ursprünglich im Juli auf den Markt kommen. Die Freigabe hatte sich nach Angaben des Unternehmens aber verzögert, da nachträglich Fragen aufkamen, die das Medizinprodukterecht betrafen. Trisomie 21 führt zu geistigen Behinderungen und körperlichen Auffälligkeiten. Bisher wird mit einer Fruchtblasenpunktion getestet, die medizinische Probleme bis hin zum Tod des Ungeborenen verursachen kann. Beim neuen Test genügt eine Blutprobe der Mutter.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.