Neo Magazin Royale zukünftig als Satiresendung gekennzeichnet

ZDF: Böhmermanns Video ist Satire - Stinkefinger ist echt

Berlin. Das ZDF hat sich zum viel diskutierten Varoufakis-Video von Jan Böhmermann zu Wort gemeldet. Demnach war alles nur Satire, die Fälschung also eine Fälschung.

Wie Spiegel Online berichtet, habe der Programmdirektor des ZDF, Norbert Himmler, auf ironische Weise klar gemacht, dass das angeblich manipulierte Video eine Fälschung sei. "Wir sehen uns gezwungen, das Neo Magazin Royale zukünftig als Satiresendung zu kennzeichnen", sagte Himmler. "Für die Moderation des 'heute-journals' wird Jan Böhmermann sicherheitshalber vorerst ausgeschlossen."

Böhmermann hatte die Urheberschaft des umstrittenen Varoufakis-Stinkefinger-Videos für sich beansprucht. "Lieber Günther Jauch, liebe ARD, liebe "Bild"-Redaktion, einmal bitte tief durchatmen, vielleicht nehmen Sie sich mal einen Stuhl und setzen sich hin. Sie müssen jetzt ganz, ganz stark sein", sagte Böhmermann in einem von ihm am Mittwochabend verbreiteten Youtube-Video.

TV-Moderator Jan Böhmermann

Darin erklärte der Moderator des satirischen Magazins "Neo Magazin Royale", seine Redaktion habe die umstrittene Varoufakis-Sequenz manipuliert, weil Material für einen Spott-Song über den griechischen Finanzminister gefehlt habe.

Nach dem Böhmermann-Video vom Mittwochabend begann in den sozialen Netzwerken umgehend eine Diskussion über die Echtheit der Fälschungs-Behauptung Böhmermanns.

"Wer faked denn so was? Das einzige, was ich mir vorstellen kann, ist, dass das eventuell eine kleine gebührenfinanzierte Losershow war", sagte Böhmermann in dem Video und ergänzte: "Und so haben wir's gemacht." Dann folgt eine Beschreibung, wie die Redaktion angeblich bei der Fälschung vorging.

ARD-Talker Günther Jauch hatte am Sonntagabend ein Video von einem Varoufakis-Auftritt aus dem Jahr 2013 ausgestrahlt, das zeigen soll, wie Varoufakis Deutschland symbolisch den ausgestreckten Mittelfinger zeigt. Varoufakis bezeichnete das Video bei Jauch umgehend als manipuliert.

Varoufakis reagierte via Twitter auf Böhmermanns Video. Über den Kurznachrichtendienst Twitter teilte er das Video und bedankte sich bei Böhmermann. "Humor, Satire und Selbstironie sind ein gutes Mittel gegen blinden Nationalismus. Wir Politiker können das dringend gebrauchen“, schrieb er und forderte anschließend in einer Kurznachricht Günter Jauch auf, sich zu entschuldigen: Gibt es irgendeine Entschuldigung von Günther Jauch? Dafür, dass er eine versöhnliche griechische Stimme mit einem gefälschten Video mundtot machen wollte?“ Jauch selbst äußerte sich bislang nicht zum Thema.

Im Netz wurde rege darüber diskutiert, ob Böhmermanns Fälschung nicht eine Fälschung ist. Zahlreiche Videoanalysen des Films kursieren etwa auf der Plattform Youtube. So etwa ein Beitrag des Das Magazin-Portals Massengeschmack.tv, der das Video ohne Stinkefinger als Fälschung bezeichnete. (mhs/ mit dpa)

Rubriklistenbild: © Screenshop Youtube

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