Ex-Kanzlers Fest gestört

Bombendrohung bei Schröders Party weiter ungeklärt

+
Schlosshotel Kronberg: Gebaut wurde es Ende des 19. Jahrhunderts für die Kaiserin Victoria Tochter der Queen Victoria von England und Witwe des im Jahr 1888 gestorbenen 99-Tage-Kaisers-Friedrich III. Archivfoto: dpa

Kronberg. Auch gestern blieb unklar, wer am Montagabend die Geburtstagsparty von Ex-Kanzler Gerhard Schröder im Taunus gestört hat. Es gab eine anonyme Bombendrohung.  

Mit einer früheren Fete in St. Petersburg und einer herzlichen Umarmung mit Kremlchef Wladimir Putin mitten in der Ukraine-Krise hatte Schröder, heute Aufsichtsratschef des russisch-deutschen Erdgasprojekts Nordstream, Ende April Kritik auf sich gezogen. Eigentlicher Geburtstag war am 7. April.

Im Schlosshotel Kronberg, gut 15 Kilometer nordwestlich der Frankfurter City, feierte Schröder nun auf Einladung der Bankengruppe Rothschild in einem kleinen, aber feinen Kreis. Schröder ist einem Sprecher der privaten Rothschild-Gruppe zufolge seit 2006 Mitglied des internationalen Beraterkreises der Bankengruppe.

Zu den Gästen des privaten Abendessens gehörte am Montag auch der russische Botschafter in Deutschland, Wladimir Grinin. Auch Hauptstadt-Flughafenchef Hartmut Mehdorn und der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, sowie Schalke-04-Aufsichtsratschef Clemens Tönnies waren da. Der russische Staatskonzern Gazprom ist Trikotsponsor des Fußball-Bundesligisten.

Die Bombendrohung ging gegen 19.30 Uhr ein. "Es war ein ganz kurzer Text", sagte gestern die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Doris Möller-Scheu: "In etwa: "Ich habe Bombe. In einer Stunde." Das Menü, bei dem Seeteufelmedaillons und Schokoladenvariationen serviert werden sollten, wurde jäh unterbrochen. Aus dem Luxushotel mit 18-Loch-Golfplatz ging es in Shuttlebussen ins Grandhotel Falkenstein im benachbarten Königstein.

Laut Frankfurter Neue Presse war zuvor die Polizei mit einem Großaufgebot angerückt. Zudem standen 40 Einsatzkräfte von Feuerwehr und DRK mit Löschzug und Rettungswagen in Bereitschaft. Auch Angestellte und andere Gäste mussten raus, da sich die Drohung nicht speziell gegen Schröders Feier gerichtet habe, hieß es. Die Polizei durchsuchte das Gebäude mit Spürhunden. Gegen 23 Uhr wurde das Haus laut Polizei in Teilen wieder freigegeben.

In der Kronberger Luxusherberge steigen zuweilen auch Stars sowie Mitglieder des europäischen Adels und Geldadels zu Hochzeiten unter Ihresgleichen ab. 1988 wurde hier die Deutsche Meisterschaft im Monopolyspiel ausgetragen. Zur Fußball-WM 2006 soll Brasiliens Ronaldinho dort mehrere Dutzend Verwandte einquartiert haben. (mit dpa)

Von Wolfgang Riek

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.