Antikörper

Booster gegen Corona: Ärzte-Chef erklärt, wann dritte Impfung sinnvoll ist

Corona-Impfung
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Ab wann ist eine Booster-Impfung sinnvoll? (Symbolfoto)

Ab wann ist die Booster-Impfung wirklich sinnvoll? Und wann ist man vor Covid-19 geschützt? Ein Lübecker Ärzte-Chef weiß auf diese Fragen Antworten.

Lübeck – „Eine Booster-Impfung verstärkt und verlängert den Impfschutz.“ Mit diesem Satz hatte der ehemalige Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zur dritten Corona-Impfung aufgerufen.

Immer mehr Menschen in Deutschland lassen sich den sogenannten Booster verpassen, um weiterhin bestmöglich vor Covid-19 geschützt zu sein.

Wann hat man genügend Antikörper gegen Corona?

Dabei stellt sich Geimpften immer wieder die Frage, ob ihr Immunschutz nach einer Corona-Impfung auch ausreichend ist. Daher lassen einige Geimpfte oder Genesene ihren Antikörperspiegel überprüfen, wie Andreas Bobrowski, Lübecker Arzt für Laboratoriumsmedizin und Vorstandsvorsitzende des Berufsverbands Deutscher Laborärzte, gegenüber dem Nachrichtenportal Focus Online erklärt.

„In den meisten Fällen wollen Geimpfte wissen, ob die Impfung bei ihnen angeschlagen hat“, berichtet er. In den vergangenen Monaten hat er zahlreiche Tests auf den Antikörperspiegel durchgeführt. Zwar gebe es noch keine eindeutigen Grenzen, ab welchem Wert die Antikörper ausreichend schützen, doch immerhin erste Annäherungen. Und: „Die Erfahrung mit anderen Viren kann hier ebenfalls helfen“, weiß der Laborärzte-Chef.

Wie wird der Antikörperspiegel gemessen?

Wie hoch die Konzentration von Antikörpern im Blut ist, wird in der Regel in der Einheit BAU (Binding Antibody Units) angegeben. Bobrowski erklärt dazu laut Bericht: „So lassen sich die Werte weltweit vergleichen, da sie sich durch die Umrechnung in diese Einheit an einem Standardserum der WHO orientieren.“ Im Fall des Coronavirus geht der Mediziner von folgenden Grenzwerten aus:

  • Die Wahrscheinlichkeit, keinen Immunschutz gegen Corona zu haben, ist hoch, wenn der Antikörperspiegel unter 21,8 BAU liegt.
  • Die Wahrscheinlichkeit, einen Immunschutz gegen Corona zu haben, ist hoch, wenn der Antikörperspiegel über 44 BAU liegt.

Dazu betont Bobrowski: „Alles zwischen 21,8 und 44 liegt bislang noch in einer Grauzone. Wir wissen nicht genau, wie groß dieser Bereich wirklich ist. Generell können wir zwar davon ausgehen, dass eine Person mit einem BAU-Wert von über 1000 durchaus einen Vollschutz hat. Ob das allerdings nicht vielleicht schon bei 30 oder 40 der Fall ist, können wir im Moment noch nicht sagen.“

Booster gegen Corona: Wann ist die dritte Impfung sinnvoll?

Hat eine Person noch einen Wert über 1000, rät der Ärzte-Chef generell von einer dritten Impfdosis ab. „Allgemein würde ich sagen: Wenn der BAU-Wert unter 21,8 liegt, ist eine dritte Impfung sinnvoll.“ Diese Regel gelte hauptsächlich für Personen, die sonst gesund sind.

Laut einer britischen Studie ist ein neuer Totimpfstoff ist als Booster nahezu wirkungslos.

„Nimmt ein Patient dagegen etwa Medikamente, die eine Immunreaktion unterbinden, oder erhält er eine Chemotherapie, kann auch eine dritte Impfung nicht zu einem ausreichenden Titer führen“, führt Bobrowski weiter aus. (nc)

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