Hunderte tote Elefanten

Ursache für mysteriöses Elefanten-Massensterben in Botsuana gefunden

Eine Gruppe von Elefanten trinkt aus einem Fluss in Botsuana. Foto: Charmaine Noronha/AP/dpa
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Eine Gruppe von Elefanten trinkt aus einem Fluss in Botsuana. Foto: Charmaine Noronha/AP/dpa

Gaborone – 330 tote Elefanten wurden in den letzten Monaten laut Behördenangaben im Okavango-Delta in Botsuana gezählt. Zunächst konnte die Ursache nicht gefunden werden. Jetzt gibt es eine Spur.

Update vom 22. September: Die Behörden haben wahrscheinlich die Ursache für das Massensterben von Elefanten im südafrikanischen Safari-Paradies gefunden. Der leitende Veterinärbeamte der Wildpark-Behörde in Botsuana erklärte, dass Cyanobakterien in Wasserlöchern für das Elefantensterben verantwortlich seien.

Diese Mikroorganismen bilden potenziell tödliche Gifte und können sich in stehenden Gewässern bei Algenblüten massenhaft vermehren. Die Tiere nehmen die Giftstoffe dann beim Trinken aus den Gewässern auf. Warum offenbar keine andere Spezies betroffen war außer den Elefanten, sei noch unklar. Die Todesfälle hörten Ende Juni auf, als die Wasserlöcher austrockneten.

Mysteriöses Massensterben von Elefanten in Botsuana

Ursprungsmeldung vom 16.06.2020: Gaborone/dpa– «Wir haben Wilderei und Vergiftung ausgeschlossen, da die Kadaver mit intakten Stoßzähnen gefunden wurden», sagte der regionale Wildlife-Koordinator Dimakatso Ntshebe der Deutschen Presse-Agentur. Die Zahl könne noch höher liegen, da es in dem sumpfigen Gelände schwierig sei, tote Tiere auszumachen. Mit Helikoptern des zuständigen Ministeriums soll nun gemeinsam mit Helfern am Boden das Gelände genauer durchsucht werden.

Proben der toten Tiere seien für Tests in die Nachbarländer Südafrika und Simbabwe sowie die USA geschickt worden, sagte der Regierungsbeamte. Nach Angaben des obersten Tierarztes der Nationalparkverwaltung, Wave Kasheeka, gab es die ersten Funde am 11. Mai.

Botsuana hat in Afrika einen guten Ruf in Sachen Natur- und Tierschutz und ist bei Touristen beliebt. Im Vorjahr hatte es allerdings international Empörung wegen der Aufhebung des Elefantenjagdverbots gegeben. Während die Zahl der Elefanten in vielen Regionen Afrikas zurückgeht, ist sie in dem Binnenstaat laut offiziellen Angaben von etwa 50.000 im Jahr 1991 auf gut 130.000 Tiere angestiegen.

World Travel and Tourism Council zu Botsuana

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