Er hatte Angst vor seiner Verlobten

Bombendrohung: Bräutigam lässt Hochzeit platzen

London - Seine eigene Schusseligkeit und die Furcht vor einer enttäuschten Verlobten ließen den Briten Neil McArdle dazu verleiten, seine eigene Hochzeit durch eine Bombendrohung platzen zu lassen. Dafür muss er jetzt ins Gefängnis.

Ein Gericht verurteilte den 36-Jährigen zu einem Jahr Haft, weil er im Frühjahr die eigene Hochzeit kurz vor der geplanten Trauung mit einer anonymen Bombendrohung zum Platzen gebracht hatte. Seine Vergesslichkeit hatte McArdle zu seiner Verzweiflungstat getrieben: Er hatte es schlicht versäumt, den prächtigen Trausaal in der Liverpooler Saint George's Hall vorab zu reservieren - und merkte dies erst kurz vor dem Festakt.

Die Peinlichkeit einer Zurechtweisung vor den Augen der Hochzeitsgäste wollte McArdle sich und seiner Verlobten offenbar ersparen, weshalb er zum letzten Mittel griff: In voller Hochzeitsmontur schlich er sich in eine Telefonzelle und rief bei der Polizei an. Mit verstellter Stimme kündigte er die Explosion einer Bombe binnen 45 Minuten in der Saint George's Hall an.

Das Gebäude wurde daraufhin evakuiert. Unter den geladenen Gästen machte sich Panik breit, zumal der tödliche Doppelanschlag auf den Boston Marathon zu diesem Zeitpunkt nur elf Tage zurück lag. Doch binnen weniger Stunden hatte die britische Polizei den Übeltäter ermittelt, woraufhin McArdle ein Geständnis ablegte und erklärte, er habe die "Liebe meines Lebens" nicht enttäuschen wollen.

"Wenn der Fall nicht so schwerwiegend wäre, hätte er wirklich alle Zutaten einer boulevardesken Komödie", sagte McArdles Anwalt in seinem Schlussplädoyer. Der Richter zeigte sich jedoch humorlos und begründete die Gefängnisstrafe damit, dass "man mit so etwas keine Scherze macht". Seine damalige Verlobte soll McArdle übrigens verziehen haben.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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