Brände bei E-Fahrzeugen

Tausende Liter Wasser nötig: Feuerwehr muss brennendes E-Bike in Container tauchen

E-Bikes geraten aufgrund ihrer Akkus immer wieder in Brand. In Stuttgart muss die Feuerwehr zu einer speziellen Löschmethode greifen. (Symbolbild)
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E-Bikes geraten aufgrund ihrer Akkus immer wieder in Brand. In Stuttgart muss die Feuerwehr zu einer speziellen Löschmethode greifen. (Symbolfoto)

Akkus für E-Bikes geraten vereinzelt immer wieder in Brand. Um das Feuer bekämpfen zu können, muss jedoch zu alternativen Löschmethoden gegriffen werden.

Kassel/Stuttgart – In einem Fahrradgeschäft in Stuttgart hat am vergangenen Montag (13.09.2021) ein elektrisches Lastenrad Feuer gefangen. Auslöser war der Akku, der bei einem Ladevorgang in Brand geraten war. Die Feuerwehr rückte aus, um das Rad zu löschen.

Wie die Polizei mitteilte, scheint ein technischer Defekt das dreirädrige Lastenrad entzündet zu haben. Dieses habe sich zu dem Zeitpunkt in einem Lagerraum des Geschäftes befunden. Alarmierte Kräfte hätten das Fahrrad schließlich ins Freie gebracht. Es habe eine so starke Rauchentwicklung gegeben, sodass das gegenüberliegende Gebäude belüftet werden musste. Verletzte habe es nicht gegeben. Das berichtet das Nachrichtenportal Focus Online.

E-Lastenrad gerät in Brand: Einsatzkräfte wenden außergewöhnliche Löschmethode an

Die Straße, in der sich das Fahrradgeschäft befindet, musste für den Einsatz komplett gesperrt werden. Des Weiteren rückte die Feuerwehr unter Atemschutz an, da bei Akku-Bränden hochgiftige sowie gesundheitsschädliche Gase entstehen, und wandte eine eher ungewöhnliche Methode zur Löschung an: Das E-Bike wurde in einen geschlossenen Behälter verfrachtet. Solch ein Verfahren wird unter anderem auch bei brennenden E-Autos sowie Hybridfahrzeugen angewendet.

Wie ein Sprecher der Stadt Stuttgart berichtete, nahmen die Einsatzkräfte dafür den Transportcontainer des Lastenrads zur Hilfe. Dieser sei dabei etwa zur Hälfte mit Wasser gefüllt, um den Akku des Fahrgestells kühlen zu können. Dafür seien schließlich rund dreitausend Liter Wasser nötig gewesen, „da der Kofferaufbau nicht gänzlich dicht war und immer wieder Wasser von der Feuerwehr nachgefüllt werden musste“, so der Sprecher. Zweieinhalb Stunden habe es gedauert, bis das Feuer vollständig gelöscht gewesen sei, so der Sprecher.

Häufige Brände bei E-Autos - und E-Bikes: So gefährlich sind brennende Batterien

Batterie-Brände von elektronischen Fahrzeugen setzen demnach nicht nur hochgiftige und gefährliche Dämpfe frei, sondern erfordern zudem einen enormen Wasserverbrauch. Zum Vergleich: Ein Auto mit einem Verbrenner-Motor benötigt für Löscharbeiten circa 500 Liter Wasser und kann dem Bericht zufolge in relativ kurzer Zeit gelöscht werden - bei einem E-Auto sind laut Feuerwehr-Experten 10.000 Liter nötig. Zusätzlich müsse der Akku anschließend 72 Stunden überwacht werden, da dieser sich jederzeit wieder in sekundenschnelle entzünden könnte, heißt es im Bericht. Brände bei E-Autos bedeuten für die Feuerwehr daher besonders viel Arbeit.

Das Brandrisiko für E-Fahrzeuge mit Lithium-Batterien sei allerdings abgesehen von dem höheren Löschaufwand nicht viel größer, als das für Autos mit Diesel- oder Benzinantrieb. Bei elektronischen Fahrrädern sei dies allerdings anders, da herkömmliche Räder, wie beispielsweise ein Hollandrad, nicht brennen können. Immer wieder gebe es Berichte über brennende Batterien der E-Bikes, die teils erhebliche Auswirkungen haben können. Die Fälle könnten sich in Zukunft auch weiter häufen – trotz allem wollen die Grünen die elektrischen Lastenräder mit einer Milliarde Euro fördern.

Besitzerinnen und Besitzer von solchen Rädern sollten diese jedoch besser in Freien aufladen und nicht in Garagen, Gartenhäusern oder Kellern. Bei E-Autos stellen Tiefgaragen und Depots ein besonderes Risiko dar. Wie ein Brandschutz-Experte erklärte, sei die Ausbreitung des Feuers aufgrund der geringen Abstände zu weiteren Fahrzeugen viel wahrscheinlicher und das Löschen zudem erheblich komplizierter. (Alina Schröder)

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