Brand auf Ölplattform ist gelöscht - kein Leck

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Löscharbeiten auf der Ölplattform “Vermillion 380 A“, auf der es am Donnerstag zu einer Explosion gekommen war.

Washington - Erleichterung am Golf von Mexiko: Stunden nach einer neuen Explosion auf einer Ölplattform am Donnerstag gab es keine Hinweise auf einen Ölaustritt ins Meer. Das Feuer konnte gelöscht werden.

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Bei Untersuchungen von Schiffen und Booten aus hätten sich keine “sichtbaren Zeichen“ von Öl gefunden, versicherte ein Sprecher der US-Küstenwache am Abend (Ortszeit). Die Unfallstelle werde aber weiter beobachtet.

Der Sprecher Peter Troedsen teilte weiter mit, dass ein nach der Explosion ausgebrochenes Feuer auf der Plattform gelöscht worden sei. Er bestätigte, dass alle 13 Arbeiter auf der Plattform den Unfall “ohne ernste Verletzungen“ überstanden hätten, aber vorsichtshalber in ein Krankenhaus gebracht worden seien.

Der Unfall auf der Plattform “Vermillion 380 A“ ereignete sich etwa 140 Kilometer von der Küste Louisianas und gut 300 Kilometer von der Stelle entfernt, an der am 20. April die vom britischen Ölriesen BP betriebene Plattform “Deepwater Horizon“ explodiert war.

Damals starben elf Menschen, schätzungsweise 660 000 Tonnen Öl strömten ins Wasser, bevor das Leck schließlich nach und nach abgedichtet werden konnte. Damit war es die bislang schwerste Ölpest in der Geschichte der USA. BP bereitet noch die endgültige Versiegelung des Öl-Reservoirs etwa 4000 Meter tief im Meeresboden vor.

Ölpest im Golf von Mexiko: Chronologie des Versagens

20. April: Auf der Ölbohrinsel “Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko gibt es eine Explosion. Die meisten der 126 Arbeiter können gerettet werden, 11 bleiben vermisst. © dpa
22. April: Die brennende Bohrinsel sinkt. Zum Untergang trägt eine Serie technischer und menschlicher Fehler bei. © dpa
25. April: Experten versuchen mit einem Unterwasser-Roboter, den Austritt von Rohöl in 1500 Metern Tiefe zu stoppen - ohne Erfolg. © dpa
29. April: Die US-Regierung stuft die Ölpest als Katastrophe “von nationaler Bedeutung“ ein. © dpa
1. Mai: Nach Louisiana und Florida rufen auch die Bundesstaaten Alabama und Mississippi den Notstand aus. © dpa
6. Mai: Das Öl erreicht Land, die unbewohnte Freemason-Insel. © dpa
8. Mai: BP-Experten brechen den Versuch ab, das ausströmende Öl mit Hilfe einer großen Stahlkuppel abzusaugen. © dpa
11. Mai: Im Energieausschuss des Senats machen sich die Spitzenmanager der drei in das Unglück verstrickten Unternehmen - BP, Transocean und Halliburton - gegenseitig verantwortlich. © dpa
17. Mai: Der für die Kontrolle der Tiefsee-Bohrungen zuständige Abteilungsleiter der US-Behörde für Mineralienförderung tritt zurück. © dpa
20. Mai: Ein Live-Video vom Meeresgrund zeigt, dass mehr Öl ins Wasser austritt als BP bisher schätzte. © dpa
26. Mai: BP startet die Operation “Top Kill“. Durch Beschuss mit riesigen Schlamm-Mengen soll das sprudelnde Öl gestoppt werden. © dpa
27. Mai: Obama entlässt die Chefin der Behörde für Mineralien- Management (MMS), Elizabeth Birnbaum. © ap
28. Mai: Obama will die Zahl der Helfer verdreifachen. Rund 240 Kilometer der Küste sind bereits verseucht. Laut US-Ozeanbehörde NOAA darf bereits in einem Viertel des Golfs nicht mehr gefischt werden. © dpa
29. Mai: Die Operation “Top Kill“ scheitert. Nun soll ein Steigrohr zur Quelle am Meeresgrund abgesägt und auf die Öffnung eine Kuppel gestülpt werden. Dort soll ein Großteil des Öls aufgefangen und durch eine Leitung zu einem Schiff geleitet werden. © dpa
4. Juni: Den Ingenieuren gelingt es, einen Behälter über dem Leck zu platzieren. Allerdings strömt weiterhin Öl ins Meer, nur ein kleiner Teil kann kontrolliert zu einem Schiff abgeleitet werden. © dpa
10. Juni: Allein in Louisiana haben inzwischen mehr als 70 Menschen ärztliche Hilfe gesucht - wegen Übelkeit, Kopfschmerzen, entzündeten Augen und Atembeschwerden. Mindestens 1100 ölverschmierte Vögel wurden gefunden, der größte Teil von ihnen tot. © dpa
11. Juni: Wissenschaftler der US-Geologiebehörde gehen davon aus, dass täglich bis zu 5400 Tonnen Öl aus dem Bohrloch schießen könnten. © dpa
16. Juni: In seiner ersten Rede aus dem Oval Office wendet sich Obama direkt an die Nation. Die Ölpest werde mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft. In ihrer Energiepolitik müssten die USA eine Wende einleiten. © dpa
17. Juni: BP-Chef Tony Hayward muss sich einem sechsstündigen Kreuzverhör im US-Kongress stellen. © dpa
22. Juni: Ein US-Gericht erklärt ein von Obama verhängtes Verbot von Tiefseebohrungen im Golf von Mexiko für nichtig. © dpa
23. Juni: Wegen technischer Probleme muss BP das Auffangen des Öls erneut unterbrechen. Zwei Helfer kommen ums Leben. © dpa
28. Juni: Die Ölpest hat BP nach eigenen Angaben mittlerweile 2,65 Milliarden Dollar (2,17 Milliarden Euro) gekostet. © dpa

Die Ursache der Explosion vom Donnerstag war zunächst unklar. Die Betreiberfirma Mariner Energy, die ihren Sitz in Houston (Texas) hat, kündigte Untersuchungen an.

Das Unternehmen fördert nach Medienberichten in der Region vor der Vermillion Bay an der Küste Louisianas Rohöl und Erdgas aus insgesamt sieben Bohrlöchern. Die Förderung sei nach der Explosion an allen Bohrlöchern gestoppt worden, teilte Mariner Energy der Küstenwache mit.

Anders als die “Deepwater Horizon“ operierte die Plattform “Vermillion 380 A“ in relativ flachem Wasser, es ist nach Angaben des US-Innenministeriums nur gut 100 Meter tief. Damit könnte eine Ölpest auch weitaus leichter bekämpft werden als im Fall der “Deepwater Horizon“ mit einem Leck in 1500 Meter Tiefe, erläuterten Experten.

dpa

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