Berliner Hauptbahnhof: Brandanschlag vereitelt

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Brandanschläge auf die Bahn in Berlin haben am Montag den Bahnverkehr in der Hauptstadt beeinträchtigt.

Berlin - Im Berliner Hauptbahnhof ist am Montag offenbar in letzter Minute ein Brandanschlag verhindert worden. Zuvor hatte bereits ein Brandanschlag den Zugverkehr in Berlin und Brandenburg lahmgelegt.

Offenbar linksextremistische Täter haben am Montag wichtige Teile des Verkehrsnetzes der Deutschen Bahn (DB) mit Brandanschlägen lahmgelegt. Brandstifter hatten im brandenburgischen Havelland in der Nacht Feuer in einem Kabelschacht gelegt. Am Mittag entdeckte dann ein Bahnmitarbeiter Brandsätze am Berliner Hauptbahnhof, die von der Bundespolizei entschärft wurden. Fahrgäste im Fern- und Regionalverkehr mussten auf der Nord-Süd-Strecke mit langen Wartezeiten und Umleitungen rechnen.

Dem Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg liegt für den Anschlag im Havelland ein Bekennerschreiben aus der linksextremistischen Szene vor, dessen “Echtheit nicht ausgeschlossen wird“, wie LKA-Sprecher Toralf Reinhardt auf dapd-Anfrage sagte. Gegen 3.45 Uhr sei dort an der Fernverkehrsstrecke zwischen den Bahnhöfen Finkenkrug und Brieselang Feuer in einem Kabelschacht gelegt worden. Dadurch wurden Signalanlagen schwer beschädigt, die Strecke musste gesperrt werden.

Spezialisten entschärften Brandsätze am Hauptbahnhof

Ebenfalls nicht ausschließen wollten Sprecher von LKA und Bundespolizei aufgrund des sich ähnelnden Tathergangs einen Zusammenhang mit dem vereitelten Anschlag am Berliner Hauptbahnhof. Dort fand ein Bahnmitarbeiter am nördlichen Ausgang des Tieftunnels gegen 11.45 Uhr mehrere verdächtige Gegenstände und rief die Bundespolizei. Deren Untersuchungen ergaben, dass es sich um mit brennbarer Flüssigkeit gefüllte Brandsätze handelte, die von Spezialisten entschärft wurden.

In dem Bekennerschreiben, das auch auf dem linken Internetforum “Indymedia“ veröffentlicht wurde, übernimmt eine Gruppe, die sich “Hekla-Empfangskomitee - Initiative für mehr gesellschaftliche Eruptionen“ nennt, die Verantwortung für “Sabotagehandlungen an mehreren Kabelschächten“. Diese sollten “die Hauptstadt Berlin in den Pausenmodus“ zwingen. Mit den Attacken werde gegen den Bundeswehreinsatz in Afghanistan protestiert, heißt es in dem Schreiben. Menschen sollten demnach nicht verletzt werden.

Polizeigewerkschaft zieht Vergleich zum Terror der RAF

Die Deutsche Bahn verurteilte die Anschläge scharf. “Unsere Kunden sollen nach den Bekennerschreiben für den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr herhalten“, sagte der Leiter der Konzernsicherheit des Unternehmens, Gerd Neubeck. “Das sei absolut verantwortungslos.“ Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) verglich die Attacken mit dem Terror der Rote Armee Fraktion (RAF) in den 70er Jahren und forderte mehr Personal für Verfassungs- und Staatsschutz.

Die Angriffe vom Montag erinnern an einen im Mai verübten Brandanschlag am S-Bahnhof Ostkreuz. Damals hatte eine nach dem isländischen Vulkan Eyjafjallajökull benannte Gruppe durch ein Bekennerschreiben die Verantwortung übernommen. Die Täter, die bisher nicht gefasst wurden, hatten für Chaos im S-Bahn- und Zugverkehr gesorgt und zeitweise auch Mobilfunknetze lahmgelegt.

Auch am Montag behinderten die Täter durch die Anschläge den Zugverkehr in ganz Deutschland. Laut Bahn trafen die Auswirkungen Tausende Fahrgäste. Zudem werden die Reparaturen an den Signalverbindungen im Havelland noch Tage dauern, wie ein Bahnsprecher sagte.

dapd

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