Brandenburg

Demütigung: Polizisten schikanieren betrunkenen Rentner und filmen es 

Zwei Polizisten haben in Brandenburg einen Betrunkenen schikaniert und gefilmt.
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Zwei Polizisten haben in Brandenburg einen Betrunkenen schikaniert und gefilmt.

Zwei Polizisten in Brandenburg haben einen eigentlich harmlosen Einsatz zu einem Skandal gemacht – allerdings für sich selbst.

  • Die Polizei wird in Brandenburg wegen eines betrunkenen Mannes gerufen
  • Die Polizisten machen sich über den Betrunkenen lustig und filmen es
  • Gegen die beiden Polizeibeamten wird jetzt ermittelt

Bad Belzig - In Brandenburg wurden Polizisten zu einem augenscheinlich banalen Einsatz gerufen, doch für sie endete er mit Anzeigen und Ermittlungsverfahren. In der 11.000-Seelen-Gemeinde Bad Belzig in der Nähe von Potsdam wurden sie zu einem betrunkenen Rentner bestellt. Er soll Passanten belästigt und eine Flasche in Richtung eines Mannes geworfen haben, der daraufhin die Polizei rief.

Ein Grund, sich über den 70-jährigen Pöbler lustig zu machen? Offenbar schon, fanden die beiden Polizeibeamten, die zu dem Einsatz geschickt wurden.

Brandenburg: Polizisten filmen Betrunkenen

Die Polizisten sollen den Betrunkenen in Brandenburg schikaniert haben. Der Polizei in Potsdam zufolge hat einer der Streifenbeamten in der Nacht zum Sonntag (07.06.2020) gegen 2 Uhr den alkoholisierten Mann zu Fuß begleitet und „augenscheinlich unangemessen bedrängt“. Der zweite Beamte habe „offenbar aus dem mit Schrittgeschwindigkeit fahrenden Funkstreifenwagen heraus mit einem Handy die Situation“ gefilmt. „Beide Beamte waren offenbar amüsiert und lachten ob der Szenerie“, schilderte die Polizei in Potsdam. 

Brandenburg: Polizisten verbreiten Video von betrunkenem Mann

Doch damit nicht genug: Die Polizisten aus Brandenburg sollen das etwa anderthalbminütige Video anschließend in einer WhatsApp-Gruppe verbreitet haben. Darauf sei auch zu sehen, wie der Beamte den Betrunkenen auf dem Gehweg „verbal und durch mehrfaches Schieben“ dränge, seinen Weg zügig und ohne anzuhalten fortzusetzen. 

Aktuelles: Besser leben ohne Polizei? Was hinter „Defund the Police“ steckt

Außerdem sei sichtbar, wie der Polizist „einen Tritt in Richtung Gesäß des Geschädigten andeutet oder dem Mann einen Tritt versetzt“. Genau sei dies wegen der Dunkelheit und der Videoqualität nicht zu erkennen. 

Polizisten in Brandenburg bekommen Strafanzeigen

Dieser Streich der Polizisten in Brandenburg bleibt nicht ohne Konsequenzen: Gegen die Beamten wurden der Polizei Potsdam zufolge Strafanzeigen „wegen des Verdachts der Beleidigung durch herabwürdigendes und ehrverletzendes Einwirken auf den Geschädigten“ erstattet und Disziplinarverfahren eingeleitet. Zudem wurde ihnen das Führen der Dienstgeschäfte bis auf Weiteres verboten. Die Ermittlungen hat das Fachkommissariat Amtsdelikte am Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg übernommen.

ial mit AFP

Auch die Polizei ist vor kleineren und größeren Skandalen in den eigenen Reihen nicht gefeit. So werden immer wieder rechtsextreme Umtriebe unter Beamten bekannt, wie beispielsweise im Fall einer Frankfurter Rechtsanwältin, die offenbar Drohbriefe von Polizisten* bekam. 

Auch im Fall des Breitscheidplatz-Attentäters bekleckerte sich die Polizei nicht mit Ruhm: Gleich zwei Polizisten aus Berlin sollen Interna zum Anschlag von 2016 weitergeben haben. Einer an Ex-Freundinnen, einer an AfD-Parteifreunde. 

In Mainz sind Polizeibeamte negativ aufgefallen, als sie selbst eine Corona-Party* in einem Lokal feierten.

*fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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