Unglück im Januar

Nach Dammbruch-Drama in Brasilien mit 270 Opfern: Anzeige gegen TÜV-Süd-Manager

Damm an Eisenerzmine in Brasilien gebrochen
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Nach dem Dammbruch in Brasilien suchten Helfer nach Vermissten. Jetzt wurde ein Manager von TÜV Süd angezeigt.

Der Dammbruch am 25. Januar 2019 an einer Erzmine in Brasilien forderte über 270 Opfer. Jetzt haben Angehörige Anzeige gegen einen Manager des TÜV Süd erstattet.

Brumadinho - Neun Monate nach dem schrecklichen Dammbruch-Drama in einem brasilianischen Bergwerk haben Hinterbliebene Medienberichten zufolge in Deutschland Anzeige gegen einen Manager des TÜV Süd erstattet. Demnach werfen die Angehörigen der Opfer der Katastrophe dem TÜV-Manager in ihrer Anzeige bei der Staatsanwaltschaft München fahrlässige Tötung, fahrlässige Herbeiführung einer Überschwemmung und Bestechung vor. Das berichteten "Spiegel Online" und das ARD-Magazin "Monitor" am Mittwochabend.

Die Anzeige wurde demnach auch gegen die TÜV Süd selbst erstattet. Der Vorwurf lautet hier auf "Verletzung von Aufsichtspflichten". Eingereicht wurden die Anzeigen den Berichten zufolge von fünf Opferangehörigen, dem Europäischen Zentrum für Verfassungs- und Menschenrechte (ECCHR) sowie dem katholischen Hilfswerk Misereor.

Verheerende Schlammlawine nach Dammbruch in Brasilien

Am 25. Januar war eine Schlammlawine über die Gemeinde Brumadinho im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais gerollt. Auslöser war ein Dammbruch in einem Bergwerk des Minenriesen Vale. Mehr als 270 Menschen starben oder gelten seitdem als vermisst. Dabei hatten sich 13 Millionen Kubikmeter Schlamm mit Bergbauabwässern über der Umgebung ergossen. 

Heftige Kritik an TÜV Süd nach Dammbruch in Brasilien

Der Dammbruch zog für TÜV Süd schon zuvor Konsequenzen nach sich, das Unternehmen war in die Kritik geraten. Die Polizei in Brasilien hatte Ende Januar zwei Mitarbeiter des Münchner Unternehmens TÜV Süd festgenommen. Außerdem darf TÜV Süd in Brasilien seit dem Unglück keine Dämme mehr prüfen. Vor dem Unglück hatte TÜV Süd den Staudamm in Brasilien im Auftrag von Vale geprüft und trotz mehrerer Wartungsempfehlungen für sicher erklärt. Der deutsche TÜV-Süd-Manager, gegen den nun Anzeige erstattet wurde, soll dabei eine zentrale Rolle gespielt haben.

Ein Foto eines ölverschmierten Jungen geht derzeit um die Welt. Wer steckt hinter der entsetzlichen Umweltkatastrophe in Brasilien?

dpa/spl

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