Braunau: Hitler kein Ehrenbürger mehr

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Adolf Hitler ist in Braunau geboren

Braunau - Der Gemeinderat der oberösterreichischen Stadt Braunau hat Adolf Hitler die Ehrenbürgerwürde aberkannt. Der Bürgermeister ist erleichtert über den klaren Beschluss.

66 Jahre nach dem Ende des NS-Regimes hat Adolf Hitlers Geburtstadt Braunau am Inn dem Diktator Heimatrecht und Ehrenbürgerschaft aberkannt. “Damit hat der Gemeinderat ein klares, eindeutiges Zeichen gesetzt und historisch-politische Verantwortung wahrgenommen“, heißt es in einer Stellungnahme des Bürgermeisters der oberösterreichischen Kleinstadt, Johannes Waidbacher, vom Freitag. Die Aberkennung erfolgte nach einem gemeinsamen Dringlichkeitsantrag aller fünf Fraktionen im Gemeinderat einschließlich der rechtspopulistischen Freiheitlichen Partei und des von Jörg Haider gegründeten Bündnisses Zukunft Österreich.

Die Ehrenbürgerschaft war Hitler 1938 von der damals selbstständigen Gemeinde Ranshofen verliehen worden, die später Braunau zugeordnet wurde. “Wir haben sie vorsorglich aberkannt, damit das endlich geklärt ist“, sagte der Bürgermeister der Nachrichtenagentur dpa in Wien. Der Gemeinderat unterstütze “Bestrebungen, verantwortungsvoll mit der Vergangenheit umzugehen“.

Die meistgesuchten Nazi-Verbrecher

Sie haben sich dem Zugriff der Justiz entzogen. Auf der Liste der meistgesuchten Nazi- Kriegsverbrecher des Simon-Wiesenthal-Zentrums in Jerusalem stehen folgende Namen: © dpa
ALOIS BRUNNER (Jahrgang 1912) in Syrien: Der wichtigste bislang strafrechtlich nicht verfolgte Nazi-Kriegsverbrecher ist möglicherweise nicht mehr am Leben. © dpa
Der ehemalige SS-Hauptsturmführer soll als “Ingenieur der Endlösung“ für den Tod von etwa 130 000 Juden aus mehreren Ländern verantwortlich sein. © dpa
Brunner wurde das letzte Mal im Jahr 2001 in Damaskus (Syrien) gesehen. © dpa
ARIBERT HEIM (1914) in Ägypten: Der als “Dr. Tod“ berüchtigte frühere KZ-Arzt soll 1992 mit 78 Jahren in Kairo gestorben sein. Als Beleg gilt ein Auszug aus dem Sterberegister. © dpa
Aufgrund einer beim Bundesfinanzhof anhängigen Steuersache schließt das Wiesenthal- Zentrum jedoch nicht aus, dass Heim noch lebt. © dpa
Er soll in den Konzentrationslagern Sachsenhausen, Buchenwald und Mauthausen zahlreiche Menschen ermordet haben, viele durch Injektionen ins Herz. © ZDF
SANDOR KEPIRO (1914) in Ungarn: Der Polizeioffizier wird verdächtigt, an der Ermordung von mehr als 1200 Zivilisten im serbischen Novi Sad teilgenommen zu haben. © dpa
MILIVOJ ASNER (1913) in Österreich: Der ehemalige Polizeichef in Kroatien soll aktiv an der Verfolgung und Deportation von Serben, Juden sowie Sinti und Roma beteiligt gewesen sein. © AP
KLAAS CARL FABER (1922) in Deutschland: In den Niederlanden wurde er für den Tod von Gefangenen 1944 zum Tode verurteilt. © dpa
Das Urteil wurde 1948 in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt. 1952 flüchtete er aus dem Gefängnis und lebt seit Jahrzehnten in Ingolstadt. © dpa
SOEREN KAM (1921) in Deutschland: Das ehemalige SS-Mitglied soll für den Tod eines dänischen Journalisten verantwortlich sein und die Deportation der jüdischen Gemeinde in Dänemark in deutsche Konzentrationslager ermöglicht haben. © dpa
Wegen Tötung in Dänemark verurteilt, lebt Kam heute in Kempten im Allgäu. © dpa
MICHAIL GORSCHKOW (1923) in Estland: Laut Wiesenthal-Zentrum war er am Mord an Juden in Weißrussland beteiligt. © dpa
ALGIMANTAS DAILIDE (1921) in Deutschland: Er soll Juden festgenommen haben, die später von Nationalsozialisten getötet wurden. © dpa
Von den USA ausgeliefert wurde er in Litauen verurteilt, musste seine Haft aber wegen seines Gesundheitszustands nicht antreten und lebt heute in Sachsen. © dpa

In den vergangenen Monaten hatten sich mehrere österreichische Gemeinden von früheren Ehrenbürgerschaften Hitlers distanziert, etwa Amstetten und Waidhofen an der Ybbs. Juristen bestätigten zwar die vorherrschende Haltung der Gemeinden, eine Ehrenbürgerschaft erlösche mit dem Tod des Geehrten. Gemeinderäte forderten jedoch vielfach, mit einer expliziten Aberkennung klar auf Distanz zu gehen.

dpa

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