Breivik: Der Überlebenskampf der Zeugen

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Anders Breivik zeigt vor Gericht kein Mitleid mit den Opfern.

Oslo - Im Prozess gegen den Massenmörder Anders Behring Breivik haben erstmals Überlebende ausgesagt, die sich trotz schwerer Verletzungen von der Insel Utøya retten konnten.

Die Zeugen schilderten am Montag ihren Überlebenskampf, die Ermordung engster Freunde, richteten aber auch selbstbewusste Worte an den Attentäter.

Als einer der ersten berichtete im Osloer Zeugenstand der 21 Jahre alte Marius Hoft, wie er beim Massaker auf Utøya am 22. Juli letzten Jahres seinen besten Freund Andreas auf der Flucht vor dem Täter verlor. Er selbst überlebte das Blutbad mit 69 Toten, weil er sich an einer Felswand verstecken konnte.

Breivik-Prozess: Hier ist der Mörder zu Tränen gerührt

Zum ersten Mal seit Beginn des Prozesses zeigt Andres Breivik Gefühle. © dpa
Der Grund: Das Gericht zeigt ein Video, dass der Attentäter im Internet hochgeladen hatte. © dpa
Dem 33-Jährigen traten Tränen in die Augen, als er das Machwerk wieder sah, das er vor den Anschlägen von Oslo und Utøya mit 77 Toten im Internet hochgeladen hatte. © dpa
Am Montag hat in Norwegen die Verhandlung gegen Anders Behring Breivik begonnen. Die Richter müssen vor allem entscheiden, ob Breivik zurechnungsfähig ist. © dpa
Das wird für den weiteren Prozess entscheidend sein. © dpa
Im Gerichtssaal streckte der geständige Attentäter seinen Arm mit geballter Faust aus. © dpa
Breivik
Im Gerichtssaal streckte der geständige Attentäter seinen Arm mit geballter Faust aus. © dpa
Die Richterin Wenche Arntzen eröffnete die Verhandlung. © dpa
Anders Behring Breivik machte deutlich, dass er das Gericht nicht anerkennt © dpa
Anders Behring Breivik im Gerichtssaal. © dpa
Die Staatsanwältin Inga Bejer Engh trägt die Anklageschrift vor © dpa
Anders Behring Breivik im Gerichtssaal. © dpa
Anders Behring Breivik im Gerichtssaal. © dpa
Breivik mit seinem Verteidiger Geir Lippestad © dpa
Breivik mit seinem Verteidiger Geir Lippestad © dpa
Breivik Prozess Bilder
Der geständige norwegische Attentäter Anders Behring Breivik muss sich ab Montag für den Tod von 77 Menschen verantworten. © dapd
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Vor dem Gericht wurde zum Gedenken der Opfer eine Rose festgebunden. © dpa
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Anders Breivik wird vom Gefängnis zum Gericht gebracht. © dpa
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Anders Breivik wird vom Gefängnis zum Gericht gebracht. © dpa
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Das öffentliche Interesse an dem Fall ist enorm. © dpa
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Das öffentliche Interesse an dem Fall ist enorm. © dpa
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Das öffentliche Interesse an dem Fall ist enorm. © dpa
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Der geständige norwegische Attentäter Anders Behring Breivik muss sich ab Montag für den Tod von 77 Menschen verantworten. Vor dem Amtsgericht Das öffentliche Interesse an dem Fall ist enorm.Oslo ist er wegen Terrorismus und vorsätzlichen Mordes angeklagt. © dpa
Breivik Prozess Bilder
Das psychiatrische Expertenteam im Gerichtssaal. © dpa
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Das psychiatrische Expertenteam im Gerichtssaal. © dpa
Das öffentliche Interesse am Prozess ist groß: Journalisten im Presseraum des Gerichtsgebäudes. © dpa
Von dort verfolgen Reporter aus der ganzen Welt den Prozess auf großen Leinwänden. © dpa
Die Anwälte des wegen Massenmordes Angeklagten Norwegers Anders Behring Breivik, (l-r) Odd Ivar Groen, Tord Jordet, Vibeke Hein Baera und Geir Lippestad © dpa
Die Anwälte des wegen Massenmordes Angeklagten Norwegers Anders Behring Breivik, (l-r) Geir Lippestad, Vibeke Hein Baera, Odd Ivar Groen und Tord Jordet © dpa
Die Anklage zeigt Waffen und Hilfsmittel, die von Breivik benutzt wurden. © dpa
Die Anklage zeigt Waffen und Hilfsmittel, die von Breivik benutzt wurden. © dpa
Die Anklage zeigt Waffen und Hilfsmittel, die von Breivik benutzt wurden. © dpa

Die 1993 geborene Frida Holm Skoglund sagte mit leiser Stimme aus, wie sie sich trotz eines Beinschusses mit zahlreichen anderen Jugendlichen schwimmend vor dem Attentäter retten konnte. Sie hatte als erste der Zeugen verlangt und durchgesetzt, dass Breivik während ihrer Aussage den Gerichtssaal verlassen und aus einem Nebenraum zuhören musste.

"Wir haben gewonnen , er hat verloren"

Am Ende der Schilderung ihrer furchtbaren Erlebnisse bei dem anderthalbstündigen Massaker antwortete sie auf die Frage einer Anwältin, ob sie eine Botschaft an den Täter habe: „Wir haben gewonnen, er hat verloren, und die norwegische Jugend kann schwimmen.“

Sie bezog sich damit auf eine frühere Aussage Breiviks, dass er vorgehabt habe, 100 junge Teilnehmer des sozialdemokratischen Sommerlagers auf Utøya in den eiskalten Fjord zu treiben und dort bei Fluchtversuchen ertrinken zu lassen. Der 21 Jahre alte Lars Gønnestad berichtete, wie er sich mit einem Schuss, der durch Schulterblatt und Rippen bis in die Lunge ging, über eine Stunde lang in einem Waldstück verstecken musste und dabei hilflos am Boden lag.

Breivik hörte sich die Aussagen der Zeugen mit unbewegter Miene an. Er hatte am 22. Juli auch acht Menschen durch eine Autobombe in Oslo getötet. Das Urteil gegen ihn soll in der zweiten Julihälfte verkündet werden.

dpa

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