Geistlicher beleidigt auch andere Religionen

Bremer Pastor schimpft: Buddha ist ein fetter, alter Herr

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Bronze-Statue des Amida-Buddhas aus dem 13. Jahrhundert.

Bremen. Ein Bremer Pastor hat in einer Predigt andere Religionen beleidigt und die evangelische Landeskirche gegen sich aufgebracht.

Der Evangelikale Olaf Latzel hatte das islamische Zuckerfest darin als Blödsinn, den Papst-Segen "Urbi et Orbi" als ganz großen Mist und Buddha als fetten, alten Herrn bezeichnet. Die Bremische Evangelische Kirche distanzierte sich am Mittwoch deutlich von der Predigt. Die Kirche vertrete ein respektvolles und friedliches Miteinander der Religionen, sagte Bernd Kuschnerus vom Vorstand.

Latzel hatte am 18. Januar vor der St.-Martini-Gemeinde gesagt: "Der Islam gehört nicht zu Deutschland." Toleranz anderen Religionen gegenüber lehne er ab. "Es gibt nur einen wahren Gott. Wir können keine Gemeinsamkeit mit dem Islam haben." Der Pastor sprach in der Predigt, die auf der Internetseite der Gemeinde nachzuhören ist, außerdem von einem "Reliquiendreck und -kult" in der katholischen Kirche. Dies sei ein Götzendienst, wie ein Glücksbringer oder abergläubische Rituale. "Das gehört nicht zum Christentum, das muss weg."

Auch Politiker von den Grünen und der Linkspartei kritisieren nach einem Bericht von Radio Bremen die Aussagen scharf. Die Kirche will jetzt mit Latzel über seine Wortwahl reden. In Bremen genießen die einzelnen Gemeinden allerdings Glaubensfreiheit. "Wir haben eigentlich wenig direkte Einflussmöglichkeiten, wenn die Gemeinde nicht selbst aktiv wird", sagte Kuschnerus. Diese war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht erreichbar. (dpa)

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