Guinness-Buch-Eintrag

Britischer Astronaut schafft Marathon-Lauf im All

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Der britische Astronaut Tim Peake freut sich über seinen gelungenen Marathonlauf.

Köln - Astronaut Tim Peake ist den Londoner-Marathon im Weltall gelaufen. Auch ins Guinness-Buch der Rekorde hat es der Brite geschafft.

Tim Peake strahlt übers schweißgebadete Gesicht und hält beide Daumen hoch in die Kamera. Gerade ist der britische Astronaut 42,195 Kilometer unter ungewöhnlichen Bedingungen gelaufen: Der 44-Jährige hat den London-Marathon auf einem Laufband im All beendet.

Der Lauf in der Raumstation ISS wurde unter anderem per Live-Schaltung im Astronautenzentrum EAC in Köln überwacht. Bei der Verbindung ins All nach Zieleinlauf kam der Ton am Boden nicht an. Also rief Peake, der den All-Marathon solide in 3 Stunden und 35 Minuten lief, eben an: „Das war fantastisch heute Morgen.“

Erleichtert war vor allem sein Trainer Patrick Jaekel vom EAC, der am Morgen noch etwas darum bangte, dass Peake sich beim Lauf nicht verletzt. „Ich bin zufrieden wie ein Trainer das ist, dessen Schützling sein gestecktes Ziel erreicht hat“, sagte der Ingenieur und Sportwissenschaftler. „Tim war absolut stabil. Er hat das solide gemacht, sein Laufstil war toll bis zum Ende“, sagte Jaekel.

Mehrere Teams des Astronautenzentrums hatten den 44-Jährigen auf seine Langzeitmission Principia und den Marathon vorbereitet. Gegen die Schwerelosigkeit musste Peake beim Lauf ein Gurtgeschirr anlegen, das angekettet an elastische Kunststoff-Bänder ihn auf die Oberfläche des Laufbands zog. Dabei wirkten um die 70 Prozent seines Körpergewichts auf ihn ein.

„Das ist ungefähr wie ein Marathon mit einem 20-Kilo-Rucksack auf den Schultern“, verglich Jaekel die Belastung. Auch die Temperatur mit etwa 23 Grad Celsius und hohe Feuchtigkeit seien eine besondere Herausforderung. So sah man Peake auch immer wieder seinen Schweiß mit einem Tuch abwischen.

Mit dem All-Marathon hat Peake nicht nur ein persönliches Ziel erreicht. Er unterstützt damit die britische Organisation Prince's Trust für benachteiligte Jugendliche und darf sich nun auch mit einem Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde in der Kategorie „Schnellster Marathon im All“ bei den Männern rühmen.

Die Urkunde übergab der Vorsitzende aller Rekordrichter Marco Frigatti stellvertretend ans EAC-Team in Köln. „Wir wussten, dass er gut vorbereitet war, aber dass er den Marathon so schnell beendet, hatten wir nicht erwartet“, sagte Frigatti. Vor Peake hatte US-Astronautin Sunita Williams 2007 den Boston-Marathon im All beendet. Sie brauchte damals 49 Minuten länger.

Damit Peake sich beim All-Marathon nicht ganz so allein fühlte, hatte sich sein Team einiges einfallen lassen: „Wir haben eine App hochgeladen, die den Marathon virtuell abbildet und sich mit der Strecke auf dem Laufband synchronisiert“, erzählte Trainer Jaekel. Zudem konnte Peak auf einem zweiten Monitor live den Marathon in London verfolgen.

Er hörte über Kopfhörer auch Musik beim Laufen, 57 Songs querbeet hatte er sich dafür ausgesucht. Peake ist zwar 400 Kilometer über der Erdoberfläche, aber mit dem Planeten Erde ist er gut vernetzt. Über mehrere soziale Netzwerke twittert und postet Peake aus dem All und hat zum Teil mehr als eine halbe Million Follower weltweit.

Astronaut Gerst: Die besten Bilder seines Weltraum-Trips

Astronaut Gerst
Fast ein halbes Jahr hat der deutsche Astronaut Alexander Gerst auf der Internationalen Raumstation ISS geforscht: Wir zeigen die besten Bilder seines Aufenthalts im All. © Nasa/dpa
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Daumen hoch: Erschöpft aber wohlauf sieht man Alexander Gerst nach der Landung eingehüllt in einer Decke. © dpa
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Am Montag landete Alexander Gerst mit seinen beiden Kollegen in der Steppe von Kasachstan. © dpa
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In dieser Sojus-Kapsel sind die Raumfahrer gelandet. © AFP
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Regelmäßig zeigt Alexander Gerst Fotos der Erde aus 400-Kilometer-Entfernung. Hier de3r "Froschsee", der Krasnopavlivsk Stausee in der Ukraine. © Alexander Gerst/ESA/NASA/dpa
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Das Foto von Astronaut Alexander Gerst aus der Internationalen Raumstation, veröffentlicht am 09.11.2014, zeigt Berlin. © Alexander Gerst/ESA/dpa
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Das Bild vom 22. Juli zeigt die Insel Guadalupe. © Alexander Gerst/ESA/NASA/dpa
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"Mein traurigstes Foto" bezeichnete Alexander Gerst dieses Bild vom 22. Juli, das Israel und Gaza bei Nacht zeigt. © ESA/NASA/dpa
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Alexander Gerst in seinem Raumanzug auf der Internationalen Raumstation ISS. © ESA/NASA
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Ein Selfie von Alexander Gerst und seinen Kollegen auf der ISS: Elena Serova, Maxim Suraev, Alexander Samokutyaev, Reid Wiseman und Barry Wilmore. © ESA/NASA/dpa
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Fast ein halbes Jahr hat der deutsche Astronaut Alexander Gerst auf der Internationalen Raumstation ISS geforscht: Wir zeigen die besten Bilder seines Aufenthalts im All. © NASA/ESA/dpa
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Gerst bereitet sich auf einen Außeneinsatz vor. © ESA/NASA
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Alexander Gerst (r.) und Reid Wiseman bei Arbeiten im All. © EPA/NASA TV
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Alexander Gerst und Reid Wiseman bei Arbeiten im All. © NASA
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Alexander Gerst (M.) im Trikot der Fußball-Nationalelf, neben seinen kahl rasierten US-Kollegen Reid Wiseman (r) und Steve Swanson an Bord der ISS. Dieses Foto postete Gerst am 27. Juni auf Facebook. Vorangegangen war eine Wette, nach der sich bei einem WM-Sieg der deutschen Fußballer über die USA die beiden US-Astronauten den Kopf rasieren lassen würden. Bei einem Sieg der USA hätte sich Gerst die US-Flagge auf den kahlen Kopf malen lassen. © Alexander Gerst/NASA/dpa
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Am 28. Mai dockte die Sojus TMA 13M-Kapsel an der Raumstation an. © NASA/dpa
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Dieses Foto postete Alexander Gerst am 20. Juni auf Twitter. © Alexander Gerst/NASA/dpa

Die Marathon-Mission hat der Vater zweier Söhne zumindest erfüllt. Anfang Juni ist seine Rückkehr auf die Erde geplant. Am Tag 132 seiner Mission, dem Tag nach dem Lauf, geht es aber schon wieder weiter mit dem Sport an Bord, wenn auch nur über aktive Erholung, wie sein Trainer sagt. Die Muskeln müssen im All auf Trab gehalten werden.

dpa

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