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Zwei Tote bei Messerangriff in Regionalbahn: Was bislang bekannt ist – und was nicht

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Von: Julia Volkenand

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Ein Mann attackiert am Mittwoch (25. Januar) in Brokstedt Fahrgäste in einem Regionalzug. Zwei Menschen wurden dabei getötet, sieben weitere verletzt. Eine Übersicht über die bisherigen Erkenntnisse finden Sie hier.

Brokstedt – Am Nachmittag des 25. Januars griff ein Mann im Regionalzug auf der Strecke von Kiel nach Hamburg mehrere Fahrgäste mit einem Messer an. Zwei Menschen verloren ihr Leben, sieben weitere wurden verletzt. Inzwischen ist der Täter gefasst. Die Ermittlungen der Mordkommission Itzehoe in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft laufen auf Hochtouren, berichtet merkur.de.

Messerattacke in Zug in Brokstedt: Der Tathergang

Was wir wissen: Um kurz vor 15 Uhr gingen bei der Polizei mehrere Notrufe ein, die von einem Angriff in einem fahrenden Regionalzug auf der Strecke von Kiel nach Hamburg berichteten. Der mutmaßliche Täter habe andere Fahrgäste mit einer Stichwaffe attackiert. Mehreren Medienberichten zufolge handelte es sich bei der Waffe um ein Messer. Der Zug wurde daraufhin in Brokstedt im Kreis Steinburg gestoppt, das Geschehen verlagerte sich auf den Bahnsteig, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa) unter Bezugnahme auf eine Polizeisprecherin.

Insgesamt wurden bei der Tat zwei Menschen getötet und sieben verletzt, drei davon schwer und vier leicht, hieß es zuletzt (Stand: 25. Januar, 20.12 Uhr). Zur Anzahl der Verletzten gab es zunächst unterschiedliche Angaben. Auch der Verdächtige selbst wies Verletzungen auf und wurde der Polizei in ein Krankenhaus gebracht.

Was wir nicht wissen: Unklar bleiben zunächst Details zum Tathergang, sowie die Identitäten der Toten und Verletzten.

Tote und Verletzte bei Messerattacke in Zug
Mitarbeiter der Spurensicherung sind auf einem Bahnsteig bei einem Regionalzug im Einsatz. © Jonas Walzberg/dpa

Angriff auf Fahrgäste in Regionalbahn: Die Festnahme

Was wir wissen: Fahrgäste haben den Angreifer festgehalten, ihnen sei es gelungen ihn zu stoppen, bis die Einsatzkräfte vor Ort waren. Der Verdächtige wurde auf dem Bahnsteig von der Polizei festgenommen. Die etwa 70 anwesenden Fahrgäste wurden nach Polizeiangaben in einem nahe gelegenen Gasthof befragt. Die Spurensicherung war mit mehreren Kräften im Einsatz. An einem Bahnübergang mit geöffneten Schranken arbeiteten Spurensicherer in weißen Schutzoveralls.

Was wir nicht wissen: Bislang gibt es keine Informationen dazu, wie es den Fahrgästen gelang, den Tatverdächtigen zu entwaffnen und ihn festzusetzen. Auch darüber, wie der mutmaßliche Täter sich die Verletzungen zuzog, liegen keine Informationen vor.

Tödlicher Messerangriff in Zug: Der Tatverdächtige

Was wir wissen: Bei dem mutmaßlichen Angreifer handelt es sich um einen 33-jährigen staatenlosen Palästinenser (24hamburg.de berichtete), wie Schleswig-Holsteins Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack (CDU) am Mittwochabend am Bahnhof in Brokstedt sagte. Der 33-Jährige kam nach Polizeiangaben mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus. „Die Hintergründe sind noch unklar, ebenso wie die Identitäten der Geschädigten“, sagte eine Polizeisprecherin.

Der 33-Jährige aus Gaza reiste laut Spiegel-Informationen im Dezember 2014 in die Bundesrepublik ein. Er erhielt demnach im Juli 2016 subsidiären Schutz, allerdings wäre ein Rücknahmeverfahren dieses Titels eingeleitet worden. Zuletzt lebte er im Raum Kiel. Der mutmaßliche Täter ist polizeibekannt. Ihm wurden mindestens zwölf Straftaten vorgeworfen, heißt es. Darunter gefährliche Körperverletzung, ein sexueller Übergriff, Missbrauch von Scheckkarten und Bedrohung. Er sei vor sechs Tagen aus der Untersuchungshaft entlassen worden.

Es gab erste Hinweise, dass der mutmaßliche Angreifer geistig verwirrt sein könnte. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen. Nach vorläufigen Erkenntnissen war er in Norddeutschland bislang nicht als Extremist aufgefallen. 

Was wir nicht wissen: Völlig unklar ist bislang das Tatmotiv.

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