17-Jähriger  verurteilt

Brudermord-Prozess: Vier Jahre Jugendstrafe

Düsseldorf - Wegen Mordes an seinem zwölfjährigen Bruder und versuchten Mordes an seiner Mutter ist ein 17-Jähriger am Mittwoch vom Düsseldorfer Landgericht zu vier Jahren Jugendstrafe verurteilt worden.

Das Gericht blieb damit unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die eine Strafe von acht Jahren beantragt hatte. Als strafmildernd wertete die Strafkammer nach Angaben einer Gerichtssprecherin, dass der Jugendliche vor den Taten durch den Selbstmord seines Vaters "aus dem Gleichgewicht" geworfen worden sei.

Der 17-Jährige hatte die Vorwürfe bereits zu Prozessbeginn vor gut einem Monat im Wesentlichen eingeräumt. Laut Anklage hatte er am 5. März dieses Jahres seinen Bruder in der Düsseldorfer Wohnung der Familie erwürgt. Die Leiche soll der zur Tatzeit 16-Jährige anschließend in einer Abstellkammer versteckt haben.

Als mehrere Stunden später die Mutter nach Hause kam, soll der ältere Sohn sie zunächst mit einem Kabel stranguliert haben. Die Frau wehrte sich jedoch nach Kräften. Daraufhin soll er mit der Faust und einer fünf Kilo schweren Kunststoffhantel nach dem Kopf seiner Mutter geschlagen haben. Die Frau erlitt dabei eine stark blutenden Kopfwunde. Sie konnte sich dennoch befreien, aus der Wohnung fliehen und schließlich über Nachbarn die Polizei alarmieren.

Das Motiv für die Taten konnte in dem Verfahren letztlich nicht geklärt werden. Zugunsten des Angeklagten gingen die Richter der Sprecherin zufolge aber davon aus, dass die offenkundigen Probleme des Jugendlichen durch den vorherigen Suizid seines Vaters entstanden waren.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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