Buchmesse geht zu Ende

Weniger Besucher, mehr Agenten, viel zu tun

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Besucher strömen am 13.10.2012 auf der Buchmesse in Frankfurt am Main (Hessen) über das Agora-Freigelände, auf dem das Lesezelt seinen Standplatz hat.

Frankfurt/Main - Die anstrengendste Woche des Literaturbetriebs ist vorbei, die Buchmesse 2012 Geschichte. Sie hatte weniger Fachbesucher, aber mehr Themen.

Viele Stars waren in Frankfurt, aber nicht allzu viel Zuversicht zu spüren. Internet-Handel und E-Books treiben die Branche vor sich her. Ein Ausweg vielleicht: Bücher, die so schön sind, dass man sie nicht aus der Hand legen mag.

An den drei Fachbesuchertagen musste die Buchmesse einen Besucherrückgang verzeichnen. Insgesamt wurden 146 187 Menschen gezählt - 1,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Am Wochenende war die Messe dann auch für das Lesepublikum geöffnet.

Die Schwerpunkte der Messe haben sich verschoben, sagte Buchmesse-Sprecherin Katja Böhne. "Wir haben die Messe in den vergangenen Jahren sanft aber nachdrücklich in die richtige Richtung geschoben." Der Rechtehandel werde immer wichtiger, die Messe werde immer internationaler. Fachveranstaltungen, zum Beispiel über Social-Media-Kampagnen, würden stark nachgefragt. "Dadurch, dass der Handel als Zwischenvermittler immer häufiger außen vor bleibt, müssen sich die Verlage direkt an den Leser wenden."

Die Verkaufszahlen liegen bislang unter dem Vorjahr. "Es ist ein schwierigeres Jahr als 2011", sagte der Sprecher der Verlagsgruppe S. Fischer, Martin Spieles. Trotzdem sind die Verlage für den Jahresendspurt optimistisch - viele haben für das wichtige Weihnachtsgeschäft bestsellerverdächtige Autoren im Programm. "Es ist eine Tragödie, dass es wahnsinnig viele gute Bücher gibt, aber die Leserschaft nicht weiter wächst", stellte Hanser-Verleger Michael Krüger fest.

Es zeichnet sich ein Trend zu hochwertig ausgestatteten Büchern ab, um sich gegen den E-Book-Trend oder den Internetversand zu behaupten. Einige Verlage planen, mit besonderer Typographie und Umschlaggestaltung das "haptische Erlebnis" des gedruckten Buchs spürbar zu machen.

Zu den meistumlagerten Gästen der Messe zählten wie üblich nicht die besten, sondern die prominentesten Autoren: Arnold Schwarzenegger, Erotikbuch-Shootingstar E.L. James, das Ehepaar Kachelmann. Bundespräsident Joachim Gauck bewies Geschmack: Er unterhielt sich bei Suhrkamp mit Shortlist-Kandidat Stephan Thome -unter anderem über China, das in Frankfurt allgegenwärtig war. Die Messe debattierte über Literaturnobelpreisträgers Mo Yan, einer seiner Kritiker, Liao Yiwu, erhielt den Friedenspreis.

Ehrengast Neuseeland war zufrieden. "Not bad", bilanzierte Organisatorin Tanea Heke in landestypischem Understatement. 80 Autoren waren nach Deutschland gekommen, 100 Bücher neu ins Deutsche übersetzt worden. Buchmessen-Direktor Juergen Boos lobte "das bunteste Gastland, das wir jemals hatten - und das nasseste." Die Gestalter des neuseeländischen Pavillons hatten die Messehalle mit Wasser geflutet und es regnen lassen. 2013 ist Brasilien dran.

dpa

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