"Warum ruft er mich nicht an?"

Die größten Abtörner beim ersten Date

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Warum ruft er mich nicht an? Was Frauen über Männer wissen müssen.

München - Darum ruft er nach der ersten Verabredung nicht an: Rachel Greenwald stellt in ihrem Buch die zehn größten Abtörner beim Date vor. An der "Chemie" liegt es meistens nicht.

"Warum ruft er mich nicht an?" Mit dieser Frage beschäftigt sich die amerikanische Singleberaterin und Partnervermittlerin Rachel Greenwald in ihrem gleichnamigen Buch (2010 Goldmann). Greenwald hat 1000 "Abschlussgespräche" mit Männern geführt, die sich nach dem Date nicht mehr bei den Frauen gemeldet haben.

Umfrage mit überraschenden Ergebnissen

Dabei kommt sie auf überraschende Ergebnisse. Oft sind es kleine Details, an die sich die Frauen kaum noch erinnern konnten, die die Entscheidung der Männer stark beeinflussten. Das Aussehen nahm nur eine nebensächliche Rolle ein. Sobald der Mann eine störende Kleinigkeit bemerkte, betrachtete er das ganze folgende Date von diesem Blickwinkel aus. Rachel Greenwald  hat in ihrem Buch die größten "Abtörner" zusamengestellt. Das Ergebnis sind zehn Stereotypen, in die Männer ihre Datepartner in der "Filterphase" grob kategorisieren. Keine Frau wird sich mit einem dieser Frauentypen völlig identifizieren können und wollen. Sie erfährt aber, warum sie in die ein oder andere Schubladen gesteckt wurde und wie sie das künftig vermeiden kann. 

Auf Platz 1 steht die "Chefin". Sie zeichnet sich in erster Linie durch ihr dominantes Verhalten aus. Überraschend sind die unterschiedlichen Einschätzungen auf männlicher und weiblicher Seite: Halten die Chefinnen sich selbst für überzeugend, kompetent, kampferprobt, modern oder selbstbewusst, werden sie von den befragten Männern dagegen als streitlustig, kontrollierend, unweiblich oder zu wenig fürsorglich beschrieben. Greenwalds Tipp: Ändern Sie Ihren Ton, geben sie sich spielerich, kleiden Sie sich feminin, machen Sie etwas, was diesem Chefinnen-Image widerspricht (der Hausfragen-Joker). Greenwald verlangt von ihren Leserinnen nicht, sich zu verbiegen. "Er sollte Sie so mögen, wie Sie sind." Doch Ziel einer ersten Verabredung sei es, um eine zweite Verabredung gebeten zu werden. Sobald man verliebt ist, könne die Chemie zwischen zwei Menschen auch trotz kleinerer Macken wirken.

Insgesamt nennt Greenwald zehn größte "Abtörner" und jenseits der Top Ten sechs weitere: die Neurotikerin, die Kategorische, die Zugehörige, die Psychotante, die Schnapsdrossel und die Gleichgültige.

Die zehn größten Abtörner beim ersten Date

Auf Platz 1: Die Chefin. "Ich kam mir vor wie bei einem Arbeitsessen, nicht wie bei einer Verabredung" (Carl, 28). Die Chefin zeichnet sich in erster Linie durch ihr dominantes Verhalten auf. Sie kann auf den Mann streitlustig wirken, zu wettbewerbsorientiert, kontrollierend, unweiblich oder auch nicht fürsorglich genug. © dpa
Platz 2: Die Langweilerin: "Sie war nett, echt" (Patrick, 28). Die Langweilerin zeichnet sich durch mangelnden Enthusiasmus aus, sie steuert keine Gesprächsthemen zur Unterhaltung bei, bezieht keine klare Stellung. © dpa
Platz 3: Der Lockvogel. "Ich hätte zu gern mal ein Date mit einer Frau, die meine Erwartungen übertrifft" (Josh, 42). Der Lockvogel weckt zum Beispiel durch Fotos im Internet falsche Hoffnungen. Aber: 35 Prozent der Männer, die den Lockvogel als Abtörner angaben, stolperten nicht bei einem Blind Date über ihre Erwartungen - sie kannten die Frau also schon. Der Mensch hört eben, was er hören will. © dpa
Platz 4: Das Prinzesschen. "Ihre Definition von Tragödie? Wenn ihre Putzfrau nicht zur Arbeit erschien" (Jared, 28). Das Prinzesschen hat oft sehr hohe materielle Ansprüche und ist heikel in Geschmacksfragen, oberflächlich oder egozentrisch. Männer durchschauen "subtile" Testfragen bezüglich wirtschaftlicher Stellung übrigens oft. Verwöhnte Frauen mit zu hohen Ansprüchen wirken auf sie abschreckend. © dpa
Platz 5: Die Fixierte. "Sie hörte sich an, als würde sie mit mir ein Vorgespräch für eine Samenspende führen" (Wade, 40). Die Fixierte ist eine "Frau, die sich aufgemacht hat, einen Freund, einen Ehemann, ein Baby oder alles auf einmal zu kriegen." © dpa
Platz 6: Die Exhibitionistin. "Ich möchte mir möglichst wenig Dramen aufhalsen" (Matt, 48). Die Exhibitionistin verbreitet schon beim ersten Date negative Informationen über sich selbst. Solches "Gepäck" landet laut Greenwald gerne mit einem "satten Rums!" auf der Kontraseite der unvermeidlichen Pro- und Kontra-Liste. Altlasten sollten nicht gleich beim ersten Date zur Sprache kommen... © dpa
Platz 7: Die Kratzbürste. "Ich kam mir vor, als würde ich versuchen, ein Stachelschwein zu umarmen" (Walt, 41). Die Kratzbürste ist eine Frau, die beim Date "kein bisschen nett wirkt". Sie ist unhöflich gegenüber der Bedienung oder sogar gegenüber dem Datepartner. Ein Mann fürchtet bei so einem misslungenen Rendezvous natürlich, eine Dauerzicke erwischt zu haben. © dpa
Platz 8: Die Nörglerin: "Sie jammerte über alles. Ich kam mir vor, als würde ich meine 90-jährige Großmutter in Florida besuchen" (Harry, 40). Die Nörglerin klagt bei einem Date über alles, ist pessimistisch oder sogar zynisch und drückt auch durch nonverbale Botschaften ihren Missmut aus. © dpa
Platz 9: Die Verflossene. "Sie ließ sich dauernd über ihre letzte Beziehung aus. Es hat mich gelangweilt" (Saul, 61). Die Verflossene spricht bewusst oder unbewusst andauernd von ihrem Ex und verwendet zum Beispiel regelmäßig das Pronomen "wir". © dpa
Platz 10: Die Einbahnstraße. "Das war kein Date, das war ein Interview. Ich fühlte mich ausgequetscht, als säße ich auf einer Talkshow-Couch" (Finn, 33). Die Einbahnstraße ist eine Frau, die entweder zu viel redet oder die Unterhaltung zu stark steuert. Sie wirkt mehr mit sich selbst beschäftigt, als Interesse für den Gesprächspartner zu zeigen. © dpa

Natürlich ist keine Frau absolut einem dieser Typen zuzuordnen, vielmehr weckt sie bei den – teils als überempfindlich dargestellten - Männern während des Dates durch unbewusste Bemerkungen, Gesten oder Verhaltensweisen, den Eindruck, diesem Stereotyp anzugehören. Durch den Abschnitt "Kommt Ihnen das bekannt vor?" am Ende jedes Kapitels können die Leserinnen entscheiden, ob sie Züge dieses Stereotyps in sich tragen. Auch wenn die Fragen teils sehr pauschal wirken, fängt der Leser doch an zu grübeln: Trifft dieser oder jener Gesichtspunkt nicht doch irgendwie auf die eigene Ausstrahlung zu?

Greenwald schreibt ihren Ratgeber in einem lockeren, teils flapsigen Stil. Der Leser wandert durch eine Ansammlung witziger Anekdoten, interessanter und skurriler Personen, einleuchtender Erklärungen und überraschender Statistiken. Durch die detaillierten Beschreibungen der "Abtörner" und die vielen Fallbeispiele zwingt sie die Leserin dazu, sich selbst mit Abstand zu betrachten und neutral die eigenen Schwächen zu analysieren. Dabei zieht die Autorin mit einem Augenzwinkern natürlich auch immer wieder das starke Geschlecht durch den Kakao. Wirken doch die Gründe, warum die Männer eine Verabredung nicht wiederholt haben, manchmal ziemlich absurd. Einige der männlichen Zitate bewirken bei der Leserin ein verständnisloses Kopfschütteln, viele ein beipflichtendes Schmunzeln, andere ein lauthalses Lachen. Denn auch das Verhalten einiger Date-Partnerinnen scheint oft ziemlich skurril. Und so lange nicht die eigene Verabredung auseinandergenommen wird, kann man sich eben köstlich amüsieren.  

evg

1. Auflage 2010

Wilhelm Goldmann Verlag, München,

ISBN 978-3-442-39186-8

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