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Bundesärztekammer-Präsident fordert dauerhaftes Böllerverbot an Silvester

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Von: Moritz Serif

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Silvester - Stuttgart
Zum vierten Mal in Folge verhängt Stuttgart Böllerverbote. © Christoph Schmidt/picture alliance

Immer wieder gibt es Diskussionen über ein Böllerverbot an Silvester. Dieses Mal bezieht Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, Stellung.

Berlin – Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, fordert von Bund und Ländern ein dauerhaftes Böllerverbot an Silvester. Die „ungeregelte Knallerei“ passe nicht mehr in die Zeit, sagte der Mediziner der Neuen Osnabrücker Zeitung. „Sie ist schlecht für Umwelt und Klima und führt immer wieder zu schweren Verletzungen.“

Jedes Jahr erlitten rund 8.000 Menschen bundesweit eine Verletzung des Innenohres durch explodierende Feuerwerkskörper, ergänzte der Ärztechef. Besonders oft seien Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 6 und 25 Jahren von diesen Knalltraumata betroffen. Hinzu kämen Verletzungen am Auge und Verbrennungen. „Das bedeutet eine starke zusätzliche Belastung für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kliniken, die ohnehin schon seit Monaten am Limit arbeiten.“

Böllerverbot in der Diskussion

In den vergangenen zwei Jahren seien gute Erfahrungen mit dem Verbot gemacht worden, sagte Reinhardt. Während der Corona-Pandemie waren private Feuerwerke untersagt. Es sei außerdem vollkommen fehl am Platz, das neue Jahr mit Raketen zu begrüßen, während in Europa ein Krieg wüte. „Bei zahlreichen Geflüchteten aus Kriegsgebieten löst die Silvesterknallerei schlimme Gefühle aus, bei manchen sogar Todesängste.“

Anfang November hatte sich bereits die Deutsche Umwelthilfe für ein bundesweites Böllerverbot an Silvester ausgesprochen. Das Bundesinnenministerium reagierte ablehnend. Der Forderung nach einem Verbot schlossen sich unter anderem der Bundesvorstand der Gewerkschaft der Polizei und die niedersächsische Ärztekammer an.

Gewerkschaft der Polizei plädiert ebenfalls für Böllerverbot

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) spricht sich ebenfalls für zentral organisierte Feuerwerke an Silvester und ein Verbot privater Böllereien aus. Die Maßnahme sei für viele vielleicht schmerzhaft, aber sinnvoll, teilte der GdP-Bundesvorsitzende Jochen Kopelke mit. Argumente dagegen seien unter anderem die Schadstoffproduktion, der anfallende Müll, das hohe Unfallrisiko vor allem unter Alkoholeinfluss, die Böller- und Raketenangriffe auf Polizei, Feuerwehr und Rettungssanitäter sowie die Sachbeschädigungen.
Feuerwerk belaste zudem viele Menschen und Tiere psychisch wie physisch. (mse/epd)

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