Plädoyer vor Gericht

Bundesanwaltschaft: Verena Becker lügt

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Polizisten decken nach dem RAF-Attentat in Karlsruhe die Leiche von Generalbundesanwalt Siegfried Buback ab.

Berlin - Die Bundesanwaltschaft hält die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker für mitschuldig am Attentat auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback. Eine Frage bleibt aber offen.

„Sie ist schuldig - das steht für uns fest“, sagte die Anklagevertreterin Silke Ritzert am Dienstag im Plädoyer der Bundesanwaltschaft vor dem Oberlandesgericht Stuttgart.

„Wir nehmen der Angeklagten ihre Behauptung "Ich war nicht dabei" nicht ab“, sagte Ritzert. Becker hatte in einer Erklärung vor Gericht jede Beteiligung an dem Mordanschlag bestritten. Genauere Angaben zur Art der angeblichen Beteiligung machte Ritzert zunächst nicht. Sie verwende den Begriff der „Beteiligung“ bewusst als Oberbegriff, der sowohl Täterschaft als auch Beihilfe umfasse. Zur genauen rechtlichen Einordnung wollte sie erst zum Schluss des Plädoyers kommen, das voraussichtlich bis zum frühen Abend dauern soll. Die Bundesanwaltschaft gehe aber nicht davon aus, dass Becker unmittelbar als Schützin an dem Attentat beteiligt war.

RAF-Morde: Bilder vom Prozess gegen Verena Becker

Mit Sonnenbrille betritt Verena Becker den Gerichtssaal. © dpa
Die Bundesanwaltschaft wirft der 58 Jahre alten Angeklagten vor, an der Ermordung Siegfried Bubacks und seiner zwei Begleiter am 7. April 1977 beteiligt gewesen zu sein. © dpa
Der Medienandrang beim Prozess ist groß. © dpa
Laut Anklage soll Becker maßgeblich an der Entscheidung für den Mordanschlag, an dessen Planung und der Verbreitung der Bekennerschreiben mitgewirkt haben. © dpa
Michael Buback, Siegried Bubacks Sohn, fährt am Donnerstag (30.09.2010) in Stuttgart in die Justizvollzugsanstalt (JVA) Stammheim. © dpa
Das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart hat 17 Verhandlungstage bis zum 21. Dezember angesetzt. © dpa
Das RAF-Logo ist am Donnerstag (30.09.2010) in Stuttgart an einem Zaun vor der Mehrzweckhalle der Justizvollzugsanstalt (JVA) Stammheim auf einem Plakat zu sehen, das Symphatisanten kurz zuvor dort aufgehängt hatten. © dpa
Bis heute ist ungeklärt, welches RAF-Mitglied bei dem Attentat in Karlsruhe die tödlichen Schüsse auf den 57-jährigen Buback und dessen zwei Begleiter - den 30-jährigen Fahrer Wolfgang Göbel und den 43-jährigen Justizwachtmeister Georg Wurster - abgefeuert hat. © dpa
Ein Mann steht in Stuttgart vor der Mehrzweckhalle der Justizvollzugsanstalt (JVA) Stammheim, in der sich das Oberlandesgericht Stuttgart befindet. © dpa
Verena Becker (M) steht zusammen mit ihren Anwälten Hans Wolfgang Euler (l) und Walter Venedey (r) im Gerichtssaal des Oberlandesgerichts Stuttgart in Stuttgart-Stammheim. © dpa
Im Zusammenhang mit dem Buback-Attentat wurden in den 80er Jahren die RAF-Mitglieder Brigitte Mohnhaupt, Christian Klar und Knut Folkerts wegen Mordes verurteilt - allerdings lediglich als “Mittäter“. © dpa
Auch Becker war wegen einer anderen Tat bereits zu einer lebenslänglichen Haft verurteilt und 1989 begnadigt worden. © dpa

Die Beweisaufnahme habe die Frage, wer geschossen hat, nicht beantworten können, hatte zuvor Bundesanwalt Walter Hemberger vorgetragen. „Es gibt keine belastbaren Hinweise, die auch nur ansatzweise auf eine unmittelbare Täterschaft als Schützin hindeuten könnten.“

Weder gebe es Zeugen, welche die unmittelbaren Täter erkennen konnten, noch gebe es objektiv Beweismittel wie DNA-Spuren, die eine Identifizierung ermöglichen würden, sagte Hemberger. „Wir können uns keinen Tatzeugen herbeizaubern, auch wenn sich einige mehr als zweifelhafte Tatzeugen selbst herbeigezaubert haben.“

Am Donnerstag und Freitag soll der Sohn des Opfers, Nebenkläger Michael Buback, seine Sicht der Dinge darlegen. Das Gericht will am 6. Juli ein Urteil verkünden.

dpa

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