Plädoyer vor Gericht

Bundesanwaltschaft: Verena Becker lügt

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Polizisten decken nach dem RAF-Attentat in Karlsruhe die Leiche von Generalbundesanwalt Siegfried Buback ab.

Berlin - Die Bundesanwaltschaft hält die ehemalige RAF-Terroristin Verena Becker für mitschuldig am Attentat auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback. Eine Frage bleibt aber offen.

„Sie ist schuldig - das steht für uns fest“, sagte die Anklagevertreterin Silke Ritzert am Dienstag im Plädoyer der Bundesanwaltschaft vor dem Oberlandesgericht Stuttgart.

„Wir nehmen der Angeklagten ihre Behauptung "Ich war nicht dabei" nicht ab“, sagte Ritzert. Becker hatte in einer Erklärung vor Gericht jede Beteiligung an dem Mordanschlag bestritten. Genauere Angaben zur Art der angeblichen Beteiligung machte Ritzert zunächst nicht. Sie verwende den Begriff der „Beteiligung“ bewusst als Oberbegriff, der sowohl Täterschaft als auch Beihilfe umfasse. Zur genauen rechtlichen Einordnung wollte sie erst zum Schluss des Plädoyers kommen, das voraussichtlich bis zum frühen Abend dauern soll. Die Bundesanwaltschaft gehe aber nicht davon aus, dass Becker unmittelbar als Schützin an dem Attentat beteiligt war.

RAF-Morde: Bilder vom Prozess gegen Verena Becker

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Die Beweisaufnahme habe die Frage, wer geschossen hat, nicht beantworten können, hatte zuvor Bundesanwalt Walter Hemberger vorgetragen. „Es gibt keine belastbaren Hinweise, die auch nur ansatzweise auf eine unmittelbare Täterschaft als Schützin hindeuten könnten.“

Weder gebe es Zeugen, welche die unmittelbaren Täter erkennen konnten, noch gebe es objektiv Beweismittel wie DNA-Spuren, die eine Identifizierung ermöglichen würden, sagte Hemberger. „Wir können uns keinen Tatzeugen herbeizaubern, auch wenn sich einige mehr als zweifelhafte Tatzeugen selbst herbeigezaubert haben.“

Am Donnerstag und Freitag soll der Sohn des Opfers, Nebenkläger Michael Buback, seine Sicht der Dinge darlegen. Das Gericht will am 6. Juli ein Urteil verkünden.

dpa

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