Der Fotografierte selbst klärt alles auf

ÖPNV-Foto aus Berlin ging um die Welt - doch der Mann wird fälschlicherweise gefeiert - Ahnen Sie, warum?

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Igor G. wurde zum Internet-Helden.

Ein Foto aus einem Berliner Bus geht um die Welt. Viele feiern den Mann, der zu sehen ist, fälschlicherweise. Ahnen Sie, warum?

  • Ein Foto aus einem Bus in Berlin ging unter Musikfans viral.
  • Es zeigt einen Mann beim „Notenlesen“.
  • Der Fotografierte meldete sich inzwischen selbst zu Wort - und klärt auf.

Berlin - Ein Foto aus einem Berliner Bus ist unter Musik-Fans viral gegangen. Es ist nicht nur das Bild selbst, das für so viel Begeisterung sorgt. Sondern der Kommentar dazu. „Headphones are so overrated“, zu Deutsch: „Kopfhörer sind so überbewertet“.

Denn das vermeintlich unbemerkt aufgenommene Foto zeigt einen Herrn, der in einem Bus sitzt und gemütlich in einem Heft mit Musiknoten schmökert. Insgesamt soll das heißen: Der Mann ist so cool, der braucht keine Kopfhörer, er schaut einfach die Noten an, und die Töne erklingen in seinem Kopf.

Bild aus Berliner Bus: Jetzt spricht der Fotografierte

Leider ist dem aber nicht so. Denn die Auflösung könnte manchen enttäuschen und rüttelt am Helden-Status des Bus-Passagiers. Er selbst hat sich im November in der Facebook-Gruppe „Spezialistengruppe: Musikerwitze“ zu Wort gemeldet. Demnach heiße er Igor G. - dass es sich tatsächlich um den Fotografierten handelt, ist nicht hundertprozentig bestätigt, es besteht aber auch kein Anlass, daran zu zweifeln.

„Habe da aber nur den Liedertext (dummdeutsch: die Lyrics) gelesen“, lautet seine ernüchternde Erklärung. „Es waren Lieder von Friedrich Hollaender, die ich mir aus der Musikbibliothek in Berlin-Steglitz geholt hatte.“

Offenbar ging das Foto in den Monaten davor um die Welt. Denn Igor G. hatte das Bild mit anderer Schrift darauf entdeckt. Mit wohl kyrillischer! „Das ist übrigen der älteste Post davon, den ich ausfindig machen konnte. Leider kann ich das, genausowenig wie Noten, lesen“, schreibt er. Und bekommt Hilfe. „Da steht ‚Nauschniki dlja slabakow‘, zu Deutsch: ‚Kopfhörer [sind was] für Weicheier‘, so die Aufklärung. Auch ein weiteres Internet-Foto mit kyrillischer Bemerkung wird diskutiert.

Auch so kursierte das Foto schon.

„Bus-Held“ aus Berlin gibt zu: „Ich bin kein Musikus“

Einige finden das Bild gar nicht soooo besonders. Schließlich gibt es tatsächlich musikalisch talentierte und ausgebildete Menschen, die Noten im Kopf zu Tönen umwandeln können. Igor G. stellt noch mal klar: „Ich bin kein Musikus. Ich habe mal ne Zeit trompetet und konnte dafür die Noten auch lesen. Habe sogar in der Musikschule eine Medaille für die beste Note in Musiktheorie überreicht bekommen. (Sollte sie sich mal in meinem Tohuwabohu auffinden, werde ich sie ablichten und hier dem allgemeinen Hohne preisgeben). Was ich aber nicht kann, ist aus gelesenen Noten eine Melodie heraushören“.

Nach einem tragischen Vorfall in Hamburg, bei dem ein Mann ums Leben kam, fahndet die Polizei mit Hochdruck.

„Bus-Held“ aus Berlin hätte nicht mit seinem Ruhm gerechnet

Igor G. zeigt sich verdutzt von all dem Wirbel, den das Foto entfacht hat. „Ich war schon sehr erstaunt, ein Bild von mir im Netz zu entdecken“, erklärt der Fotografierte, der wider Willen zum Helden wurde. Und dem eine Superkraft zugeschrieben wurde, die er gar nicht besitzt.

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lin

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