Marihuana

Hilft Cannabis gegen Depressionen? Neue Studie bringt Erkenntnisse

Eine Cannabisplantage.
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In einer Studie wurden die Auswirkungen von Cannabis auf Depressionen untersucht.

Cannabis ist für seine stimmungsaufhellende Wirkung bekannt. Eine Studie hat untersucht, ob Marihuana ein Therapiemittel gegen Depressionen sein könnte.

  • Demnach kann Cannabis Depressionssymptome zumindest kurzfristig senken.
  • Jeder fünfte Patient klagte über Nebenwirkungen.
  • Ob Marihuana Psychosen auslösen kann, wurde nicht untersucht.

Kassel - Auch in Deutschland wird medizinisches Cannabis immer häufiger in der Schmerztherapie eingesetzt. Neben der Gabe zur Linderung von Schmerzen kann Marihuana allerdings auch stimmungsaufhellend wirken. Deshalb stellt sich die Frage, ob es auch als Mittel gegen Depressionen eingesetzt werden könnte. Doch hilft Cannabis wirklich dagegen?

An der Universität von New Mexico haben Forscher genau diesen Wirkungsmechanismus untersucht. Die Ergebnisse haben sie in einer Studie zusammengefasst, die im „Yale Report of Biology and Medicine“ veröffentlicht wurde. Um die Auswirkung vom Konsum von Cannabis auf Depressionen zu untersuchen, haben die Forscher eine Datenauswertung über die App „Releaf“ vorgenommen.

Studie: Cannabis kann Depressionssymptome kurzfristig senken

Hintergrund: „Releaf“ ist eine Software für Patienten, in der sie die Intensität der Symptome, die Linderung der Beschwerden sowie die Nebenwirkungen eingeben können. In der Studie wurden 1819 Menschen mit 5876 Cannabis-Verabreichungen überwacht. Forscher Jacob Miguel Vigil vom Fachbereich Psychologie schreibt, dass eine Cannabisblüte mit einem hohen THC-Gehalt Depressionssymptome kurzfristig senken könne.

Dazu zählten demnach positive Nebenwirkungen wie Glücksgefühle, Optimismus, das Gefühl innerer Ruhe und Entspannung. Allerdings erlebten 20 % der Patienten Nebenwirkung wie eine schlechte Stimmung oder sie verloren ihren Antrieb. Wichtig ist auch, dass die Studie keine Erkenntnisse über langfristige Auswirkungen zwischen Cannabis und Depressionen untersuchte.

Cannabis: Junge Erwachsene mit Depressionen können süchtig werden

Eine andere Studie, die im Fachblatt „Lancet Psychiatry“ veröffentlicht wurden, kam zu dem Ergebnis, dass junge Erwachsene, die an Angstzuständen, Depressionen und Psychosen leiden, mit größerer Wahrscheinlichkeit süchtig werden können, wenn sie über einen langen Zeitraum jeden Tag Cannabis konsumieren. Davon sei dringend abzuraten.

„Diese Risiken und die Grenzen der vorhandenen Evidenz müssen abgewogen werden, wenn die Verwendung von medizinischen Cannabinoiden zur Behandlung von Symptomen häufiger psychischer Störungen in Betracht gezogen wird“, sagt Prof. Louisa Degenhardt vom National Drug and Alcohol Research Centre in Sydney. 

Häufig Nebenwirkungen, hohes Suchtpotential für Depressive

Fazit: Cannabis kann kurzfristig gegen Depressionsgefühle helfen. Dennoch hat jeder fünfte Patient Nebenwirkungen nach dem Konsum verspürt. Außerdem können junge Erwachsene mit psychischen Problemen süchtig werden. Es bestehen also Risiken. Ob Marihuana selbst Psychosen auslösen kann, wurde in den Studien nicht untersucht. (Von Moritz Serif)

In einer anderen Studie gingen Forscher der Frage nach, ob Cannabis gegen Corona hilft.

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