Zwei Amerikaner teilen sich Auszeichnung

Chemie-Nobelpreis geht an zwei Zellforscher

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Die Zellforscher Robert Lefkowitz und Brian Kobilka wurden mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet.

Stockholm - Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an Robert Lefkowitz und Brian Kobilka aus den USA. Sie erhalten den Preis für die Erforschung der Kommunikation von Milliarden von Körperzellen.

Die Königliche Schwedische Akademie der Wissenschaften erklärte am Mittwoch in Stockholm, die beiden Preisträger hätten bahnbrechende Entdeckungen gemacht und die Arbeitsweise von G-Protein-gekoppelten Rezeptoren enthüllt. Etwa die Hälfte aller Medikamente richten sich an diese Rezeptoren. Ihre Erforschung unterstützt daher die Entwicklung besserer Medikamente.

Lefkowitz forscht am Howard Hughes Medical Institute und an der Duke University in Durham. Koblika ist Professor an der Universität Stanford in Kalifornien. Zum Hintergrund der Auszeichnung erklärte das Nobelkomitee, lange Zeit sei unklar gewesen, wie Zellen ihre Umwelt wahrnehmen könnten. Wissenschaftler wussten, dass Hormone wie Adrenalin starke Auswirkungen auf den Körper haben: Sie erhöhen den Blutdruck und lassen das Herz schneller schlagen. Vermutet wurde, dass die Zelloberfläche mit einer Art Empfänger für Hormone ausgestattet ist. Woraus diese Rezeptoren allerdings bestehen und wie sie arbeiten, blieb über weite Teile des 20. Jahrhunderts unklar.

Acht Fakten rund um den Nobelpreis

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Mit der Stiftung der Nobelpreise wollte der schwedische Forscher und Großindustrielle Alfred Nobel (1833-1896) einen Konflikt lösen, der sein Leben bestimmte: Der Dynamit-Erfinder konnte nicht verwinden, dass seine Entdeckung für den Krieg genutzt wurde. © dpa
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Als “Wiedergutmachung“ vermachte er sein Vermögen einer Stiftung, aus deren Zinsen Preise für jene finanziert werden sollten, die “im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben“. Nobel selbst hatte mehr als 350 Patente angemeldet. © dpa
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Die Preise werden seit 1901 vergeben. Die Dotierung stieg von anfangs 150 800 auf heute 10 Millionen Schwedische Kronen (1,1 Million Euro). Bis zu drei Menschen können sich einen wissenschaftlichen Preis teilen. © dpa
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Der Friedensnobelpreis wird auch an Organisationen verliehen. Höhepunkt ist stets die feierliche Verleihung der Auszeichnungen am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Nobel. © dpa
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Die Preisträger für Physik und Chemie werden von der Königlich- Schwedischen Akademie der Wissenschaften ausgewählt. © dpa
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Der Nobelpreis für Medizin wird vom Karolinska-Institut in Stockholm und die Literaturpreisträger von der Königlich-Schwedischen Akademie der Künste auserwählt. Die Friedenspreisträger bestimmt ein Ausschuss des norwegischen Parlaments in Oslo © dpa
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Neben den eigentlichen Nobelpreisen wird seit 1969 eine Ehrung für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel verliehen. Sie wurde 1968 von der Schwedischen Reichsbank gestiftet © dpa
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Seit 1980 vergibt die schwedische “Stiftung zur Auszeichnung richtiger Lebensführung“ (Right Livelihood Award Foundation) die Right Livelihood Awards, die oft als Alternative Nobelpreise bezeichnet werden. © dpa

Das Nobelpreiskomitee erklärte am Mittwoch, Lefkowitz habe 1968 Radioaktivität eingesetzt, um die Zellrezeptoren aufzuspüren. Er entdeckte tatsächlich mehrere Rezeptoren, darunter den für Adrenalin, den ß-Adrenozeptor. Gemeinsam mit seinem Team konnte Lefkowitz den Rezeptor extrahieren und gelangte zu einem grundlegenden Verständnis seiner Funktionsweise.

Der nächste wichtige Schritt erfolgte nach Angaben des Nobelkomitees in den 80er-Jahren. Der neu zum Team gestoßene Koblika isolierte das Gen des ß-Adrenozeptors. Bei der Analyse entdeckten die Forscher, dass der Rezeptor dem ähnelt, der im Auge Licht empfängt. Sie kamen zu dem Schluss, dass es eine ganze Familie von Rezeptoren gibt, die gleich aussehen und arbeiten. Diese Familie wird heute als G-Protein-gekoppelte Rezeptoren bezeichnet.

Im vergangenen Jahr konnte sich der israelische Forscher Dan Shechtman mit seiner Entdeckung der sogenannten Quasikristalle den Preis sichern. Am (morgigen) Donnerstag folgt die Bekanntgabe des Nobelpreises für Literatur und am Freitag der Friedensnobelpreis. Die Auszeichnung für Wirtschaftswissenschaften wird am 15. Oktober bekannt gegeben. Die Verleihung findet traditionell am 10. Dezember statt, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel.

dapd/dpa

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