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Neue Omikron-Variante erreicht China – Mehr als 100 Millionen Menschen von Lockdowns betroffen

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Von: Sven Hauberg

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Mitarbeiter in weißen Schutzanzügen desinfizieren in der Stadt Xi‘an ein Einkaufszentrum.
In der Millionenstadt Xi‘an wurde die neue Omikron-Variante BA.5 nachgewiesen (Archivbild). © STR/AFP

China hält weiter an seiner Null-Covid-Strategie fest – obwohl sich nun auch die neue Omikron-Variante BA.5 im Land ausbreitet. Unzählige Menschen sind von Lockdowns betroffen.

München/Xi‘an – Die neue Omikron-Variante BA.5 hat erstmals zu einem Corona-Ausbruch in China geführt: In der zentralchinesischen Millionenstadt Xi‘an registrierten die Behörden seit Anfang der vergangenen Woche mehrere Infektionsherde; von Samstag (2. Juli) bis Dienstag (5. Juli) wurden 18 Infektionen mit der Omikron-Variante des Coronavirus gezählt.

Die Stadtverwaltung reagierte mit einem rigorosen Lockdown: Geschäfte, Schulen, Kinos und Restaurants der 13-Millionen-Einwohner-Metropole wurden am Mittwoch (6. Juli) für zunächst eine Woche geschlossen. Hochzeitsfeiern wurden verboten, an Beerdigungen darf nur noch eine begrenzte Anzahl an Trauergästen teilnehmen. Zudem wurde die Stadt in Gebiete mit niedrigem, mittlerem und hohem Risiko eingeteilt. In Hochrisikovierteln dürfen die Menschen ihre Häuser nicht verlassen, auch in den Gebieten mit niedrigerem Risiko sollen die Menschen zu Hause bleiben. Wer die Stadt verlassen möchte, muss einen negativen Corona-Test vorweisen. Durch die Maßnahmen solle „die Gesellschaft so weit wie möglich zur Ruhe kommen, die Mobilität reduziert und das Infektionsrisiko gesenkt“ werden, erklärte die Stadt.

„Die Subvariante Omikron BA.5 ist noch übertragbarer und verbreitet sich noch schneller als die frühere Sublinie BA2.2, und sie hat eine noch stärkere Fähigkeit, Impfstoffen zu entkommen“, zitierte die Nachrichtenseite Cnwest.com den Infektiologen Zhang Yi vom Zentrum für Seuchenkontrolle und -prävention der Provinz Shaanxi, in der Xi‘an liegt. Die Stadt, in deren Nähe die weltberühmte Terrakotta-Armee entdeckt wurde, wurde bereits Ende vergangenen Jahres für einen Monat unter einen drastischen Lockdown gestellt, nachdem Tausende Corona-Fälle entdeckt worden waren.

Mehr als 100 Millionen Menschen in China von Lockdowns betroffen

Auch in vielen anderen Teilen Chinas gehen die Behörden mit Lockdowns und Ausgangsbeschränkungen gegen zumeist kleinere Corona-Ausbrüche vor. Nach Schätzungen der japanischen Nomura-Bank waren in ganz China am Montag mindestens 114,8 Millionen Menschen von vollständigen oder teilweisen Lockdowns betroffen. Vergangene Woche waren demnach noch 66,7 Millionen Menschen betroffen gewesen. Auch in Chinas größter und wirtschaftlich äußerst bedeutender Stadt Shanghai durften die Bewohner in manchen Wohnvierteln ihre Häuser nicht verlassen. In mehr als der Hälfte der Bezirke von Shanghai wurden Massentests gestartet. Nach ein paar Fällen im Umfeld von Karaoke-Bars wurden alle derartigen Lokale in der Stadt vorerst geschlossen.

Die chinesischen Behörden verfolgen nach wie vor eine strikte Null-Covid-Strategie, bei der einzelne Ausbrüche sofort durch Abriegelungen und Massentests bekämpft werden. Die chinesische Wirtschaft erholt sich gerade erst von den Auswirkungen eines monatelangen Lockdowns in Shanghai und den Folgen strenger Corona-Beschränkungen in der Hauptstadt Peking. (sh/AFP)

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