Angebliche Angriffe in Hofgeismar und Bebra

Clown-Attacken in der Region: Falsche Berichte verunsichern Nutzer

Als Gruselclown verkleidete Menschen sind in diesen Tagen unterwegs, um Angst zu verbreiten und sogar Gewalt auszuüben. Oft übertreten sie dabei Grenzen. In der Region hat es jedoch noch keinen solchen Vorfall gegeben; in anderen Bundesländern jedoch schon. (Symbolbild)

Hofgeismar/Bebra/Kassel. Berichte über gefährliche und sogar tödliche Attacken von Gruselclowns in der Region geistern derzeit durch Facebook und WhatsApp. Doch: sie stimmen nicht.

"Am gestrigen Abend gegen 22 Uhr erschlug ein Unbekannter David M. aus Hofgeismar", so lautet eine der vermeintlichen Nachrichten, die im Moment kursieren. Demnach soll ein Opfer von einem als Gruselclown Verkleideten mit Benzinlösung überschüttet worden und später den Verletzungen im Krankenhaus erlegen sein. An vielen Stellen auf Facebook und WhatsApp senden sich Nutzer derzeit diesen und ähnliche Berichte über gefährliche Clown-Attacken in der Region; in Bebra, Kassel, Fulda und Wolfhagen soll es am Wochenende weitere Vorfälle gegeben haben. Auch an die HNA sind solche Texte gegangen; uns haben dazu viele verunsicherte Rückfragen erreicht.    

Polizei verneint Angriffe in der Region

Doch die Polizeidirektionen in Nord- und Osthessen stellten am Samstagmorgen auf Anfrage noch einmal klar: Die Vorfälle in der Region hat es allesamt nicht gegeben. Es gebe keine einzige Meldung über eine Clown-Sichtung. Auch eine angebliche Attacke in Fulda, die bei Facebook kursiert, ist ein Hirngespinst. Und schon Freitagnachmittag hatte die Polizei in Nordhessen auf HNA-Anfrage klargestellt, dass es bislang keinen einzigen Fall einer Clown-Attacke in der Region gegeben hat. 

Webseite verbreitet Falschmeldungen

In manchen Fällen wird derzeit in sozialen Netzwerken auch auf die Seite 24aktuelles.com verwiesen mit einem Bericht über die vermeintlichen Vorfälle in Hofgeismar und Bebra. Doch auf der Webseite kann jeder Nutzer sehr einfach eine beliebige Nachricht erfinden und online stellen, die dann in der Anmutung eines echten Artikels erscheint. Die Seite stellt selbst an mehreren Stellen klar, dass sie ausgedachte Nachrichten verbreitet. Doch diese werden oftmals und trotz der sprachlich oft holprigen Wortwahl von vielen Nutzern für bare Münze genommen und weiterverbreitet. 

Zuletzt aktualisiert am 23.10. um 13.40 Uhr. 

Die Website warnt zwar Nutzer mit einem Hinweis, keine Artikel zu verfassen, die beispielsweise die öffentliche Ordnung beeinträchtigen. Überprüft wird das aber, sieht man sich die aktuellen Clown-Falschmeldungen an, offenbar nicht. Ermittlungen der Polizei nach Autoren und Verbreitern von Falschmeldungen auf Webseiten wie 24aktuelles.com und über soziale Netzwerke gestalten sich in den allermeisten Fällen schwierig bis unmöglich.

Erste Fälle in Deutschland

Bundesweit, so haben die letzten Tage gezeigt, gab es aber durchaus schon erste Fälle von Unbekannten, die als Gruselclown verkleidet Passanten angegriffen oder bedroht haben. So erschreckte in Wesel ein Clown eine Frau mit einer Kettensäge. Wenige Stunden später gab es weitere Vorfälle. Besonders makaber: "Ihr werdet alle sterben" stand auf einem Plakat, das ein Clown an einer Grundschule in Stendal in der Hand hielt. Auch in der Nacht zu Samstag gab es wieder Vorfälle.    

Clown-Trend aus den USA

Der zweifelhafte Trend der Gruselclowns hat seinen Ursprung in den USA. Seit zwei Jahren registrieren die Behörden Vorfälle, es gibt mittlerweile zahllose Videos der makabren Streiche.

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