Absturz der Concorde: Prozess zieht sich hin

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Das Archivbild zeigt die Unglücks-Concorde der Air France, die am 25.07.2000 bei Paris abstürzte,

Paris - Der Traumflug nach New York endete vor zwölf Jahren für 97 deutsche Urlauber in einem Inferno. Kurz nach dem Start in Paris stürzten sie an Bord einer Concorde ab. Richter müssen nun nach der Berufungsverhandlung erneut die Schuldfrage beantworten.

Rund zwölf Jahre nach dem Concorde-Absturz bei Paris ist am Montag die zweite große Verhandlungsrunde um die Schuldfrage zu Ende gegangen. Das zuständige Berufungsgericht in Versailles wird nun mehrere Monate lang hinter verschlossenen Türen die Argumente der beteiligten Parteien abwägen. Die Richter kündigten das Urteil für den 29. November an. Bei dem Absturz des Überschalljets am 25. Juli 2000 waren 113 Menschen ums Leben gekommen - darunter 97 Deutsche. Die schleswig-holsteinische Reederei Deilmann hatte den Flug nach New York gechartert. Dort sollte eine Kreuzfahrt beginnen.

In erster Instanz hatte ein Gericht am 6. Dezember 2010 der US-Fluggesellschaft Continental Airlines und einem ihrer Mitarbeiter die Schuld für eines der spektakulärsten Unglücke der Luftfahrtgeschichte zugeschrieben. Die Richter folgten der These, dass der Jet beim Start über eine Titan-Lamelle gerollt war, die von einer Continental-Maschine abgefallen war. Dabei platzte nach Einschätzung von Flugunfallermittlern ein Reifen der Concorde, Gummiteile durchschlugen einen Tank und der ausströmende Treibstoff ging in Flammen auf.

Der Continental-Mitarbeiter, der die Titan-Lamelle angebracht hatte, wurde im ersten Verfahren wegen fahrlässiger Tötung zu 15 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Continental Airlines soll eine Geldstrafe in Höhe von 200.000 Euro sowie eine Million Euro Schadenersatz an Air France zahlen. Der französischen Gesellschaft gehörte das Flugzeug. Sie fordert allerdings 15 Millionen Euro.

US-Konkurrent Continental ist hingegen weiter der Auffassung, dass die Concorde bereits gebrannt haben könnte, bevor sie über das Metallteil fuhr. Das Gericht dürfe sich nicht von Mutmaßungen, Gefühlen und Stimmungen leiten lassen, sagte Anwalt Olivier Metzner am Montag in seinem Schlussplädoyer nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP.

Die Staatsanwaltschaft hatte dagegen bereits in der Vorwoche die Erhöhung der Geldstrafe auf den Maximalbetrag von 225 000 Euro gefordert. Sie will zudem, dass ein Mitarbeiter der Zivilluftfahrtbehörde DGAC zu 18 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt wird. Er soll von der Anfälligkeit des Flugzeugs gewusst haben und nicht genügend vor den Risiken gewarnt haben. In erster Instanz war er freigesprochen worden.

dpa

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