Fallzahlen in Niedersachsen steigen weiter

Niedersachsens Corona-Krisenstabsleiter warnt: Es drohen einsame Weihnachten

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen steigt weiter. Mit Blick auf Weihnachten sieht der Leiter des niedersächsischen Corona-Krisenstabes familiäre Treffen aufgrund der Pandemie in Gefahr.

  • Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Niedersachsen steigt weiter.
  • Experten sehen familiäre Treffen an Weihnachten in Gefahr.
  • Politiker fordert striktere Beschränkungen, um zweiten Corona-Lockdown zu verhindern.

Niedersachsen - Die Zahlen der Corona-Neuinfektionen steigen unaufhörlich, am Montag (26.10.2020) hatten bereits 17 Regionen in Niedersachsen den Corona-Grenzwert von 50 überschritten. Nun haben sich erste Politiker und Vertreter der Kirche mit einem Blick auf das Weihnachtsfest in diesem Jahr unter Corona-Bedingungen geäußert, einige sehen die traditionellen familiären Treffen an den Feiertagen in Gefahr.

Corona in Niedersachsen: Weihnachten könnte Superspreading-Event werden

„Ich werde immer skeptischer, was an Weihnachten gehen wird und was nicht“, äußerte der Leiter des niedersächsischen Corona-Krisenstabes, Heiger Scholz (SPD), gegenüber dem NDR Regionalmagazin Hallo Niedersachsen. Sollte es nicht gelingen, die Corona- Pandemie vorher zu bremsen, könne Weihnachten ein sogenanntes „Superspreading-Event“ werden: „Ich würde im Moment nicht darauf wetten, dass es überall große Weihnachtsmärkte gibt oder Weihnachtsgottesdienste“, so der Staatssekretär des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung Heiger Scholz gegenüber dem NDR.

Blickt skeptisch auf traditionelle Weihnachten: Heiger Scholz (SPD), Leiter des niedersächsischen Corona-Krisenstabes.

Corona und Weihnachten: Kirche und Caritas warnen vor Kontaktbeschränkungen

Besonders an den Weihnachtsfeiertagen sei es laut Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Peter Neher, für alte Menschen wichtig, Kontakt zu Kindern und Enkelkindern zu haben, so der NDR.

Auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, warnt laut Angaben der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung davor, Ältere an Weihnachten allein zu lassen und äußert sich zu Corona-Bedingungen: „Mit zunehmendem Wissen über die Ansteckungswege haben wir alle gelernt, dass einige Maßnahmen zu Beginn der Pandemie in mancher Hinsicht überzogen waren“, so Bedford-Strohm.

Corona: Politiker fordern striktere Beschränkungen

Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wagt einen Ausblick auf die anstehende Weihnachtszeit in Zeiten der Corona-Pandemie. Seiner Meinung nach reichten die von Bund und Ländern beschlossenen Einschränkungen nicht aus, um überfüllte Intensivstationen und einen deutlichen Anstieg der Corona-Todeszahlen im Dezember zu verhindern.

„Wenn es uns in den kommenden zwei bis drei Wochen nicht gelingt, die persönlichen Kontakte zu beschränken, werden die Zahlen in wenigen Wochen so stark gestiegen sein, dass uns nur noch ein erneuter Lockdown bleibt“, so Lauterbach gegenüber der Bild am Sonntag. (Helena Gries)

Rubriklistenbild: © dpa / Peter Steffen

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