Pandemie

Corona-Krise: Viele junge Leute haben Angst vor der Zukunft - und äußern einen Appell

Die Pandemie verlangt allen viel ab. Besonders hart ist die Krise, wenn sich junge Menschen in einer Übergangsphase befinden, wie etwa vor dem Studium oder der Ausbildung.

  • Junge Menschen haben wegen Corona Angst vor der Zukunft.
  • Laut einer Studie fühlen sie sich und ihre Bedarfe von der Politik nicht gesehen.
  • Mehrere tausend junge Menschen nahmen an der Studie teil.

Kassel - Den Abschluss in der Tasche - und dann? Eine Frage, über die sich junge Menschen ohnehin den Kopf zerbrechen müssen. Die zusätzliche Belastung der Corona-Krise macht den Übergang in eine Ausbildung, ein Studium oder den Start ins Berufsleben deutlich schwerer.

Wie es jungen Menschen mit der zusätzlichen Belastung geht, zeigt nun eine Studie der Universitäten Hildesheim und Frankfurt. Knapp 46 Prozent der im Rahmen dieser Studie befragten Menschen im Alter von 15 bis 30 Jahren erleben die Situation als große psychische Belastung. Sie stimmen der Aussage im Fragebogen voll beziehungsweise eher zu, Angst vor der Zukunft zu haben.

Corona-Studie: Junge Menschen haben Angst vor Zukunft

Einsamkeit, finanzielle Sorgen und andere Nöte - darüber klagen mehrere tausend Teilnehmende der Studie. Besonders junge Menschen, die nicht mehr zur Schule gehen, sind von der Zukunftsangst umgetrieben, zeigten die ersten Ergebnisse der Studie „JuCo 2 des Forschungsverbunds „Kindheit - Jugend - Familie in der Corona-Zeit“. In den Online-Fragebögen beantworteten mehr als 7000 Jugendliche und junge Erwachsene zahlreiche Fragen zum Thema.

Viele junge Leute fühlen sich mit ihren Sorgen in der Corona-Pandemie nicht gehört, hätten den Eindruck, ihre Bedürfnisse werden von der Politik nicht wahrgenommen, ergab eine erste Studie bereits im Frühjahr. Das teilten die Hochschulen Hildesheim und Frankfurt am Donnerstag (10.12.2020) mit.

Corona: Studie zeigt, Jugendliche haben Angst vor Zukunft

Die „JuCo 2“ Befragung

Die Befragung lief vom 9. bis zum 22.112020. Im Vergleich zur „JuCo 1“-beteiligten sich mehr junge Menschen, die nicht mehr zur Schule gingen. 23 Prozent studierten, 12 Prozent waren erwerbstätig, 7,5 Prozent in einer Ausbildung, 10,5 Prozent in Freiwilligendiensten. Der Altersdurchschnitt lag bei 19 Jahren. Wie auch in der ersten Befragung haben mit etwa zwei Dritteln vorrangig junge Frauen teilgenommen. Jeder fünfte Befragte hat mindestens ein Elternteil, das nicht in Deutschland geboren ist. (dpa)

Über 1.400 Teilnehmende nutzten die Möglichkeit, eigene Kommentare zu formulieren. „Jugendliche wollen mitbestimmen - auch in der Corona-Zeit. Sie haben wichtige Ideen zur Umsetzung unterschiedlicher Maßnahmen in ihrem Alltag“, sagte Jugendforscherin Johanna Wilmes von der Uni Frankfurt.

Erwachsene stünden in der Verantwortung, den jungen Menschen Räume zu schaffen und mit ihnen in den Dialog zu treten - auch in Krisenzeiten, wie die Autoren der Studie betonten.

Die Corona-Pandemie hat noch andere Nebenwirkungen: Viele junge Leute haben aktuell Angst vor der Zukunft - das hat eine Studie der Universitäten Frankfurt und Hildesheim ergeben. (Symbolbild)

Wegen Corona in Not: Doch was ist, wenn Studierende nun Geld brauchen? In Argentinien hat sich eine Tragödie ereignet. Eine offenbar an Covid-19 erkrankte Professorin starb während einer Online-Vorlesung. Ihre Studierenden mussten hilflos zusehen. (Theresa Lippe)

Rubriklistenbild: © Guido Kirchner/dpa

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