Kritik an Strategie

Corona: Kardiologe erhebt schwere Vorwürfe gegen deutsche Virologen um Drosten - „Kapitaler Fehler“

Kardiologe Karl-Heinz Kuck teilte in der Corona-Krise gegen Virologen aus (Archivbild).
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Kardiologe Karl-Heinz Kuck teilte in der Corona-Krise gegen Virologen aus (Archivbild).

Seit Virologen durch die Corona-Krise in der Öffentlichkeit stehen, werden sie auch von allen Seiten kritisiert. Ein Kardiologe teilt gegen Christian Drosten und Co. aus.

  • Mit der Debatte um den richtigen Umgang mit der Corona-Krise* hält auch die Kritik an Experten an.
  • Ein Hamburger Kardiologe kritisierte Drosten und Co. scharf.
  • Durch die getroffenen Maßnahmen hätten Politik und Forscher einige Patienten vernachlässigt.

Hamburg - Die Corona-Krise* hat einige Experten in der breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht. Virologen sitzen schon seit Wochen in Talkshows. Christian Drosten*, der seit Jahren an der Charité in Berlin Viren erforscht, hat sogar einen vielbeachteten eigenen Podcast, der zwischenzeitlich täglich erschien.

Der Hamburger Kardiologe Karl-Heinz Kuck, der schon Altkanzler Helmut Schmidt behandelt hat, kritisiert nun die Virologen und deren Herangehensweisen scharf, wie Focus Online unter Berufung auf ein Interview mit dem Hamburger Abendblatt (Artikel hinter Bezahlschranke) berichtet.

Hamburger Kardiologe kritisiert Virologen scharf: „Ich will das nicht abwerten, aber ...“

Virologen hätten durch ihre Arbeit bedingt wenig Kontakt mit Patienten hätten und somit wenig Expertise hinsichtlich der Erkrankungen, die die Virusinfektion auslösen kann, kritisiert Kuck. „Virologen sind reine Labormediziner. Ich will das nicht abwerten, aber wer nie Patienten untersucht, der kann doch gar nicht wissen, wie kranke Menschen sind und wie sie behandelt werden müssen“, sagte der Kardiologe.

Hinsichtlich der großen Aufmerksamkeit, die den Virologen derzeit geschenkt wird, habe Kuck eingeräumt, dass die Forscher selbst dafür nicht verantwortlich seien. Aber: „Sie hätten ihre Medienpräsenz längst nutzen müssen, um darauf hinzuweisen, dass niemand an dem Virus stirbt. Sondern die Menschen sterben an den Folgen des Virus.“

Experten-Streit in der Corona-Krise: Warum nehmen Herzpatientenzahlen ab?

Zudem habe Kuck angeprangert, dass die Corona-Diskussion einseitig geführt worden sei - Herzerkrankungen hätten nicht genügend Beachtung erfahren. Ob etwa zuletzt mehr oder weniger Menschen in Deutschland einen Herzinfarkt erlitten haben, sei noch unklar. Aber es zeige sich der Trend, dass weniger Patienten mit Herzproblemen in die Krankenhäuser kommen.

Eine genaue Statistik gibt es noch nicht, aber Mediziner registrierten das Phänomen im April deutschlandweit: „Wir haben auf einmal sehr viel weniger Patienten mit dringenden Symptomen“, sagte der Lungenkrebsspezialist Niels Reinmuth, Chefarzt für Thorakale Onkologie an der Asklepios-Fachklinik in Gauting bei München. „Das ist etwas, das wir alle beobachten.“ Ein Hauptgrund ist vermutlich Furcht: „Die Angst, sich zu infizieren, ist offenbar so groß, dass viele lieber gar nicht zum Arzt gehen“, sagte ein Sprecher der Deutschen Krankenhausgesellschaft im Frühjahr.

Video: Virologen-Streit erreicht nächste Stufe: Kekulé lobt Drosten - und legt dann heftig nach

Kardiologe Kuck: „Die haben ihre Erkrankungen ignoriert“

Kardiologe Kuck hat für diese Problematik eine Erklärung: „Die Leute sind aus Angst nicht mehr in die Klinik gegangen, sie sind zu Hause gestorben. Die haben ihre Erkrankungen ignoriert“, so Kuck, „Die Patienten haben unsere lebensrettende Medizin nicht mehr wahrgenommen. Ich finde das dramatisch, und es dokumentiert ein absolutes Versäumnis von Fachkollegen und Politikern.“

Auch das Freihalten der Krankenhäuser sei „ein kapitaler Fehler“ gewesen. „Hätte es Schwerpunkt-Kliniken gegeben, wären andere Krankenhäuser frei von Corona-Patienten gewesen, in die hätten sich die anderen Kranken getraut“, sagt Kuck.

Bei Markus Lanz waren in den letzten Wochen immer wieder Virologen zu Gast. Nach dem Auftritt von Hendrik Streeck wurde bekannt, dass Anzeige gegen in erstattet worden war. (lb) *Merkur.de und fr.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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