Pandemie

Dramatische Corona-Lage auf Intensivstationen – „Sieht aus wie im Fernsehen“

Die Kliniken in Deutschland geraten angesichts der Corona-Infektionszahlen an ihre Grenzen. Die Kapazitäten auf den Intensivstationen sind fast ausgeschöpft.

Kassel – Die Corona-Lage in Deutschland ist kritisch. Aufgrund der stetig steigenden Infektionszahlen geraten zahlreiche Kliniken an ihre Grenzen, denn auch die Zahl der Corona-Patienten in den Krankenhäusern steigt.

Besonders im Süden und Osten von Deutschland seien die Kapazitäten auf den Intensivstationen fast ausgeschöpft. In Thüringen gilt die Lage bereits als „dramatisch“, wie es in Zeitungsberichten der Funke-Mediengruppe heißt. In einem Interview mit der Bild am Sonntag berichteten Ärzte und Leiter von Intensivstationen über die kritische Lage in Deutschlands Krankenhäusern.

Corona: 90 Prozent der Patienten auf Intensivstationen ungeimpft

Professor Dr. Stefan John ist Leiter der Corona-Intensivstation im Klinikum Nürnberg-Süd und berichtete über zahlreiche ungeimpfte Covid-Patienten: „90 Prozent unserer Corona-Patienten auf der Intensivstation sind ungeimpft“. Die anderen zehn Prozent der Geimpften seien massiv vorerkrankt, so der Mediziner gegenüber der Bild am Sonntag.

Angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen geraten die Krankenhäuser in Deutschland mehr und mehr an ihre Grenzen. Die Lage auf den Intensivstationen ist kritisch. (Symbolbild)

„Auch bei uns sind die meisten Corona-Patienten ungeimpft“, erklärte Heiko Sahre, Chefarzt am Lausitzer Seenland-Klinikum in Sachsen. Beim Besuch der Intensivstation des Klinikums in Hoyerswerda soll sogar ein Angehöriger eines Covid-Patienten gesagt haben: „Hier sieht‘s wirklich aus wie im Fernsehen“ – „Er dachte offenbar, das Fernsehen inszeniert die Pandemie nur“, so daraufhin Chefarzt Sahre.

Corona-Lage auf Intensivstationen: Nur noch 144 von 1788 Betten in Hessen frei

Wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ergab, bereiten Krankenhäuser vor allem im Süden und Osten Deutschlands die Verlegung der Patienten in andere Bundesländer vor. Doch auch dort seien die Aufnahmemöglichkeiten begrenzt. Wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichteten, werden bereits täglich Verlegungen zwischen Krankenhäusern beispielsweise in Bayern und Baden-Württemberg durchgeführt.

Um die Versorgung der Krankenhauspatienten aufrechtzuerhalten, sind die 16 Bundesländer in fünf Gruppen eingeteilt, sogenannte Kleeblätter. Diese sollen sich zunächst gegenseitig helfen. Bei Überlastung eines Kleeblatts, also aller Bundesländer in einer Gruppe, werden die Patienten deutschlandweit verteilt.

Dem DIVI-Intensivregister zufolge waren in Hessen und Bayern am Freitag (10.12.2021) nur noch 8,1 beziehungsweise 9,1 Prozent der Intensivbetten frei, das sind 144 von 1788 Betten in Hessen und 282 von 3104 in Bayern. (Helena Gries)

Im Kampf gegen das Coronavirus sind die Maßnahmen umstritten. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat sich zu einem möglichen Lockdown über Weihnachten geäußert.

Rubriklistenbild: © Robert Michael/dpa

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