Auffrischungsimpfung

Erstes Bundesland startet mit dritter Corona-Impfung – Wer bekommt sie?

Die Mitarbeiterin eines mobilen Impfteams zieht in einem Alten- und Pflegeheim den Impfstoff von Biontech/Pfizer in eine Spritze auf.
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In dem ersten Bundesland können sich Menschen nun mit einer dritten Impfung gegen das Coronavirus schützen. (Archivbild)

Bisher wurde nur darüber gesprochen, nun prescht ein Land vor: Menschen können sich jetzt im ersten Bundesland zum dritten Mal gegen Corona impfen lassen.

München – In Deutschland fängt das erste Bundesland damit an, die dritte Corona*-Impfung zu verabreichen. Während vielerorts die Vorbereitungen dazu noch laufen, können in Bayern ab sofort etwa alte und pflegebedürftige Menschen die Auffrischungsimpfung erhalten.

Voraussetzung für die Auffrischung ist, dass die Corona-Zweitimpfung sechs Monate zurückliegt. Vorgesehen sind laut Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz für eine Auffrischung auch alle, die vollständig mit einem Vektorimpfstoff der Hersteller Astrazeneca oder Johnson & Johnson geimpft sind. In der Praxis wird dieser Personenkreis allerdings wegen des auch hier geltenden Sechs-Monate-Abstandes erst ab Anfang September an die Reihe kommen. Bei der dritten Impfung wird ein mRNA-Vakzin verimpft, etwa von Biontech/Pfizer oder Moderna*.

Bundesland startet mit dritter Corona-Impfung: Diese Menschen sind im Fokus

„Die Impfzentren und die niedergelassenen, behandelnden Ärzte können in Bayern schon jetzt Auffrischungsimpfungen anbieten“, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Montag (16.08.2021) in München. Dies gilt vor allem für Hochbetagte ab 80 Jahren, Bewohner von Pflegeheimen, Menschen mit Immunschwächeerkrankungen oder Immunsuppression und Pflegebedürftige, die zu Hause leben.

Holetschek empfahl, dass sich die Corona-Impfzentren und niedergelassenen Ärzte zunächst auf die Menschen in den Pflegeeinrichtungen konzentrieren sollten. „Denn dort leben die Menschen, die zuerst geimpft wurden“, sagte der Minister. Dann könnten sich auch gleich bisher ungeimpfte Mitarbeiter der Einrichtungen unbürokratisch mitimpfen lassen.

Wegen dritter Corona-Impfung „kein Ansturm auf die Impfzentren“ erwartet

Holetschek betonte die Wichtigkeit, auch weiter Erst- und Zweitimpfungen gegen Corona vorzunehmen: „Die Auffrischungsimpfungen werden nicht zu Lasten der Erst- und Zweitimpfungen gehen. Wir haben genügend Impfstoff. Erstimpfungen haben weiterhin höchste Priorität.“

Bayerns Gesundheitsminister erwartet wegen der Corona-Drittimpfungen „keinen Ansturm auf die Impfzentren“. Es sei kein allgemeiner Aufruf, zudem seien die Angebote der staatlichen Impfzentren und ihrer mobilen Teams nur ergänzend beteiligt. Er gehe davon aus, dass die meisten Drittimpfungen inzwischen durch die niedergelassenen Ärzte organisiert würden, welche die Risikogruppen regulär betreuten.

Stiko empfiehlt dritte Corona-Impfung noch nicht

Eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission gibt es für die dritte Corona-Impfung noch nicht. Die Stiko beschäftigt sich zwar mit dem Thema, sah bislang aber noch nicht die für eine offizielle Empfehlung notwendige Datengrundlage. Dabei geht es um Fragen wie: Nimmt die messbare Immunantwort im Labor ab? Treten mehr Erkrankungen bei Geimpften im echten Leben auf? Welche Gruppe würde vom Booster profitieren?

Zur Entscheidung Israels, dritte Corona-Impfungen für Ältere anzubieten, sagte Stiko-Chef Thomas Mertens, dass nichts dagegen spreche, wenn ein Staat aus Fürsorgepflicht so handle – auch ohne Evidenz. (tvd/dpa/AFP) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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