„Kinder dieser Altersgruppen...“

Neue Erkenntnisse zur Corona-Ansteckung bei Kindern? Drosten-Studie überarbeitet - Aussage lässt aufhorchen

Welche Rolle spielen Kinder bei der Ansteckungsgefahr in der Corona-Krise? Eine Studie von Virologe Christian Drosten wird erneut überarbeitet - und könnte neue Erkenntnisse liefern.

  • Sind Kinder genauso ansteckend wie Erwachsene, was das Coronavirus betrifft?
  • Eine Studie des Top-Virologen lieferte zunächst Ergebnisse, die hohe Wellen schlugen.
  • Mittlerweile könnten sich Forschungsergebnisse allerdings geändert haben. Die Studie wird überarbeitet.
  • Alle weiteren Entwicklungen in der Corona-Krise lesen Sie außerdem in unserem Corona-Ticker für Deutschland nach.

München - Diese Frage wird bereits seit Beginn der Corona-Krise* diskutiert: Welche Ansteckungsgefahr geht von Kindern aus? Im März, zu Anfang der Pandemie*, vermutete die Politik in Deutschland ein durchaus hohes Risiko. Kindergärten und Schulen mussten im ersten Lockdown schließen.

Nun, im zweiten „Lockdown Light“, hat sich die Lage allerdings geändert. So gut es geht wird versucht, Kindergärten und Schulen offen zu halten und den Unterricht im Regelbetrieb möglichst aufrechtzuerhalten. Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte in einer Ansprache am 25. November dazu, dass gerade kleinere Kinder „ganz offensichtlich nicht so eine hohe Infektiösität“ aufweisen würden wie Erwachsene.

Virologe Christian Drosten beschäftigt sich unter anderem in einer Studie mit der Corona-Ansteckungsgefahr, die von Kindern ausgeht.

Corona-Ansteckung bei Kindern: Studie von Top-Virologe Christian Drosten schlug hohe Wellen

Im Frühjahr hatten die Studie des Top-Virologen Christian Drosten an der Charité Berlin zu Kindern und Corona hohe Wellen geschlagen. Ende April gab Drosten an, Kinder trügen eine ebenso hohe Viruslast wie Erwachsene – und seien ver­mutlich auch genauso ansteckend. Laut dem Ärzteblatt hielt das Forscherteam um den Berliner Virologen auch einige Monate später in einer überarbeiteten Fassung seiner Studie zur Infektiosität von Kindern in der Coronakrise an seiner grundlegenden Aussage fest. Es gebe keine Hinweise darauf, dass Kinder in Bezug auf SARS-CoV-2* nicht genauso ansteckend seien wie Erwachsene, hieß es in der aktuali­sierten Version der Studie.

Laut einem Bericht der Bild bei der Charité wird die Studie nun aber offenbar erneut überarbeitet. Sie befinde sich seit Monaten in der „Begutachtungs- und Überarbeitungsphase“. Ob die Studie in der dritten Version jetzt allerdings zu dem Schluss kommen wird, dass Kindergarten- und Grundschulkinder doch weniger ansteckend seien, ist fraglich. Auf Nachfrage des Blattes äußerte sich die Charité dazu noch nicht.

Neue Erkenntnisse zur Corona-Ansteckung bei Kindern? Drosten-Studie überarbeitet - Aussage lässt aufhorchen

Jedoch machte die Klinik „unabhängig davon“ eine Aussage, die aufhorchen lässt. Wie die Charité der Bild erklärte, geht „die Fachöffentlichkeit“ davon aus, „dass Kinder dieser Altersgruppen weniger infektiös sind“.

Bereits in der zweiten, überarbeiteten Fassung der Corona*-Studie war die Warnung der Forscher vor der Öffnung von Schulen und Kindergärten in Deutschland etwas abgewandelt worden. „Die uneingeschränkte Öffnung dieser Einrichtungen sollte sorgfältig mit Hilfe von vor­beugenden diagnostischen Tests überwacht werden“, hieß es im Sommer. Ob noch im Winter neue Ergebnisse mehr Klarheit bringen werden, bleibt abzuwarten. (nema) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Christophe Gateau

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