Sars-CoV-2

Neues Corona-Medikament erforscht - Wissenschaftler sprechen von „Durchbruch“

Die Biontech-Impfung soll bald ausgeliefert werden. Jetzt aber haben Forscher einen neuen Wirkstoff entdeckt, der auch Corona-Infizierten helfen könnte. 

  • Ein Corona*-Impfstoff soll bald auch in der EU zugelassen werden.
  • Doch ein wirksames Medikament zur Behandlung von Infizierten gibt es bislang nicht.
  • Doch in einer Studie zeigt ein Grippe-Mittel vielversprechende Ergebnisse.

Atlanta - Weltweit liefern sich Unternehmen ein Wettrennen um den besten und schnellsten Impfstoff* gegen das Coronavirus. Bis Ende des Jahres 2020 soll dieser zur Verfügung stehen. Bis es jedoch so weit ist, entwickeln sich die Corona-Fallzahlen wohl weiterhin so dramatisch, wie aktuell.

Das „Robert-Koch-Institut“ vermeldet nahezu täglich sprunghafte Anstiege bei den Neuinfektionen mit Sars-CoV-2. Zudem werden erste Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt, wie beispielsweise im Fall von „Biontech“, einem Hersteller aus Mainz.

Neuer Corona-Wirkstoff entdeckt - Forscher sprechen von „Durchbruch“

Neben der Forschung an Impfstoffen untersucht die Wissenschaft auch mögliche Medikamente gegen das Coronavirus. Auf diesem Gebiet haben Forschende aus den USA nun neue Erkenntnisse publiziert. Dabei handelt es sich um ein Grippemittel, das die Übertragung des Virus stoppen könnte. Wissenschaftler der Georgia State University haben den Wirkstoff „MK-4482/EIDD-2801“ analysiert und die Ergebnisse in einer Studie veröffentlicht, die auch das Fachmagazin „Nature“ aufgegriffen hat.

Corona-Pandemie
KrankheitCovid-19
KrankheitserregerSars-CoV-2
UrsprungVolksrepublik China
Erster bekannter Fall1. Dezember 2019
Erklärung zur Pandemie11. März 2020
Betroffene Länder über 200

Anhand von Frettchen wurde das mögliche Corona-Medikament getestet. „Wir glauben, dass Frettchen ein relevantes Übertragungsmodell sind, weil sie SARS-CoV-2 leicht verbreiten, aber meistens keine schwere Krankheit entwickeln“, erklärt Robert Cox, einer der Studienautoren.

Die Ausbreitung der Coronaviren im menschlichen Körper wurde bei den Frettchen „simuliert“. Dabei wurden zwei Gruppen gebildet. Zum einen eine Gruppe an Frettchen, die den Wirkstoff erhielt und eine Gruppierung, die es nicht erhielt. Anschließend wurden die Tiere in einen Käfig gesperrt und getestet, ob sich das Virus überträgt. Laut Angaben der Forscher zeigte das eigentliche Grippe-Medikament tatsächlich Wirkung.

Demnach konnte „MK-4482/EIDD-2801“ erzielen, dass sich alle bis auf ein Frettchen nicht mit dem Coronavirus infizierten.

Zusammenfassend stellen die Wissenschaftler in ihrer Studie fest, dass „Molnupiravir“, wie „MK-4482/EIDD-2801“ auch bezeichnet wird, innerhalb von 24 Stunden Coronaviren hinsichtlich ihrer Übertragbarkeit nahezu blockieren kann. Studienautor Richard K. Plember bezeichnet das Grippe-Medikament als das erste „oral verfügbare Medikament, welches die Übertragung von Sars-CoV-2 schnell blockiert.“ Die Forscher bezeichnen die Studie als „Durchbruch“.

Corona-Medikament erforscht - „Molnupiravir“ hat drei Vorteile

Dem Studienbericht nach, gibt es drei Vorteile, die „Molnupiravir“ aufweist. Die Ausbreitung schwerer Erkrankungen, wie Covid-19, könne durch den Wirkstoff erheblich gehemmt werden, so die Forschenden. Zudem sei eine enorme Verkürzung der Quarantänezeit und der verschiedenen Infektionsphasen möglich. Und die Unterbrechung von Infektionsketten, insbesondere bei lokalen Ausbrüchen, sei eine Option.

Nebenwirkungen: Ergebnisse basieren bislang nur auf Frettchen-Versuchen

„Wenn die Frettchen-basierten Daten zur Hemmung der Sars-CoV-2-Übertragung sich auch beim Menschen bestätigen, dann könnten Patienten mit Covid-19 schon 24 bis 48 Stunden nach Beginn der oralen Einnahme von Molnupiravir nicht-infektiös werden“, erklärt das Forscherteam. Die Infektiösität, sprich: die Ansteckungsfähigkeit, wäre auf diese Weise nach relativ kurzer Zeit stark eingeschränkt.

Wissenschaftler haben in einer Studie ein Grippe-Medikament untersucht. - es könnte bei einer Infektion mit dem Coronavirus helfen. (Symbolfoto)

Jedoch wurde das Grippe-Medikament nur an Frettchen und nicht an Menschen getestet. Es ist unklar, was Nebenwirkungen des Wirkstoffes sind. Zudem ist noch nicht erforscht, wie lange das Mittel wirkt. Ebenfalls interessante Erkenntnisse hat eine andere Corona-Studie gebracht: So sollen dunkle Schokolade und grüner Tee das Coronavirus hemmen. (Tobias Utz) *hna.de und fr.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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