Corona-Pandemie

Extra-Armbänder für Ungeimpfte: Europa-Park Rust erntet Shitstorm

Der Europa-Park Rust sorgt für Aufregung unter den Besuchenden. Je nach Corona-Impfstatus gab es verschiedene Armbänder. Die Betreiber rudern zurück.

Rust – Karussells, Achterbahnen und Shows: Vor allem bei Heranwachsenden sind Freizeitparks beliebt. Während der Corona*-Pandemie hatten diese lange Zeit geschlossen. Nun sorgte einer der meistbesuchten Vergnügungsparks im deutschsprachigen Raum für Ärger.

Für Besucherinnen und Besucher gab es im Europa-Park in Rust nämlich verschiedenfarbige Armbänder – je nach Impfstatus. Ungeimpfte erhielten farbige Bändchen. Von einer Infektion Genesene sowie vollständig Geimpfte bekamen weiße.

Corona: Unterschiedliche Armbänder für Geimpfte und Ungeimpfte im Europa-Park Rust

Geimpfte und Genesene benötigen beim Einlass in den Europa-Park Rust lediglich den entsprechenden Nachweis. Ungeimpfte können den Park nur mit einem aktuellen Antigen- oder PCR-Test besuchen. Kinder unter sechs Jahren sind davon ausgenommen. Der Corona-Schnelltest darf nicht älter als 24 Stunden, der PCR-Test nicht älter als 48 Stunden sein.

Europa-Park
OrtRust, Baden-Württemberg
Eröffnung1975
Besucherinnen und Besucher5,8 Millionen (2019)

Die Farbe der Armbänder von Ungeimpften wechselte täglich. Das sollte die Kontrolle von mehrtägigen Besucherinnen und Besuchern erleichtern, da für jeden neuen Besuchstag ein neues negatives Testergebnis benötigt wird. Für Geimpfte und Genesene gab es einheitlich weiße Bänder.

Corona-Regeln im Europa-Park Rust: Gäste zeigen sich entsetzt

Doch das sorgte bei den Gästen vor Ort, aber auch im Netz für massiven Gegenwind. „Das kann doch nur ein Witz sein? Wer macht denn da mit?“, empörte sich eine Facebook-Nutzerin. Ein anderer User sieht den Datenschutz der Gäste verletzt: „Eine Impfung ist immer noch eine persönliche Angelegenheit, obliegt dem zugeordneten Datenschutz.“

Besucherinnen und Besucher fahren im Europapark mit der Achterbahn „Silver Star“. Zuletzt sorgte der Freizeitpark für Aufruhr, weil es unterschiedliche Armbänder je nach Impfstatus gab.

„Was für ein faschistischer Park [...] nie wieder Europa-Park“, schrieb gar ein weiterer Facebook-User zu den Corona-Regeln des Vergnügungsparks. „Mit unterschiedlich gefärbten Armbändern klassifiziert ihr Menschen?“, äußerte ein Nutzer seinen Unmut gegenüber den Betreibern.

Corona-Pandemie: Europa-Park Rust rudert zurück und schafft Armbänder ab

Derweil versuchte der Europa-Park Rust die Nutzerinnen und Nutzer zu beschwichtigen. Eine Sprecherin des Parks erklärte gegenüber Bild, dass die unterschiedlichen Farben „in keiner Weise dazu gedacht“ gewesen seien, „Gäste visuell an den Pranger zu stellen.“ Nach drei Tagen ruderte der Park zurück und schaffte die Armbänder wieder ab.

„Wir nehmen uns die Meinung unserer Gäste zu Herzen und haben deswegen umgehend reagiert. Die Farben der Bändchen sind nur noch auf den Tag bezogen. Somit haben alle Gäste am selben Tag die gleiche Farbe. Entsprechend ist der 3G-Status nicht mehr anhand der Farbe erkennbar“, nahmen die Betreibenden am Donnerstag (19.08.2021) Stellung.

Während die Corona-Fallzahlen in Deutschland wieder rasant steigen, befürchten viele Menschen auch verschärfte Regeln im Supermarkt*. (kas) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Silas Stein/dpa

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