Alter spielt wohl Rolle

Corona-Infektion: Mögliche Spätfolgen gravierend - auch bei milden Verläufen

Die Zahlen der Corona-Infizierten in Deutschland sind weiterhin hoch. Auch nach einer Covid-19-Erkrankung können teils gravierende Spätfolgen auftreten.

  • Corona*-Infektion: Nach der Covid-19 Erkrankung ist es oft noch nicht vorbei.
  • Eine Studie aus England bringt erste Zahlen zu der Häufigkeit von Spätfolgen.
  • System lässt vorhersagen ob Spätfolgen bei einem Covid-19-Patienten Wahrscheinlich sind.

Kassel - Fieber, Husten und Atemnot: Das sind die klassischen Beschwerden unter denen Corona-Patienten leiden. Doch auch wenn die Symptome überstanden sind, ist bei vielen noch lange nicht alles gut.

Das Corona-Virus löst bei viele Patienten Spätfolgen aus. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat nun einige dieser Spätfolgen zusammengefasst.

Name des Corona-Virus: Sars-CoV-2
Erste Bezeichnung für das Corona-Virus:2019-nCoV
Krankheit die von dem Corona-Virus ausgelöst wird:Covid-19

Corona-Infektion: Längere Genesungszeit laut dem Robert Koch-Institut keine Seltenheit

Das Robert Koch-Institut gibt an, das es aufgrund der Neuartigkeit der aktuellen Covid-19-Erkrankung, derzeit noch keine einheitliche Definition der Corona-bedingten Langzeitfolgen gibt. Es sei laut dem Robert Koch-Institut bei Infektionen, welche mit einer Entzündung der Lunge einhergehen können, häufig so, dass die Zeit der Genesung länger dauert.

Definition Genesen - laut Robert Koch-Institut (RKI)

Nach der Definition des Robert Koch-Institutes (RKI) gilt ein Corona-Patient nach einer Covid-19-Erkrankung als Genesen, wenn 48 Stunden keine folgenden Symptome vorliegen:

- Fieber

- Atemnot

- Husten

Bei einer Infektion mit dem Corona-Virus kann es demnach auch Wochen oder sogar Monate nach einer augenscheinlichen Genesung erneut zu Symptomen kommen. Problematisch ist, dass auch Menschen mit einer Corona-Infektion, die ohne Symptome abgelaufen ist, an gravierenden Spätfolgen leiden können - sogar schwere Herz-Schäden mit tödlichen Folgen sind möglich.

Spätfolgen nach Corona-Infektion: Auch nach milden Verläufen möglich

Doch abgesehen von wiederkehrenden Symptomen und einer längeren Genesungszeit, haben Patienten nach einer Corona-Infektion häufig mit zusätzlichen Beschwerden zu kämpfen. Die auch unter dem Begriff „Long Covid“ bekannten Beschwerden, sind laut dem Robert Koch-Institut demnach sehr verschieden.

Derzeit gibt es noch keine repräsentativen Studien*, zu den Spätfolgen einer Covid-19 Erkrankung. Allerdings sind bereits folgende Beschwerden bekannt, diese können auch nach milden Verläufen der Erkrankung auftreten:

  • Längerfristige Müdigkeitserscheinungen
  • Merkstörungen
  • Gedächtnisprobleme
  • Wortfindungsstörungen
  • Plötzliches Erbrechen
  • Starker Schwindel

Nach einer Corona-Infektion: Erste Studie aus England zeigt Häufigkeit auf

Eine erste Studie aus England zeigt wie häufig Spätfolgen nach einer Corona-Infektion auftreten. Für die Studie wurden insgesamt Daten von 4182 Corona-Infizierten ausgewertet. Gesammelt wurden die Daten über die Covid Symptom Study App.

Laut der Studie haben Frauen eine 50 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit an Corona-Spätfolgen zu leiden, als Männer. Das gilt allerdings nur für die jüngeren Altersgruppen. Die Studie geht außerdem davon aus, dass Corona-Patienten mit Asthma, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit Spätfolgen entwickeln werden.

Corona-Infektionen können zu schweren Erkrankungen führen: Aber auch gravierende Spätfolgen sind möglich - selbst wenn die Covid-19-Erkrankung zuvor eher milde bis symptomfrei abgelaufen ist. (Symbolbild)

Studie aus England: System kann Corona-Spätfolgen vorhersagen

Wie alt die Corona-Patienten sind, spielt laut der Studie ebenfalls eine schwerwiegende Rolle. In der Altersgruppe zwischen 18 und 49 Jahren treten Corona-Spätfolgen demnach bei etwa 10 Prozent der Patienten auf. Bei Personen über 70 Jahren trifft es 22 Prozent der Corona-Patienten.

Die Forscher, welche die Studie in England durchführten, nutzen die Daten nun auch in einem System, welches wohl Vorhersagen kann, wie wahrscheinlich Spätfolgen nach einer Erkrankung mit Covid-19 sind. Die Forscher-Gruppe hat das System bereits an 2472 Corona-Patienten getestet.

Corona-Studie: Patienten lassen sich in zwei Gruppen mit unterschiedlichen Symptomen einteilen

Anhand der Angaben von Alter, Geschlecht und frühen Symptomatiken, konnten die Forscher mit dem System Corona-Spätfolgen bei 69 Prozent der Patienten vorhersagen. Die Studie kam zudem zu dem Ergebnis, dass sich Corona-Patienten in zwei Symptomgruppen unterteilen lassen.

Demnach waren in der einen Gruppe vor allem Symptome erkennbar, welche die Atmung betrafen, wie beispielsweise Husten und Atemnot. Hier kamen oft Mündigkeit und Kopfschmerzen hinzu.

In der anderen Symptomgruppe handelte es sich, laut den Forschern um Symptome, welche verschiedenste Teile des Körpers der Corona-Infizierten betrafen. Hier wurden Darm, Herz und Gehirn als dominante Orte für Beschwerden genannt. (Lucas Maier) *hna.de und merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Rubriklistenbild: © Bodo Schackow/DPA

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