Wie groß ist die Gefahr wirklich?

Corona bei Kindern: Experten berechnen wahres Risiko - und korrigieren Grippe-Vergleichszahlen

Wie gefährlich ist das Coronavirus für Kinder wirklich? Experten werteten nun Daten aus, die seit März vergangenen Jahres gesammelt wurden - mit einem interessanten Ergebnis.

Update vom 26. April 2021: „Die Zahlen des DGPI, die seit März 2020 gesammelt wurden, sind am 21. April korrigiert worden. Für den Artikel zu den Corona-Zahlen bei Kindern (siehe Erstmeldung) sind allerdings noch die vorherigen Werte verwendet worden. Die Redaktion entschuldigt sich für diesen Fehler. Im Folgenden nun die Richtigstellung:

Die Zahlen des DGPI, die seit März 2020 gesammelt wurden, sind mittlerweile aktualisiert worden. Offenbar ist bei der Nennung der Grippe-Todesfälle außerdem ein Fehler unterlaufen - die DGKJ bezog dazu Stellung. „Leider ist in der Stellungnahme ein Fehler bei der Nennung der Influenza Todesfälle unterlaufen, die wir deutlich zu hoch angegeben haben. Wir entschuldigen uns dafür. Die Stellungnahme wurde an dieser Stelle korrigiert und präziser ausgeführt“, heißt es von der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ) auf Twitter. Aktualisierte Zahlen seien in der neuen Stellungnahme veröffentlicht.

Betont wird von den beteiligten Instituten, dass die Zahlen der Grippe- und Corona-Toten bei Kindern (siehe Erstmeldung) keinesfalls gegeneinander aufgerechnet werden sollen und dürfen. Sie mögen lediglich bei der Einordnung helfen.

Corona bei Kindern: Experten berechnen wahres Risiko - Grippe-Vergleich überrascht

Erstmeldung vom 22. April 2021: München - Corona-Infektionen* bei Kindern: auch nach über einem Jahr Pandemie bleiben dazu viele Fragen offen. Wie gefährlich das Virus für Kinder werden kann, zeigt nun eine Untersuchung der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) und der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH).

Seit Beginn der Corona-Pandemie* wurden dazu von Experten Daten ausgewertet. Das Ergebnis: Kinder weisen ein sehr geringes Risiko auf, aufgrund einer Corona-Infektion ins Krankenhaus eingeliefert zu werden oder an den Folgen der Infektion zu sterben.

Coronavirus: Virologe spricht über Erkrankungen bei Kindern

„Von 14 Millionen Kindern und Jugendlichen sind in Deutschland etwa 1200 mit einer SARS-CoV-2*-Infektion im Krankenhaus (< 0,01 %) behandelt worden und vier an ihrer Infektion verstorben (< 0.00002 %)“, heißt es in der DGPI-Stellungnahme. Doch sind Corona-Infektionen demnach bei Kindern weniger ernstzunehmen?

Virologe Dr. Martin Stürmer, Facharzt für Mikrobiologie und Lehrbeauftragter für Virologie an der Universität Frankfurt, ordnete die Aussagen gegenüber der Bild ein. „Kinder können sich infizieren und andere anstecken. Es ist wichtig und richtig zu wissen, dass Kinder seltener von schweren Erkrankungen betroffen sind. Sie können das Virus allerdings in gefährdetere Gruppen wie Eltern oder Großeltern tragen“, so der Experte.

Corona bei Kindern: Infektiologen berechnen wahres Risiko - Grippe-Vergleich überrascht

Herunterspielen wollen DGPI und DGKH Corona-Erkrankungen bei Kindern* in keinster Weise. Jeder Fall eines schwer erkrankten oder verstorbenen Kindes sei „ein Fall zu viel und ein unerträgliches Einzelschicksal für Kind und Familie“. Doch die gemachten Beobachtungen seit Pandemie sollten „Eltern übergroße Sorgen vor einem schweren Krankheitsverlauf bei ihren Kindern zu nehmen“, heißt es in der DGPI-Stellungnahme.

Die Gesellschaft ordnet die Todesfälle aufgrund einer Corona-Infektion im Vergleich zu anderen Todesursachen sehr gering ein. So sei in der Grippewelle 2018/19 bei insgesamt 116 Kindern Influenza als Todesursache gemeldet worden. An einer Corona-Infektion starben anhand des Registers der DGPI seit dem 17. März 2020 vier Kinder, die stationär im Krankenhaus behandelt wurden (siehe oben).

Corona-Infektionen aber auch für Kinder gefährlich

Corona-Infektionen können allerdings auch bei Kindern schwer verlaufen. Gefährlich könnten für Kinder auch Spätfolgen, die nach Corona-Infektionen auftreten, wie das PIMS (Paediatric Inflammatory Multisystem Syndrome)*, sein. Dr. Martin Stürmer gibt gegenüber der Bild noch einen weiteren Punkt zu bedenken: „Aus virologischer Sicht ist es irrelevant, wie die Infektionen in den einzelnen Altersklassen verlaufen, für uns ist wichtig, dass die Infektionsketten unterbrochen werden.“ (nema) (*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA)

Unterdessen in Deutschland: Corona-Impfungen für alle bereits „Ende Mai“? Die Priorisierung soll aufgehoben werden.

Rubriklistenbild: © Jörg Carstensen/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.