„Für mich ist das Virus immer noch da“

Covid-19-Patientin erstickte fast im Schlaf: Vergleich mit Krebserkrankung beunruhigt - „war nichts gegen Corona“

Coronavirus in Deutschland: Corona-Test-Röhrchen liegen gebrauchsfertig in einer Kiste.
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Die Zahl der Infizierten in Deutschland steigt rasant an, derweil erzählte eine Covid-Patientin von ihrer Infektion.

Berichte von Corona-Patienten sorgen immer wieder für Aufsehen. Eine Frau erzählte von dem Verlauf ihrer Infektion und stellte einen erschreckenden Vergleich auf.

  • Covid-19-Patientin Christine Muzel berichtete von ihrer Infektion.
  • Mehr als ein halbes Jahr später verfolgt sie das Coronavirus* noch immer.
  • Ihre Krebserkrankung vor sieben Jahren „war nichts gegen Corona“.

München - „Ich habe einfach eine Riesenangst davor, dass die Luftnot wiederkommt, dass ich im Schlaf einfach ersticke - so wie ich im Frühjahr fast erstickt wäre“, sagte die 56-jährige Christine Muzel, die zu den knapp 284.000 Menschen in Deutschland zählt, die eine Infektion mit dem Coronavirus* überstanden haben. Während Deutschland in eine zweite Coronavirus-Welle* zu rutschen droht und die Fallzahlen einen neuen Rekordwert erreicht haben, sollte für Christine Muzel der Albtraum der Infektion bereits vorbei sein. Doch in einem Gespräch mit FOCUS Online macht sie mit erschreckenden Worten deutlich, dass davon nicht die geringste Rede sein kann.

Coronavirus in Deutschland: Covid-19-Patienten erzählt von traumatischen Erlebnis

„Ich weiß, dass es absurd klingt. Aber für mich ist das Virus immer noch da“, sagte Christine Muzel. Es verfolge sie. Am 20. März sei Muzel abends von der Arbeit nach Hause gekommen und ging statt wie üblich die restlichen Stunden des Tages mit ihren Töchtern und dem Enkel zu verbringen ins Bett. 40 Grad Fieber und ein komisches Gefühl in der Lunge hätten sie geplagt, das sie beschreibt wie einen „Luftballon, aus dem nach und nach immer mehr Luft herausgenommen wird“.

Am darauffolgenden Morgen habe sie über keine Beschwerden mehr klagen können. Einen Tag später habe sie dann ihren Geruchs- und Geschmackssinn verloren - eines der typischen Corona-Symptome*. Muzel ließ sich auf das Coronavirus testen, doch das Ergebnis fiel dem Bericht zufolge negativ aus und die Hausärztin habe per Telefon eine Lungenentzündung diagnostiziert.

Coronavirus: „Ich dachte wirklich, ich müsste jetzt ersticken“ - Risikopatientin erzählt von Infektion

„Die richtige Hölle“ habe erst begonnen, als sie nachts alleine in ihrem Bett gelegen habe. „Stellen sie sich vor, Sie atmen tief ein und statt frischer Luft in den Lungen spüren sie nur Feuer. Sie ringen nach Luft, schreien innerlich vor Verzweiflung, aber nichts hilft.“ Es sei das schlimmste Gefühl, das man als Mensch haben könne. „Ich dachte wirklich, ich müsste jetzt ersticken“, sagte Christine Muzel, die in der Folge drei Wochen lang im Krankenhaus verbrachte.

Die Angst noch einmal keine Luft zu bekommen sei jeden Tag da, schlafen würde sie nur noch im Sitzen. „Wenn man das einmal mitbekommen hat, kriegt man das nicht mehr aus dem Kopf“, so die 56-Jährige, die durch ihre Asthma-Erkrankung zur Corona-Risikogruppe zählt. Eine kurze Zeit später seien ihr die Haare ausgefallen, noch immer sei sie nicht fit und von Albträumen geplagt. Ein erschreckender Vergleich bringt die Härte, mit der sie das Coronavirus* traf, auf den Punkt: „Vor sieben Jahren war ich an Krebs erkrankt“, sagte sie. „Das war nichts gegen Corona.“ *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Netzwerks (mbr)

Indes könnte das Coronavirus auch erhebliche Auswirkungen auf Weihnachten haben.

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